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Brutto-Netto-Rendite

Fachbegriff aus dem Bereich Steuern & Finanzen

Brutto-Netto-Rendite - Die Brutto- und Nettorendite sind die zentralen Kennzahlen zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit einer Immobilienkapitalanlage. Die Bruttorendite setzt die jährliche Mieteinnahme ins Verhältnis zum Kaufpreis und gibt eine schnelle Ersteinschätzung. Die Nettorendite berücksichtigt zusätzlich alle Bewirtschaftungskosten und Kaufnebenkosten und liefert ein realistischeres Bild des tatsächlichen Ertrags.

Berechnung

Bruttorendite: Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100

Beispiel: 12.000 € Jahreskaltmiete ÷ 300.000 € Kaufpreis = 4,0 % Bruttorendite

Nettorendite: (Jahreskaltmiete - nicht umlagefähige Bewirtschaftungskosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100

Beispiel: (12.000 € - 2.400 € Bewirtschaftungskosten) ÷ (300.000 € + 24.000 € Nebenkosten) = 2,96 % Nettorendite

Zu den nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten zählen Instandhaltungsrücklage, Verwaltungskosten, Mietausfallwagnis und nicht umlagefähige Betriebskostenanteile. Die Kaufnebenkosten umfassen Grunderwerbsteuer (3,5 % in Bayern), Notar und Grundbuch (ca. 2 %) sowie gegebenenfalls Maklerprovision.

Interpretation und Vergleich

Die Bruttorendite eignet sich für den schnellen Objektvergleich - sie blendet individuelle Kostenfaktoren aus und macht Objekte vergleichbar. Die Nettorendite ist für die Investitionsentscheidung relevant - sie zeigt, was nach allen laufenden Kosten tatsächlich übrig bleibt.

Typische Renditen in deutschen Großstädten liegen bei:

  • Bruttorendite: 3-6 % (Toplagen 2-3 %, B-Lagen 4-6 %)
  • Nettorendite: 1,5-4 % (nach Abzug aller Kosten und Nebenkosten)

Weder Brutto- noch Nettorendite berücksichtigen die Wertsteigerung der Immobilie und die steuerlichen Effekte (AfA, Zinsenabzug) - für eine vollständige Renditebetrachtung ist der Cashflow nach Steuern oder die Eigenkapitalrendite heranzuziehen.

Rendite und Lage in Nürnberg

In der Metropolregion Nürnberg variieren die erzielbaren Renditen erheblich nach Lage und Objektart. Für Eigentumswohnungen in guten bis sehr guten Lagen (Erlenstegen, St. Johannis, Maxfeld) liegen die Bruttorenditen häufig bei 2,5-3,5 % - die Nachfrage ist hoch, die Preise sind entsprechend gestiegen. In Stadtteilen mit mehr Bestand und niedrigeren Kaufpreisen (Langwasser, Lichtenhof) sind Bruttorenditen von 4-5,5 % erreichbar, allerdings bei höherem Verwaltungsaufwand und stärkerem Mieterrisiko. Im fränkischen Umland - Schwabach, Neumarkt, Ansbach - sind gelegentlich Bruttorenditen von 5-7 % möglich, verbunden mit niedrigerem Wertsteigerungspotenzial.

Vollständige Renditeberechnung - Rechenbeispiel Nürnberg

Objekt: Eigentumswohnung Nürnberg-Lichtenhof, 65 m², Kaufpreis 220.000 Euro, Kaltmiete 900 Euro/Monat.

KennzahlBerechnungErgebnis
Jahreskaltmiete900 € × 1210.800 €
Kaufnebenkosten (Bayern, ohne Makler)3,5 % GrESt + 2 % Notar/GB12.100 €
Gesamtinvestition220.000 + 12.100232.100 €
Bruttorendite10.800 ÷ 220.000 × 1004,91 %
Bewirtschaftungskosten (inkl. RLI, Verw.)ca. 20 % der Bruttomiete−2.160 €
Jahresnettomiete10.800 − 2.1608.640 €
Nettorendite8.640 ÷ 232.100 × 1003,72 %

Praxis-Tipp für Eigentümer in Nürnberg und Franken

Wir empfehlen Kapitalanlegern in der Metropolregion Nürnberg, sich nicht von hohen Bruttorenditen blenden zu lassen - die Nettorendite ist entscheidend. In Nürnberg liegen Bruttorenditen für Eigentumswohnungen je nach Lage zwischen 3 und 5 %. Achten Sie bei der Kalkulation auf realistische Ansätze: Instandhaltungsrücklage (mindestens 1 % des Gebäudewerts pro Jahr), Verwaltungskosten (ca. 25-35 €/Einheit/Monat) und ein Mietausfallwagnis von 2-4 %. Nur so erhalten Sie eine belastbare Nettorendite als Entscheidungsgrundlage. Wir begleiten Kapitalanleger in Nürnberg bei der Objektanalyse und helfen dabei, Renditeversprechen kritisch zu prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Bruttorendite ist gut?

Eine Bruttorendite ab 4 % gilt als solide für eine Bestandswohnung in einer deutschen Großstadt. Unter 3 % wird die Anlage bei realistischer Kalkulation der Nettokosten knapp. Renditen über 6 % sollten kritisch geprüft werden - oft stecken hinter hohen Renditen sanierungsbedürftige Objekte, problematische Mieterstrukturen oder schwache Standorte. In Nürnberg ist eine Bruttorendite von 4 % in guten Lagen ein realistischer Richtwert - wer mehr erwartet, muss entweder mehr Risiko oder einen schlechteren Standort in Kauf nehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Nettorendite und Eigenkapitalrendite?

Die Nettorendite bezieht sich auf das gesamte eingesetzte Kapital (Kaufpreis + Nebenkosten). Die Eigenkapitalrendite berücksichtigt den Fremdfinanzierungshebel: Wenn die Immobilie zu 80 % fremdfinanziert ist und die Mietrendite über dem Darlehenszins liegt, ist die Eigenkapitalrendite deutlich höher als die Nettorendite. Dieser Hebeleffekt wirkt allerdings in beide Richtungen - wenn der Darlehenszins die Objektrendite übersteigt, wird die Eigenkapitalrendite gedrückt.

Wie berücksichtige ich Leerstand in der Renditeberechnung?

Professionelle Investoren setzen ein Mietausfallwagnis von 2-4 % der Jahreskaltmiete an - dies deckt Leerstandszeiten zwischen Mieterwechseln und potenzielle Mietausfälle ab. Bei Objekten mit hoher Fluktuation (kleine Wohnungen, Studentenwohnungen) sollte der Ansatz höher sein als bei stabilen Mietverhältnissen mit langfristigen Mietern. In Nürnberg liegt der durchschnittliche Leerstand bei Wohnimmobilien sehr niedrig - gleichwohl sollte das Mietausfallwagnis in der Kalkulation niemals auf null gesetzt werden.

Wann macht eine Kapitalanlageimmobilie trotz niedriger Rendite Sinn?

Eine niedrige Nettorendite von 2 bis 3 Prozent muss nicht automatisch eine schlechte Anlage bedeuten - entscheidend ist das Gesamtbild. In sehr guten Nürnberger Lagen wie St. Johannis, Erlenstegen oder der Altstadt sind die Kaufpreise hoch, was die laufende Rendite drückt. Gleichzeitig ist das Wertsteigerungspotenzial durch Standortattraktivität, langfristige Nachfrage und begrenzte Neubauflächen höher als in Randlagen. Wer ein solches Objekt als langfristigen Vermögensaufbau mit Inflationsschutz betrachtet und keine sofortige hohe laufende Rendite benötigt, kann diese Kalkulation sinnvoll treffen. Zusätzlich spielen steuerliche Aspekte eine Rolle: Bei hohem persönlichem Steuersatz senken AfA, Zinsabzug und Erhaltungsaufwand die effektive Steuerlast erheblich, was die tatsächliche After-Tax-Rendite deutlich über die nominale Nettorendite hebt. Wir empfehlen, die Renditeberechnung immer in drei Szenarien aufzustellen: aktuell laufende Nettorendite, steueroptimierte Eigenkapitalrendite und prognostizierte Gesamtrendite inklusive Wertsteigerung über den Anlagehorizont.

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Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.

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