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Die Gründach-Förderung bezeichnet staatliche, kommunale oder regionale Förderprogramme, die die Anlage begrünter Dächer (extensive oder intensive Begrünung) finanziell unterstützen. Gründächer leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Stadtklimaverbesserung: Sie speichern Regenwasser, kühlen das Stadtklima, verlängern die Dachhaltbarkeit und schaffen Lebensraum für Insekten. Viele Kommunen, Bundesländer und die KfW-Bank bieten Zuschüsse, vergünstigte Kredite oder Abwassergebührenrabatte an.
Auf Bundesebene fördert die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unter bestimmten Voraussetzungen Gründächer als Teil von Sanierungsmaßnahmen, wenn sie zur Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz beitragen. Die KfW bietet Kredite für Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen an, unter die Dachbegrünung fallen kann. Bayern hat zudem eigene Klimaschutzprogramme; das Bayerische Staatsministerium für Wohnen und Bau sowie das Umweltministerium legen regelmäßig neue Förderinitiativen auf.
Darüber hinaus können Ausgaben für Gründächer unter bestimmten Voraussetzungen als außergewöhnliche Belastung oder als haushaltsnahe Handwerkerleistung steuerlich geltend gemacht werden. Für Vermieter sind Dachbegrünungskosten als Erhaltungsaufwand oder aktivierungspflichtige Herstellungskosten steuerlich relevant - je nach Ausgestaltung und Erstmaligkeitscharakter der Maßnahme. Die steuerliche Behandlung sollte mit einem Steuerberater abgestimmt werden.
Nürnberg fördert Dachbegrünungen im Rahmen seiner Klimaschutzprogramme und der lokalen Förderrichtlinien des Umweltamts. Dabei können sowohl Neubau- als auch Bestandsgebäude gefördert werden. Daneben profitieren Eigentümer in Nürnberg von der Absplitterung der Niederschlagswassergebühr: Wer ein Gründach hat, zahlt in der Regel deutlich weniger Niederschlagswassergebühr, da weniger Wasser ins städtische Kanalnetz abgeleitet wird. Das Stadtwerk Nürnberg berechnet die Gebühr nach der befestigten versickerungswirksamen Fläche.
Auch in den Umlandgemeinden der Metropolregion - Erlangen, Fürth, Schwabach und den Landkreisen - gibt es zunehmend kommunale Förderprogramme für Dachbegrünung. Diese Programme sind häufig zeitlich befristet und von den jährlichen Haushaltsplanungen abhängig. Wir empfehlen, sich frühzeitig bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung oder dem kommunalen Umweltbeauftragten zu erkundigen, bevor eine Dachsanierung geplant wird.
Gründächer amortisieren sich über die längere Dachhaltbarkeit (Gründächer schützen die Dachabdichtung vor UV-Strahlung und Temperaturschwankungen), die Einsparungen bei der Niederschlagswassergebühr und die Fördermittel. Wer Förderprogramme kombiniert - z. B. KfW-Kredit plus kommunaler Zuschuss plus Gebührenrabatt - kann die Wirtschaftlichkeit erheblich verbessern. Wichtig: Förderprogramme ändern sich; Anträge müssen in der Regel vor Baubeginn gestellt werden.
Ein extensives Gründach kostet in der Herstellung etwa 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter mehr als ein herkömmliches Flachdach ohne Begrünung. Bei einem 100-Quadratmeter-Dach entstehen also Mehrkosten von rund 3.000 bis 6.000 Euro. Durch Fördermittel und die verlängerte Dachhaltbarkeit - Gründächer schützen die Dachabdichtung vor UV-Strahlung und extremen Temperaturschwankungen und verlängern ihre Lebensdauer auf 40 bis 60 Jahre - ist die Wirtschaftlichkeit jedoch in vielen Fällen positiv.
Neben den wirtschaftlichen Vorteilen leisten Gründächer einen messbaren Beitrag zur städtischen Klimaanpassung. In Zeiten zunehmender Hitzeperioden und Starkregenereignisse sind begrünte Dächer ein wirkungsvolles Element der Schwammstadt-Strategie: Sie halten Regenwasser zurück, geben es zeitverzögert ab und kühlen durch Verdunstung die Umgebungstemperatur. Für Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte mit großen Flachdachflächen ist das Gründach daher nicht nur ein Kostenfaktor, sondern auch ein Instrument zur Wertsteigerung und Zukunftssicherung.
Wir empfehlen Eigentümern in Nürnberg, bei einer bevorstehenden Dachrenovierung die Möglichkeit einer Gründach-Förderung frühzeitig beim Umweltamt Nürnberg oder beim Energieberatungszentrum Nürnberg (ebz) abzufragen. Die Kombination aus Förderung, Gebührenersparnis und verlängerter Dachhaltbarkeit macht Gründächer heute wirtschaftlich attraktiver als je zuvor. In manchen Bebauungsplänen neuer Nürnberger Stadtquartiere ist die Dachbegrünung bereits verpflichtend vorgeschrieben.
Wer ein Mehrfamilienhaus verwaltet, sollte das Thema Gründach bei der nächsten Eigentümerversammlung auf die Tagesordnung setzen. Die Beschlussfassung erfordert je nach Einordnung als Maßnahme der ordentlichen Instandhaltung oder baulichen Veränderung unterschiedliche Mehrheiten. Wir helfen gerne dabei, das Thema vorzubereiten und die Fördermöglichkeiten transparent darzustellen.
Ja, in der Regel. Viele Förderprogramme unterstützen auch die nachträgliche Begrünung bestehender Flachdächer, sofern die statische Tragfähigkeit ausreicht. Eine Vorabprüfung durch einen Statiker und die Antragstellung vor Baubeginn sind Pflicht.
Extensive Begrünung (Schichtaufbau 6-20 cm, Sedum, Moos, Gräser) ist leicht und wartungsarm. Intensive Begrünung (Schichtaufbau ab 20 cm, Sträucher, Stauden, Bäume) erfordert höhere Statik und mehr Pflege, bietet aber mehr ökologischen und ästhetischen Mehrwert. Förderprogramme decken meist beide Varianten ab.
In Bayern ist das Auflegen eines Gründachs auf einem bestehenden Flachdach genehmigungsfrei, solange keine wesentlichen statischen Änderungen vorgenommen werden. Bei genehmigungspflichtigen Neubauten wird das Gründach im Baugenehmigungsverfahren mitbehandelt. Im Zweifel empfehlen wir eine Rückfrage beim Bauordnungsamt.
Das Umweltamt der Stadt Nürnberg und das Energieberatungszentrum Nürnberg (ebz) sind die zentralen Anlaufstellen. Für KfW-Fördermittel ist eine antragsberechtigte Bank oder ein KfW-Finanzierungspartner erforderlich. Wir vermitteln gerne den Kontakt zu Experten in der Region.
Für einzelne Wohnungseigentümer in Mehrfamilienhäusern ist das Gründach in der Regel kein individuelles Projekt, sondern eine Gemeinschaftsmaßnahme, über die die Eigentümerversammlung abstimmen muss. Der Anlass ist oft eine ohnehin anstehende Dacherneuerung. In diesem Fall empfehlen wir, die Begrünung als Zusatzmaßnahme in die Sanierungsplanung aufzunehmen: Die Mehrkosten gegenüber einem konventionellen Flachdachabschluss sind bei einer größeren Dachfläche pro Quadratmeter deutlich niedriger als bei einem Einzelprojekt, und die Förderung lässt sich mit der Dachdämmung und KfW-Maßnahmen kombinieren. In Nürnberger Mehrfamilienhäusern aus den 1960er bis 1980er Jahren, die ohnehin sanierungsbedürftige Flachdächer haben, ist dies eine wirtschaftlich attraktive Konstellation. Die my-home.de Redaktion empfiehlt, das Thema frühzeitig in die Tagesordnung der nächsten Eigentümerversammlung aufzunehmen.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.
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