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Anlegerwohnung - Eine Anlegerwohnung (auch Vorsorgewohnung) ist eine Eigentumswohnung, die ausschließlich zur Vermietung und als Kapitalanlage erworben wird - im Gegensatz zur selbstgenutzten Eigentumswohnung. Sie wird typischerweise als Baustein der Altersvorsorge oder zur Steueroptimierung genutzt.
Der zentrale Vorteil einer Anlegerwohnung liegt in der steuerlichen Absetzbarkeit: Zinsen der Finanzierung, Gebäude-AfA, Verwaltungskosten, Instandhaltung und nicht umlagefähige Betriebskosten sind als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung absetzbar. In den ersten Jahren nach dem Kauf übersteigen die Werbungskosten häufig die Mieteinnahmen, sodass ein steuerlicher Verlust entsteht, der mit anderen Einkünften verrechnet werden kann.
Rechenbeispiel: Anlegerwohnung in Nürnberg-Gostenhof, Kaufpreis 280.000 Euro (Gebäudeanteil 200.000 Euro). Jahresmiete: 9.600 Euro. Werbungskosten: Zinsen 4.200 Euro + AfA 4.000 Euro + Verwaltung 800 Euro + Instandhaltung 1.200 Euro = 10.200 Euro. Steuerlicher Verlust: 600 Euro, der mit anderen Einkünften verrechnet werden kann. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % ergibt sich eine Steuerersparnis von ca. 250 Euro zusätzlich zur normalen Kosteneffizienz.
Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung ist eine Einkünfteerzielungsabsicht: Das Finanzamt muss erkennen können, dass langfristig ein Überschuss der Mieteinnahmen über die Werbungskosten angestrebt wird. Wird die Wohnung dauerhaft unter Marktmiete vermietet oder steht sie übermäßig lange leer, kann das Finanzamt die Verluste aberkennen - man spricht dann von Liebhaberei.
Anlegerwohnungen werden von manchen Vertrieben als „Steuersparmodell” beworben. Dabei werden die steuerlichen Vorteile überbetont und die wirtschaftlichen Risiken unterschätzt: überhöhter Kaufpreis (insbesondere bei Neubau-Paketverkäufen durch Finanzvertriebe), geringe Mietrendite, unzureichende Instandhaltungsrücklage in der WEG und der Verlust steuerlicher Vorteile bei Anerkennung als Liebhaberei.
Typische Warnzeichen bei dubioser Vermarktung von Anlegerwohnungen:
| Kriterium | Anlegerwohnung | Aktien/ETF | Denkmalimmobilie | MFH-Anteil (Fonds) |
|---|---|---|---|---|
| Mindestkapital | ab ca. 50.000 € EK | ab 50 € | ab ca. 80.000 € EK | ab ca. 10.000 € |
| Rendite (netto) | 2-4 % p.a. | 5-8 % p.a. langfristig | 1-3 % + Steuerersparnis | 2-4 % Ausschüttung |
| Steuerliche Optimierung | AfA, Zinsen, Kosten | Günstigster Steuersatz 25 % | Erhöhte Denkmal-AfA | Beschränkt |
| Hebel (Fremdfinanzierung) | Ja, banküblich | Nein / CFD riskant | Ja | Nein |
| Liquidität | Gering (Monate bis Verkauf) | Hoch (sofort) | Gering | Mittel |
| Verwaltungsaufwand | Mittel | Gering | Hoch | Gering |
| Inflationsschutz | Hoch (Sachwert + Miete) | Mittel | Hoch | Mittel |
Wir empfehlen folgende Mindestanforderungen:
In der Metropolregion Nürnberg sind Anlegerwohnungen in Stadtteilen wie Gostenhof, Maxfeld, Gleißhammer oder Fürth-Westend bei Investoren beliebt. Wir empfehlen, den Kaufpreis anhand der Nettomietrendite zu bewerten und nicht mehr als den 25-fachen Jahresnettomiete zu zahlen. Lassen Sie die Wohnung vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen - nicht vom Vertrieb, der sie verkauft. Wir begleiten Investoren in der Metropolregion bei der unabhängigen Bewertung und Prüfung potenzieller Anlegerwohnungen.
Der Steuereffekt ist umso größer, je höher der persönliche Steuersatz. Ab einem Grenzsteuersatz von etwa 35 Prozent (zu versteuerndes Einkommen ab ca. 65.000 Euro im Jahr 2025) wird die Steuerersparnis durch AfA und Zinsabzug spürbar. Entscheidend bleibt aber die Gesamtrendite nach Steuern - eine schlechte Immobilie wird durch einen hohen Steuersatz nicht zur guten Investition. Wir empfehlen, die Nachsteuerrendite realistisch zu berechnen: Nettoertrag nach Steuern ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100.
Ja, der Wechsel von Vermietung zu Eigennutzung ist jederzeit möglich. Allerdings entfallen mit der Eigennutzung sämtliche steuerlichen Vorteile (AfA, Zinsabzug, Werbungskosten). Außerdem kann bei Verkauf innerhalb der Spekulationsfrist von zehn Jahren nach dem ursprünglichen Erwerb Einkommensteuer auf den Wertzuwachs anfallen, wenn die Wohnung nicht im Verkaufsjahr und in den beiden vorangegangenen Jahren selbst bewohnt wurde.
Beide sind Kapitalanlagen, aber die Denkmalimmobilie bietet zusätzlich die erhöhte Denkmal-AfA nach §§ 7h/7i EStG - bis zu 100 % der Sanierungskosten über 12 Jahre bei Vermietung. Dafür sind die Sanierungsauflagen (Denkmalschutzbehörde muss alle Maßnahmen genehmigen) deutlich strenger, und die Kaufpreise sind durch den steuerlichen Hebel häufig deutlich höher als bei normalen Anlegerwohnungen. Die Anlegerwohnung nutzt nur die reguläre Gebäude-AfA (2-3 % p.a.) und eignet sich für Einsteiger besser.
In der Metropolregion Nürnberg ist der Markt für Anlegerwohnungen von seriösen regionalen Anbietern einerseits und bundesweit agierenden Finanzvertrieben andererseits geprägt. Seriöse Angebote zeichnen sich durch transparente Auskunft über den Mietspiegel, nachweisbare Ist-Mieten aus bestehenden Mietverhältnissen und einen Kaufpreis aus, der sich am tatsächlichen Ertragswert orientiert. Unseriöse Finanzvertriebe hingegen kalkulieren mit unrealistisch hohen Mietprognosen, überhöhten Kaufpreisen (häufig 30-50 % über dem Marktniveau) und Provisionen, die in den Preis eingerechnet sind, ohne transparent ausgewiesen zu werden. Ein einfacher Test: Bitten Sie den Anbieter um den aktuellen Nürnberger Mietspiegel und prüfen Sie, ob die in der Renditeberechnung angesetzte Miete für die jeweilige Lage, Größe und Ausstattung der Wohnung realistisch ist. Wir empfehlen außerdem, den Kaufpreis anhand von Vergleichsobjekten auf Immobilienportalen zu überprüfen - eine erhebliche Abweichung nach oben ist immer ein Warnsignal.
In den Niedrigzinsjahren 2012 bis 2021 waren Anlegerwohnungen auch bei geringer Nettomietrendite attraktiv: Die Finanzierungskosten lagen bei 1-2 %, sodass selbst Bruttomietrenditen von 3-3,5 % einen positiven Cashflow ermöglichten. Seit dem Zinsanstieg 2022/2023 hat sich das Bild verändert: Bei Finanzierungskosten von 3,5-5 % ist eine Nettomietrendite von mindestens 3,5-4 % nötig, um zumindest einen ausgeglichenen Cashflow zu erzielen. In Nürnberger Toplagen (z. B. Altstadt, Maxvorstadt) sind diese Renditen aktuell schwer zu erzielen; in Stadtteilen mit mittlerem Preisniveau (Gleißhammer, Schweinau, Fürth-Südstadt) und bei Bestandskäufen unter Marktpreis sind sie jedoch erreichbar. Die my-home.de Marktdaten zeigen: Der Kaufpreisrückgang 2022-2024 hat die Renditelage merklich entspannt und schafft für Anleger mit ausreichend Eigenkapital wieder reale Chancen.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.
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