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Anrufen - 0911 / 88 18 73 80Fachbegriff aus dem Bereich Spezialimmobilien
Die Lehmbauweise ist eine der ältesten Baumethoden der Menschheit und erlebt heute als ökologische und nachhaltige Alternative zum konventionellen Massivbau eine Renaissance. Bei dieser Technik wird Lehm - ein Gemisch aus Ton, Schluff, Sand und ggf. Strohanteilen - als tragender oder nicht tragender Baustoff eingesetzt. Lehm ist CO₂-neutral, diffusionsoffen, speichert Wärme und reguliert die Raumfeuchte. Im Bereich der Spezialimmobilien zieht die Lehmbauweise zunehmend umweltbewusste Bauherren und Sanierer an.
Es gibt verschiedene Techniken, die je nach Anforderung eingesetzt werden:
Diese Vielfalt an Techniken macht Lehm sowohl für den Neubau als auch für die Sanierung historischer Gebäude interessant - insbesondere bei Fachwerkgebäuden, bei denen Lehmausfachungen die originale Baumethode darstellen und bei der Sanierung originalgetreu wiederhergestellt werden sollten.
Vorteile:
Nachteile:
Lehmgebäude gelten in Bayern als Sonderkonstruktionen, für die der allgemeine Standsicherheitsnachweis nach BayBO zu erbringen ist. In der Praxis wenden Planer die DIN-Normen für Lehmmauerwerk (DIN 18945-18948) an, die 2013 eingeführt wurden und erstmals einheitliche Anforderungen an Lehmsteine, Lehmmörtel und Lehmputze definierten. Für Bestandsgebäude mit Lehmbau - häufig in fränkischen Dörfern als historische Fachwerkausmauerung - gelten besondere Sanierungs- und Denkmalschutzregeln. Denkmalschutzbehörden in Bayern verlangen bei der Sanierung von Fachwerkgebäuden häufig die Wiederherstellung der originalen Lehmausfachungen, was bei der Kostenkalkulation berücksichtigt werden muss.
Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass Lehmgebäude keinen modernen Wärmedämmstandards entsprechen können. Tatsächlich lassen sich Lehmwände sehr gut mit Außendämmungen aus Holzfaserdämmplatten, Hanfdämmung oder Schafwolldämmung kombinieren, ohne den diffusionsoffenen Charakter der Gesamtkonstruktion zu gefährden. Bei richtiger Auslegung können Lehmgebäude das KfW-Effizienzhaus-70-Niveau oder besser erreichen. Allerdings sind für KfW-Förderanträge oft spezifische Berechnungen durch einen Energieberater erforderlich, der mit der Besonderheit von Lehmkonstruktionen vertraut ist.
Im ländlichen Franken findet man zahlreiche historische Lehmfachwerkhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, besonders in der Hersbrucker Alb, im Aischgrund und in Teilen des Nürnberger Umlands. Wer ein solches Objekt kaufen oder sanieren möchte, sollte unbedingt einen auf Lehmbau spezialisierten Handwerker oder Planer hinzuziehen - konventionelle Baustoffe wie Zement und Kunstharzfarben sind häufig inkompatibel und schädigen die historische Substanz nachhaltig: Sie verschließen die Diffusionswege, führen zu Feuchteaufstau und Schimmelbildung.
Beim Kauf eines historischen Fachwerkhauses mit Lehmausfachung empfehlen wir, eine bautechnische Begutachtung durch einen Bausachverständigen mit Lehmbauerfahrung durchführen zu lassen, bevor der Kaufvertrag unterzeichnet wird. Der Zustand der Lehmausfachungen, der Dachkonstruktion und der Sockelzone sind die neuralgischen Punkte. Wir kennen die regionalen Besonderheiten solcher Spezialimmobilien und empfehlen gerne geprüfte Fachbetriebe aus der Region Nürnberg und Erlangen.
Ja. Wie jedes Gebäude unterliegt auch ein Lehmhaus dem Baugenehmigungsverfahren. Für den statischen Nachweis gelten dieselben Anforderungen wie für Massivbauten; entsprechende Fachliteratur und Normen (DIN 18945 ff.) sind maßgeblich. Der Planer muss im Bauantrag nachweisen, dass die Lehmkonstruktion die Standsicherheitsanforderungen erfüllt - das erfordert in der Regel einen Tragwerksplaner mit Lehmbauerfahrung.
Ja, Lehmputz auf Innenoberflächen ist ohne Genehmigung möglich und in vielen Fällen sehr sinnvoll. Er verbessert das Raumklima erheblich, kann über altem Kalkputz aufgebracht werden und ist bei baubiologisch sensiblen Bewohnern (Asthma, Schimmelunverträglichkeit) besonders beliebt. Wichtig: Lehmputz haftet nicht auf allen Untergründen - Kunstharzfarben oder Gipskarton erfordern eine Vorbehandlung.
Die Materialkosten für Lehm sind gering - oft ist er sogar vor Ort verfügbar. Allerdings ist der Arbeitsaufwand deutlich höher, und spezialisierte Handwerker sind teuer und schwer zu finden. Insgesamt sind Lehmbauten oft kostenneutral bis leicht teurer als konventionelle Bauten, bieten dafür aber überlegenes Raumklima, Langlebigkeit und eine hohe Restwerterhaltung bei steigendem gesellschaftlichem Interesse an ökologischen Bauweisen.
Grundsätzlich ja, jedoch hängt die Finanzierung von der Bewertung durch die Bank ab. Da Lehmgebäude als Sonderkonstruktionen gelten, sind manche Kreditinstitute zurückhaltend oder setzen konservativere Beleihungswerte an. Wir empfehlen, frühzeitig das Gespräch mit der finanzierenden Bank zu suchen und ein Gutachten eines anerkannten Sachverständigen für Lehmbauten vorzulegen, das den Verkehrswert belegt.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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