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Betongold - „Betongold” ist ein umgangssprachlicher Begriff für Immobilien als Kapitalanlage und Wertaufbewahrungsmittel. Der Ausdruck spiegelt die Überzeugung wider, dass Immobilien - ähnlich wie Gold - einen dauerhaften, inflationsgeschützten Sachwert darstellen. Besonders in Zeiten niedriger Zinsen, hoher Inflation oder unsicherer Kapitalmärkte gilt „Betongold” als sichere Anlageform.
Die Bezeichnung „Betongold” verdankt sich mehreren Eigenschaften von Immobilien als Anlageklasse:
Die Bezeichnung „Betongold” suggeriert eine Sicherheit, die nicht garantiert ist:
In einem langfristigen Vermögensplan spielen Immobilien häufig eine sinnvolle Rolle als stabilisierender Anker. Finanzexperten empfehlen in der Regel, den Immobilienanteil im Portfolio bei maximal 40-50 % des Gesamtvermögens zu halten und den Rest in liquide Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Tagesgeld) zu investieren. Wer ausschließlich auf „Betongold” setzt und das gesamte Vermögen in einer oder wenigen Immobilien bündelt, geht ein erhebliches Klumpenrisiko ein - selbst bei hervorragender Lagequalität.
Wir empfehlen Kapitalanlegern in der Metropolregion Nürnberg, beim Kauf von „Betongold” nüchtern zu kalkulieren: Die Bruttomietrendite (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) sollte mindestens 4-5 % betragen, damit nach Abzug von Bewirtschaftungskosten (ca. 20-25 % der Bruttomiete), nicht umlagefähiger Instandhaltung, Verwaltung und Steuern eine angemessene Nettoverzinsung verbleibt. In Nürnberger Toplagen wie Erlenstegen, der Altstadt oder St. Johannis liegen die Bruttorenditen häufig unter 3 %, was den Anlageerfolg primär von zukünftiger Wertsteigerung abhängig macht. In aufstrebenden Stadtteilen wie Eberhardshof, Gibitzenhof oder Randbereichen des Nürnberger Landes (Lauf, Hersbruck) sind teils deutlich bessere Anfangsrenditen bei gleichzeitigem Wertsteigerungspotenzial erreichbar - vorausgesetzt, die Infrastruktur und demografische Entwicklung stimmen.
Immobilien bieten langfristig Substanzsicherheit und Inflationsschutz, sind aber nicht risikofrei. Regionale Preisrückgänge - wie sie in deutschen Mittel- und Kleinstädten mit Bevölkerungsrückgang oder in Städten mit einseitiger Industriestruktur beobachtet werden - können den Wert erheblich mindern. Hinzu kommen Leerstand, Mietausfälle und steigende Zinsen als Renditerisiken. Eine nüchterne Renditerechnung vor dem Kauf ist daher unverzichtbar. Eine sinnvolle Anlagestrategie kombiniert Immobilien mit anderen Anlageklassen zur Risikodiversifikation - ganz im Sinne der Portfoliotheorie nach Markowitz.
In Nürnberg sind Eigentumswohnungen als Kapitalanlage ab ca. 120.000-180.000 Euro (kleinere Wohnungen in einfacheren Lagen wie Langwasser, Reichelsdorf oder Schreibersdorf) erwerbbar. Als Eigenkapital sollten mindestens 20-30 % des Kaufpreises plus die Kaufnebenkosten von ca. 8-9 % (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler) zur Verfügung stehen - insgesamt also rund 28-39 % des Kaufpreises. Wer weniger Kapital einsetzen möchte, kann über offene oder geschlossene Immobilienfonds, REITs (Real Estate Investment Trusts) oder Crowdinvesting-Plattformen indirekt in Immobilien investieren, ohne direkte Bewirtschaftungspflichten zu übernehmen.
Den perfekten Einstiegszeitpunkt gibt es nicht - und wer auf ihn wartet, läuft oft Gefahr, dauerhaft an der Seitenlinie zu verharren. Entscheidend sind die individuellen Faktoren: die persönliche Eigenkapitalausstattung, die aktuellen Finanzierungskonditionen, die konkrete Objektrendite und der geplante Anlagehorizont. Wer langfristig (mindestens 10 bis 15 Jahre) plant, eine solide Eigenkapitalbasis mitbringt und ein Objekt in einer strukturell nachgefragten Lage findet, kann in den meisten Marktphasen eine angemessene Rendite erzielen. Korrekturen wie jene ab 2022 haben gezeigt, dass Überbewertungen korrigiert werden - aber auch, dass gut gelegene Objekte deutlich geringere Preisrückgänge verzeichneten als Objekte in B- und C-Lagen.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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