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Ein Holzhaus ist ein Gebäude, dessen tragende Konstruktion überwiegend aus Holz besteht - sei es als Blockbohlenhaus, Holzrahmenbau, Fachwerkhaus oder modernes Brettsperrholz-System (CLT). Holzhäuser erleben derzeit eine Renaissance, da Holz als nachwachsender Rohstoff CO₂ bindet, hervorragende Dämmeigenschaften besitzt und sich mit modernen Fertigungsverfahren präzise und wirtschaftlich verarbeiten lässt. In der Metropolregion Nürnberg stoßen Holzbauten auf wachsendes Interesse sowohl bei Neubauwilligen als auch bei Käufern von historischen Fachwerkobjekten.
Moderne Holzhäuser werden vor allem im Holzrahmen- oder Holzriegelbau errichtet, bei dem ein Skelett aus Holzstielen und -riegeln mit Dämmmaterial gefüllt und beidseitig beplankt wird. Der Massivholzbau (z. B. Blockhaus, Brettsperrholz) nutzt dagegen flächige Holzelemente, die sowohl tragende als auch raumabschließende Funktionen übernehmen. Historische Fachwerkhäuser - in Franken weit verbreitet - sind eine traditionelle Variante des Holzrahmenbaus mit sichtbarer Fachwerkstruktur. Jede Bauart hat spezifische Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz und Feuchtemanagement.
Das Brettsperrholzsystem (CLT) ist eine relativ neue Entwicklung: Kreuzweise verleimte Brettlagen ergeben massive, hochtragende Elemente, die in der Vorproduktion sehr präzise gefertigt werden und auf der Baustelle mit minimalem Aufwand montiert werden können. CLT-Häuser erreichen bei richtiger Planung hervorragende Wärmedämmwerte und eignen sich auch für mehrgeschossige Gebäude bis in den Hochhausbereich.
Die Finanzierung von Holzhäusern ist grundsätzlich problemlos und unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Bauweisen. Einige Versicherer verlangen bei reinen Holzkonstruktionen angepasste Brandschutzpolicen; moderne Holzbausysteme sind jedoch mit konventionellen Bauten gleichgestellt. Die Wertentwicklung hängt stark von Lage, Zustand und Pflegeaufwand ab. Gut gepflegte Holzhäuser aus hochwertigem Holz können eine hervorragende Wertbeständigkeit aufweisen.
Beim Kauf eines älteren Holzhauses sollte zwingend ein Sachverständiger den Zustand der Holzkonstruktion prüfen (Schädlingsbefall, Feuchteschäden, statische Mängel). Besonders bei historischen Fachwerkhäusern sind verdeckte Schäden häufig: Feuchte in den Gefachen, Hausschwamm oder Schwächungen im Holzgefüge können erhebliche Sanierungskosten verursachen. Ohne Gutachten ist ein seriöser Kaufpreis kaum zu ermitteln.
Holzbauten erzielen durch das natürliche Dämmpotenzial von Holz und die vergleichsweise einfache Integration moderner Dämmsysteme regelmäßig sehr gute Energiekennzahlen. Viele Holzhäuser erfüllen mühelos den KfW-40- oder gar Passivhausstandard. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) behandelt Holzhäuser wie jeden anderen Neubau; die Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf und die Wärmedämmung gelten gleichermaßen. Als nachhaltiges Baumaterial profitiert Holz zudem von spezifischen Förderungen im Rahmen des Bundesförderprogramms für effiziente Gebäude (BEG).
Besonders hervorzuheben ist die CO₂-Bilanz: Holz speichert während des Wachstums Kohlenstoff und gibt ihn erst am Ende der Lebensdauer oder bei Verbrennung wieder ab. Im Vergleich zu Stahlbeton, dessen Produktion erhebliche CO₂-Emissionen verursacht, hat Holzbau eine signifikant günstigere Ökobilanz. Dies macht ihn zur bevorzugten Bauweise für klimabewusste Eigentümer und ist ein Vermarktungsargument beim Verkauf.
Franken hat eine starke Tradition im Fachwerkbau - von Nürnbergs Altstadt bis in die ländlichen Gemeinden des Landkreises Neustadt an der Aisch oder Roth. Wer ein historisches Fachwerkhaus kauft oder saniert, sollte die besonderen Auflagen des Denkmalschutzes kennen und erfahrene Fachbetriebe aus der Region hinzuziehen. Spezialisierte Zimmermeister und Restauratoren aus Mittelfranken kennen die lokalen Baumaterialien und Konstruktionstraditionen.
Für Neubauprojekte bieten regionale Holzbauunternehmen in Franken sehr gute Qualität. Wir begleiten unsere Kunden beim Kauf von Holzimmobilien mit der Empfehlung bewährter Gutachter und Baufachleute aus der Region und achten darauf, dass Kaufinteressenten die für Holzbauten spezifischen Prüfpunkte kennen.
In der Vergangenheit gab es Vorbehalte, die heute jedoch zunehmend schwinden. Gut gepflegte, energieeffiziente Holzhäuser finden einen stabilen Käufermarkt. Wichtig ist eine saubere Dokumentation des Zustands und ggf. ein Gutachten, das Kaufinteressenten Sicherheit gibt. Das Nachhaltigkeitsargument wird im Markt zunehmend positiv aufgenommen.
Bei fachgerechter Ausführung, gutem Holzschutz und regelmäßiger Wartung können Holzhäuser Jahrhunderte bestehen - historische Fachwerkhäuser belegen dies eindrucksvoll. Moderne Konstruktionen sind technisch für Nutzungsdauern von 80 bis 100 Jahren ausgelegt.
Für mehrgeschossige Holzbauten gelten in Bayern die Anforderungen der BayBO sowie technische Baubestimmungen, die Brandschutzmaßnahmen (z. B. bekleidete Holzoberflächen, Brandabschnitte) vorschreiben. Eingeschossige Einfamilienhäuser in Holzrahmenbauweise sind brandschutztechnisch unproblematisch.
Typische Schädlinge sind der echte Hausschwamm (Serpula lacrymans), Hausbockkäfer und Nassfäule durch Feuchtigkeit. Eine regelmäßige Inspektion und gute Belüftung der Holzkonstruktion sind die wichtigsten Schutzmaßnahmen. Vor dem Kauf empfehlen wir eine Schädlingsinspekion durch einen Fachbetrieb.
Historische Fachwerkhäuser in Franken - von der Nürnberger Altstadt bis in die Landkreise Ansbach und Neustadt an der Aisch - stehen häufig unter Denkmalschutz. Das bedeutet: Bauliche Veränderungen, Modernisierungsmaßnahmen und selbst die Wahl der Außenfarbe bedürfen der Genehmigung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege oder die kommunale Untere Denkmalschutzbehörde. Eigentümer erhalten dafür steuerliche Vergünstigungen: Sanierungskosten an denkmalgeschützten Gebäuden können nach § 7i EStG über zwölf Jahre erhöht abgeschrieben werden (vermietete Objekte) bzw. über zehn Jahre als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden (Eigennutzer). Die Kombination aus kulturellem Wert, steuerlichem Vorteil und dem emotionalen Kauferlebnis macht historische Fachwerkobjekte in gut erhaltenen fränkischen Kleinstädten zu begehrten Nischenprodukten auf dem Immobilienmarkt.
Die Versicherung eines Holzhauses unterscheidet sich in der Praxis nur marginal von der eines konventionellen Massivbaus. Wichtig ist eine Wohngebäudeversicherung, die ausdrücklich auch Schäden durch Feuer, Sturm, Leitungswasser und Elementarereignisse abdeckt. Bei älteren Holzkonstruktionen kann es vorkommen, dass Versicherer Risikoaufschläge verlangen oder bestimmte Klauseln einfordern - etwa den Nachweis einer funktionierenden Blitzschutzanlage oder regelmäßige Wartungsnachweise. Wir empfehlen, bei historischen Fachwerkobjekten mehrere Angebote einzuholen und dabei die Versicherungssumme (Neubaukosten des Gebäudes) realistisch anzusetzen: Fachwerkrekonstruktionen sind teurer als konventionelle Massivbauweise, da spezialisierte Zimmerer und handwerkliche Techniken erforderlich sind.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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