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Der Hausmeister (auch: Hauswart) ist eine Person, die für die Betreuung, Pflege und den laufenden Betrieb eines oder mehrerer Gebäude zuständig ist - sei es als fest angestellter Mitarbeiter oder als externer Dienstleister. Er ist die erste Ansprechperson für Mieter und Eigentümer bei alltäglichen technischen Problemen, koordiniert Handwerker, überwacht Gemeinschaftsflächen und sorgt für Ordnung und Sicherheit auf dem Grundstück. In der Immobilienwirtschaft gilt ein guter Hausmeister als einer der wesentlichen Faktoren für zufriedene Mieter und werterhaltende Bewirtschaftung.
Das Tätigkeitsprofil eines Hausmeisters umfasst je nach Vereinbarung und Objektgröße:
Ein fest angestellter Hausmeister ist in der Regel sozialversicherungspflichtig beschäftigt; für ihn gelten alle arbeitsrechtlichen Schutzvorschriften (Kündigungsschutz, Urlaub, Lohnfortzahlung). Sein Arbeitgeber ist der Eigentümer oder die WEG. Häufig wird dem Hausmeister eine Hausmeisterwohnung zu günstigem Mietpreis überlassen - diese muss als geldwerter Vorteil lohnversteuert werden, wenn sie unter dem Marktmietpreis liegt. Bei externen Hausmeister-Service-Unternehmen besteht ein Dienst- oder Werkvertrag, kein Arbeitsverhältnis.
Die Kosten eines Hausmeisters (Lohn, Nebenkosten des Arbeitsverhältnisses) sind als Betriebskosten nach der Betriebskostenverordnung (BetrKV, Anlage 3 Nr. 14) auf Mieter umlegbar, soweit die Aufgaben den laufenden Betrieb des Gebäudes betreffen. Reparatur- und Instandhaltungsleistungen, die der Hausmeister erledigt, dürfen hingegen nicht umgelegt werden - diese Kosten trägt der Vermieter selbst.
Wir beobachten in der Metropolregion Nürnberg, dass professionell betreute Wohnanlagen mit einem verlässlichen Hausmeister deutlich seltener unter Mieterfluktuation leiden und langfristig bessere Mieten erzielen. Eigentümer mehrerer Einheiten sollten den Aufwand für einen fest angestellten Hausmeister gegen den eines externen Dienstleisters abwägen - ab etwa 30 Wohneinheiten lohnt sich oft ein eigener Mitarbeiter. Achten Sie bei der Vertragsgestaltung darauf, Hausmeisteraufgaben klar von handwerklichen Leistungen abzugrenzen, um eine rechtssichere Nebenkostenabrechnung zu ermöglichen.
Grundsätzlich ja, aber es entsteht ein Interessenkonflikt. Ein Eigentümer-Hausmeister kann die Gemeinschaft in interessengefährdenden Situationen nicht neutral beraten. Aus WEG-rechtlicher Sicht ist ein externer Dienstleister häufig sauberer.
Für Kontroll- oder Instandhaltungsarbeiten am Gemeinschaftseigentum, die auch Ihre Wohnung betreffen (z. B. Rohrprüfung), muss der Hausmeister nach rechtzeitiger Ankündigung Zutritt erhalten. Für allgemeine Kontrollbesuche ohne konkreten Anlass gibt es kein Zutrittsrecht ohne Ihre Zustimmung.
Die Gesamtkosten des Hausmeisters (Bruttolohn, Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Dienstkleidung) werden auf die Mieter nach dem vereinbarten Verteilerschlüssel (Wohnfläche oder MEA) aufgeteilt. Instandhaltungsleistungen, die der Hausmeister erbracht hat, sind herauszurechnen und dürfen nicht in die Betriebskosten einfließen.
In einer Wohnungseigentümergemeinschaft wird der Hausmeister nicht vom Verwalter allein eingestellt oder beauftragt - das ist Sache der Eigentümergemeinschaft. Der Beschluss über die Beauftragung eines Hausmeisters oder eines Hausmeister-Service-Unternehmens erfolgt in der Eigentümerversammlung. Die anfallenden Kosten werden über den Wirtschaftsplan verteilt und im Rahmen des Hausgeldes von allen Eigentümern getragen. Soweit die Kosten umlagefähige Betriebskosten darstellen (also auf laufende Pflege und Betrieb des Gemeinschaftseigentums entfallen), können sie an vermietende Eigentümer weitergegeben und von diesen auf ihre Mieter umgelegt werden.
Wichtig: Instandhaltungs- und Reparaturleistungen, die der Hausmeister erledigt, zählen nicht zu den umlagefähigen Betriebskosten. Wer als Eigentümer einen Hausmeister beschäftigt, der sowohl Reinigungsaufgaben als auch Reparaturen übernimmt, muss diese Leistungen im Vertrag oder auf der Rechnung klar trennen - andernfalls riskiert er Einwände der Mieter bei der Betriebskostenabrechnung.
In der Praxis ist der Hausmeister oft die erste Person, die von einem Mangel in einer Wohnung erfährt. Er ist damit ein wichtiger Zeuge in möglichen späteren Streitigkeiten zwischen Vermieter und Mieter. Wir empfehlen Eigentümern in Nürnberg, den Hausmeister anzuweisen, Schadensmeldungen schriftlich zu dokumentieren - Datum, Art des Schadens, betroffene Einheit, gemeldete Person - und diese Dokumentation an den Verwalter oder Eigentümer weiterzugeben. Eine lückenlose Dokumentation hilft im Streitfall, Haftungsfragen zu klären und zu belegen, dass Mängel zeitnah zur Kenntnis genommen und bearbeitet wurden.
Gerade in Nürnberger Altbauten mit vielen Parteien und heterogener Eigentümerstruktur leistet ein engagierter Hausmeister auch sozialen Zusammenhalt: Er kennt die Mieter persönlich, erkennt frühzeitig aufkeimende Konflikte und trägt durch seine Präsenz zur Sicherheit und zum Hausfrieden bei. Diesen Wert lässt sich schwer in Zahlen fassen - er zeigt sich aber mittel- und langfristig in stabilen Mieter-Eigentümer-Beziehungen und geringer Fluktuation.
Stellt der Eigentümer dem fest angestellten Hausmeister eine Wohnung im Objekt zur Verfügung, ist diese in der Regel an das Arbeitsverhältnis geknüpft (Werkdienstwohnung nach §§ 576-576b BGB). Mit Ende des Arbeitsverhältnisses endet auch das Recht auf die Wohnung - der Hausmeister kann zur Räumung aufgefordert werden, ohne dass das normale Mietrecht mit seinen Kündigungsfristen gilt. Voraussetzung ist, dass die Wohnung tatsächlich im Zusammenhang mit der Hausmeisterpflicht vergeben wurde und dies im Arbeitsvertrag klar geregelt ist. Bei einem Streit über die Rückgabe der Hausmeisterwohnung - ein in der Praxis nicht seltener Fall - entscheidet das Arbeitsgericht, nicht das Mietgericht. Vermieter in Nürnberg, die eine solche Konstruktion nutzen, sollten Arbeitsvertrag und Mietvertrag rechtssicher aufeinander abstimmen und die Verknüpfung ausdrücklich dokumentieren.
Ein gut ausgearbeiteter Hausmeisterdienstleistungsvertrag - bei externen Firmen - sollte folgende Punkte abdecken: genaue Beschreibung der Leistungsumfänge und Reaktionszeiten (z. B. Störungseinsatz innerhalb von 24 Stunden), Regelung der Haftung für Schäden durch fehlerhafte Ausführung, Vergütungsstruktur (Pauschalpreis oder Stundenhonorar), Nachweispflichten (Checklisten, Begehungsprotokolle), und eine klare Trennung von Betriebs- und Instandhaltungsleistungen. Letztere ist aus steuerlicher und nebenkostenrechtlicher Sicht unverzichtbar: Nur Betriebskosten können auf Mieter umgelegt werden, Reparaturleistungen nicht. In Nürnberg empfehlen wir Eigentümergemeinschaften, Hausmeisterdienstleistungsverträge jährlich auf Vollständigkeit und Marktgerechtigkeit zu überprüfen - insbesondere wenn die Eigentümergemeinschaft gewachsen ist oder neue gesetzliche Anforderungen (z. B. Prüfpflichten für Rauchwarnmelder, Trinkwasserleitungen) hinzugekommen sind.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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