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Konterfei (Denkmalschutz)

Fachbegriff aus dem Bereich Spezialimmobilien

Als Konterfei bezeichnet man im Denkmalschutz die maßstabsgetreue, historisch belegte Abbildung oder zeichnerische Dokumentation eines Baudenkmals, seiner Fassade oder einzelner Bauteile. Diese Planunterlagen bilden die Grundlage für Genehmigungsverfahren und Instandsetzungsmaßnahmen an geschützten Gebäuden. Denkmalbehörden fordern ein Konterfei häufig als Nachweis der gestalterischen Authentizität vor, während und nach Sanierungsarbeiten.

Bedeutung des Konterfeies im Genehmigungsverfahren

Wer ein eingetragenes Baudenkmal sanieren oder umbauen möchte, benötigt in Bayern neben der Baugenehmigung auch die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis der Unteren Denkmalschutzbehörde (UDB). Ein Konterfei - meist als Bestandspläne, Fotoaufnahmen oder fotogrammetrische Aufnahmen - wird eingereicht, um:

  • den Originalzustand zu dokumentieren
  • geplante Eingriffe nachvollziehbar zu machen
  • die Reversibilität von Maßnahmen zu belegen

Je detaillierter das Konterfei, desto reibungsloser verläuft das Abstimmungsverfahren mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD). Behörden schätzen eine vollständige Vorabbewertung, weil sie die Rücklaufzeiten für Ergänzungsanfragen verkürzt und das Verfahren beschleunigt.

Die Erstellung des Konterfeies muss nicht zwingend vor Baubeginn vollständig abgeschlossen sein - in manchen Fällen erlauben Denkmalbehörden eine begleitende Dokumentation, wenn besonderer Zeitdruck besteht. Die Norm ist jedoch, dass das Konterfei Teil des Genehmigungsantrags ist und vor Baubeginn vorliegt.

Technische Anforderungen an ein Konterfei

Moderne Konterfeie werden häufig mit Photogrammetrie oder 3D-Laserscanning erstellt. Diese Methoden erlauben eine millimetergenaue Dokumentation auch komplexer Fassadenornamentik. Folgende Unterlagen sind in der Regel gefordert:

  • Grundrisse, Schnitte und Ansichten im Maßstab 1:50 oder 1:100
  • Fotodokumentation aller betroffenen Bauteile
  • Materialanalysen (Mörtelproben, Holzgutachten, Farbuntersuchungen)

Bei sehr aufwendigen Objekten (z. B. historische Stuckkassettendecken, Gewölbekeller mit ornamentalen Details) kommen zusätzlich Makrofotografie, Röntgenanalyse oder Dendrochronologie (Altersbestimmung von Holzbalken) zum Einsatz. Diese wissenschaftlichen Methoden sind in der Praxis von Restaurierungswerkstätten und spezialisierten Architekturbüros Standard.

Kosten und steuerliche Begünstigung

Die Erstellung eines professionellen Konterfeies durch ein Architekturbüro oder einen Restaurator kann je nach Gebäudekomplexität mehrere Tausend Euro kosten. Diese Aufwendungen sind jedoch - sofern das Gebäude als Baudenkmal eingetragen ist - als Erhaltungsaufwand nach §§ 7i, 10f oder 11b EStG steuerlich absetzbar. Eigentümer können so bis zu 9 % der Kosten über acht oder zehn Jahre von der Steuer absetzen.

Die steuerliche Begünstigung gilt nicht nur für die Sanierungsmaßnahmen selbst, sondern ausdrücklich auch für vorbereitende Dokumentationsarbeiten wie das Konterfei. Voraussetzung ist eine Bescheinigung der zuständigen Denkmalbehörde, die bestätigt, dass die Maßnahme denkmalschutzrechtlich erforderlich und abgestimmt war. Diese Bescheinigung sollte frühzeitig beantragt werden, da sie zeitlich nicht rückwirkend ausgestellt werden kann.

Praxis-Tipp für Eigentümer in Nürnberg und Franken

Nürnberg besitzt eine außerordentlich dichte Denkmallandschaft: Vom Kaiserburg-Areal über die Altstadt bis zu den Jugendstilvillen in Laufamholz und den Gründerzeitbauten in Gostenhof stehen Hunderte Gebäude unter Schutz. Wir empfehlen Käufern und Eigentümern von Denkmälern, frühzeitig Kontakt mit der städtischen Unteren Denkmalschutzbehörde und dem BLfD aufzunehmen und ein qualifiziertes Konterfei in Auftrag zu geben - das spart Zeit im Genehmigungsverfahren und sichert die steuerlichen Vorteile. Besonders bei Förderprojekten aus dem Bayerischen Denkmalpflegeprogramm ist ein vollständiges Konterfei Pflicht für die Antragstellung.

Konterfei und Förderprogramme

Wer ein Baudenkmal saniert, profitiert nicht nur von steuerlichen Abschreibungen, sondern kann auch Fördermittel aus dem Bayerischen Denkmalpflegeprogramm oder aus Bundesprogrammen (Deutsche Stiftung Denkmalschutz, KfW-Programm 151/152 für Denkmal-Effizienzhaus) beantragen. Für nahezu alle diese Förderprogramme ist eine qualifizierte Baudokumentation - also ein Konterfei - Pflichtbestandteil des Förderantrags. Ohne vollständige Dokumentation des Ist-Zustands wird ein Förderantrag in der Regel nicht bearbeitet.

Das Konterfei erfüllt in diesen Verfahren eine Doppelfunktion: Es belegt den denkmalschutzrechtlichen Handlungsbedarf und dokumentiert gleichzeitig den Ausgangszustand, der nach der Sanierung nicht mehr direkt sichtbar ist. Fördergebern dient es als Nachweis, dass Mittel sachgerecht und im Einklang mit den Auflagen eingesetzt wurden. Ein sorgfältig erstelltes Konterfei schützt Eigentümer also auch vor nachträglichen Rückforderungen im Rahmen von Fördermittelprüfungen.

Häufig gestellte Fragen

Wer darf ein Konterfei für Denkmalschutzzwecke erstellen?

In der Regel sind eingetragene Architekten oder zertifizierte Restauratoren (Dipl.-Restaurator, M.A. Restaurierung) mit dieser Aufgabe betraut. Für anspruchsvolle Objekte empfehlen Denkmalbehörden häufig spezialisierte Büros mit Referenzen im Denkmalschutz.

Muss ein Konterfei vor jedem Eingriff am Denkmal erstellt werden?

Nicht bei jedem Kleinsteingriff - z. B. dem Austausch einzelner Dachziegel in gleicher Machart. Bei wesentlichen Änderungen an Fassade, Tragwerk oder historischer Substanz ist die Vorlage eines Konterfeies jedoch in der Regel Pflicht.

Kann ich das Konterfei nachträglich für andere Zwecke nutzen?

Ja. Ein hochwertiges Konterfei ist nicht nur für Behördenverfahren nützlich: Es dient auch als Grundlage für Restaurierungsarbeiten, Versicherungsschäden und den Wiederaufbau bei Brand oder Sturmschäden. Außerdem ist es eine wertvolle historische Dokumentation, die bei einem späteren Verkauf als Qualitätsnachweis der sorgfältigen Denkmalpflege dienen kann.

Was kostet ein professionelles Konterfei in Nürnberg?

Die Kosten hängen stark von der Komplexität des Objekts ab. Für ein typisches Gründerzeithaus in Nürnberg mit dokumentationsbedürftiger Fassade sind 3.000 bis 8.000 € für ein vollständiges Konterfei realistisch. Bei besonders aufwendigen Objekten wie historischen Villen oder Fachwerkgebäuden können die Kosten deutlich höher liegen.

Wie lange dauert die Erstellung eines Konterfeies?

Das hängt vom Umfang und den eingesetzten Methoden ab. Eine fotogrammetrische Aufnahme einer mittelgroßen Fassade dauert einen bis zwei Außeneinsatztage; die Aufbereitung zu Plänen und Berichten nimmt danach noch zwei bis vier Wochen in Anspruch. Bei komplexen Objekten mit aufwendigen Innenräumen oder wissenschaftlichen Materialanalysen kann sich der Prozess auf mehrere Monate erstrecken. Eigentümer sollten die Erstellungszeit in ihre Projektplanung einkalkulieren und frühzeitig beauftragen.

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