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Betongold (Umgangssprachlich)

Fachbegriff aus dem Bereich Steuern & Finanzen

Betongold - „Betongold” ist ein umgangssprachlicher Begriff für Immobilien als Kapitalanlage und Wertaufbewahrungsmittel. Der Ausdruck spiegelt die Überzeugung wider, dass Immobilien - ähnlich wie Gold - einen dauerhaften, inflationsgeschützten Sachwert darstellen. Besonders in Zeiten niedriger Zinsen, hoher Inflation oder unsicherer Kapitalmärkte gilt „Betongold” als sichere Anlageform.

Warum Immobilien als Wertanlage gelten

Die Bezeichnung „Betongold” verdankt sich mehreren Eigenschaften von Immobilien als Anlageklasse:

  • Inflationsschutz: Immobilienwerte und Mieten steigen langfristig tendenziell mit der allgemeinen Inflation - im Gegensatz zu Sparguthaben, die bei negativer Realverzinsung schleichend an Kaufkraft verlieren. Indexmieten und Staffelmieten ermöglichen zudem eine direkte Kopplung der Mieteinnahmen an die Inflationsentwicklung.
  • Sachwert: Eine Immobilie ist ein physischer Vermögensgegenstand, der nicht durch Bankeninsolvenz, Aktienmarktkrise oder Währungsreform wertlos wird - die historischen Erfahrungen Deutschlands mit Geldentwertungen haben das Vertrauen in „Betongold” tief verwurzelt.
  • Laufende Erträge: Vermietete Immobilien generieren regelmäßige Mieteinnahmen - vergleichbar mit Dividenden bei Aktien, aber planbeständiger und weniger volatil.
  • Steuerliche Vorteile: Abschreibung (AfA), Werbungskostenabzug bei Vermietung und steuerfreier Verkauf nach zehn Jahren Haltedauer (§ 23 EStG) machen Immobilien steuerlich attraktiv - ein Privileg, das Wertpapieranlagen nicht bieten.
  • Hebelwirkung (Leverage): Durch Fremdfinanzierung kann mit vergleichsweise wenig Eigenkapital ein hoher Anlagewert erworben werden - bei einer Fremdfinanzierungsquote von 70 % und einer Immobilienwertsteigerung von 5 % erzielt der Eigenkapitaleinsatz rechnerisch eine Eigenkapitalrendite von über 15 %.

Risiken und Grenzen

Die Bezeichnung „Betongold” suggeriert eine Sicherheit, die nicht garantiert ist:

  • Klumpenrisiko: Eine einzelne Immobilie bindet viel Kapital an einem Standort - ein lokaler Wirtschaftsabschwung, struktureller Leerstand oder ein Qualitätsproblem im Stadtteil kann den Wert erheblich mindern.
  • Illiquidität: Im Gegensatz zu Aktien oder Gold kann eine Immobilie nicht kurzfristig und verlustfrei verkauft werden - der Verkaufsprozess dauert typischerweise drei bis sechs Monate, bei Objekten in B- und C-Lagen noch länger.
  • Laufende Kosten: Instandhaltung, Verwaltung, Grundsteuer, Gebäudeversicherung und Mietausfallwagnis mindern die tatsächliche Nettorendite gegenüber der Bruttomietrendite erheblich.
  • Zinsrisiko: Steigende Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten und können die Immobilienpreise drücken - wie die Phase seit 2022 gezeigt hat, können Preisrückgänge von 15-25 % in einzelnen Segmenten eintreten.
  • Regulatorische Risiken: Mietpreisbremse, energetische Sanierungspflichten nach GEG und steigende Grundsteuern können die Rendite und die Attraktivität von Vermietungsimmobilien dauerhaft belasten.

Betongold und langfristige Vermögensstrategie

In einem langfristigen Vermögensplan spielen Immobilien häufig eine sinnvolle Rolle als stabilisierender Anker. Finanzexperten empfehlen in der Regel, den Immobilienanteil im Portfolio bei maximal 40-50 % des Gesamtvermögens zu halten und den Rest in liquide Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Tagesgeld) zu investieren. Wer ausschließlich auf „Betongold” setzt und das gesamte Vermögen in einer oder wenigen Immobilien bündelt, geht ein erhebliches Klumpenrisiko ein - selbst bei hervorragender Lagequalität.

Praxis-Tipp für Eigentümer in Nürnberg und Franken

Wir empfehlen Kapitalanlegern in der Metropolregion Nürnberg, beim Kauf von „Betongold” nüchtern zu kalkulieren: Die Bruttomietrendite (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) sollte mindestens 4-5 % betragen, damit nach Abzug von Bewirtschaftungskosten (ca. 20-25 % der Bruttomiete), nicht umlagefähiger Instandhaltung, Verwaltung und Steuern eine angemessene Nettoverzinsung verbleibt. In Nürnberger Toplagen wie Erlenstegen, der Altstadt oder St. Johannis liegen die Bruttorenditen häufig unter 3 %, was den Anlageerfolg primär von zukünftiger Wertsteigerung abhängig macht. In aufstrebenden Stadtteilen wie Eberhardshof, Gibitzenhof oder Randbereichen des Nürnberger Landes (Lauf, Hersbruck) sind teils deutlich bessere Anfangsrenditen bei gleichzeitigem Wertsteigerungspotenzial erreichbar - vorausgesetzt, die Infrastruktur und demografische Entwicklung stimmen.

Häufig gestellte Fragen

Ist „Betongold” wirklich sicherer als andere Anlageformen?

Immobilien bieten langfristig Substanzsicherheit und Inflationsschutz, sind aber nicht risikofrei. Regionale Preisrückgänge - wie sie in deutschen Mittel- und Kleinstädten mit Bevölkerungsrückgang oder in Städten mit einseitiger Industriestruktur beobachtet werden - können den Wert erheblich mindern. Hinzu kommen Leerstand, Mietausfälle und steigende Zinsen als Renditerisiken. Eine nüchterne Renditerechnung vor dem Kauf ist daher unverzichtbar. Eine sinnvolle Anlagestrategie kombiniert Immobilien mit anderen Anlageklassen zur Risikodiversifikation - ganz im Sinne der Portfoliotheorie nach Markowitz.

Ab welchem Budget lohnt sich eine Immobilie als Kapitalanlage?

In Nürnberg sind Eigentumswohnungen als Kapitalanlage ab ca. 120.000-180.000 Euro (kleinere Wohnungen in einfacheren Lagen wie Langwasser, Reichelsdorf oder Schreibersdorf) erwerbbar. Als Eigenkapital sollten mindestens 20-30 % des Kaufpreises plus die Kaufnebenkosten von ca. 8-9 % (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler) zur Verfügung stehen - insgesamt also rund 28-39 % des Kaufpreises. Wer weniger Kapital einsetzen möchte, kann über offene oder geschlossene Immobilienfonds, REITs (Real Estate Investment Trusts) oder Crowdinvesting-Plattformen indirekt in Immobilien investieren, ohne direkte Bewirtschaftungspflichten zu übernehmen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Kauf von „Betongold”?

Den perfekten Einstiegszeitpunkt gibt es nicht - und wer auf ihn wartet, läuft oft Gefahr, dauerhaft an der Seitenlinie zu verharren. Entscheidend sind die individuellen Faktoren: die persönliche Eigenkapitalausstattung, die aktuellen Finanzierungskonditionen, die konkrete Objektrendite und der geplante Anlagehorizont. Wer langfristig (mindestens 10 bis 15 Jahre) plant, eine solide Eigenkapitalbasis mitbringt und ein Objekt in einer strukturell nachgefragten Lage findet, kann in den meisten Marktphasen eine angemessene Rendite erzielen. Korrekturen wie jene ab 2022 haben gezeigt, dass Überbewertungen korrigiert werden - aber auch, dass gut gelegene Objekte deutlich geringere Preisrückgänge verzeichneten als Objekte in B- und C-Lagen.

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Wichtiger Hinweis zum Haftungsausschluss

Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.

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