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Wohneigentum - Wohneigentum bezeichnet das Eigentum an einer Wohnung, die vom Eigentümer selbst zu Wohnzwecken genutzt wird. Im rechtlichen Sinne handelt es sich meist um Wohnungseigentum nach dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG), bestehend aus dem Sondereigentum an der Wohnung und einem Miteigentumsanteil am Gemeinschaftseigentum. Wohneigentum bildet für viele Haushalte den wichtigsten Baustein der privaten Vermögensbildung und Altersvorsorge - und sichert im Alter mietfreies Wohnen.
Die selbstgenutzte Immobilie bietet gegenüber der Miete mehrere finanzielle Vorteile. Nach vollständiger Tilgung der Finanzierung entfallen die monatlichen Wohnkosten bis auf die Betriebskosten und die Instandhaltung. Dieser ersparte Mietaufwand - der sogenannte Wohnvorteil - steigt mit den Jahren, da Mieten tendenziell steigen, während die Kreditrate konstant bleibt.
Zudem profitieren Eigentümer von der langfristigen Wertsteigerung ihrer Immobilie: In deutschen Großstädten sind die Immobilienpreise zwischen 2010 und 2022 um durchschnittlich 80-120 % gestiegen. Auch nach der Zinskorrektur 2022/2023 zeichnen sich Städte mit stabiler Wirtschaft - wie die Metropolregion Nürnberg - durch eine langfristig positive Wertentwicklung aus.
Steuerlich ist die Eigennutzung insofern begünstigt, als der Veräußerungsgewinn nach einer Haltefrist von 10 Jahren (bzw. bei Eigennutzung im Verkaufsjahr und den zwei vorangegangenen Jahren) komplett steuerfrei bleibt. Staatliche Förderungen - darunter das aktuelle KfW-Programm für klimafreundlichen Neubau (Programm 297/298) und das Bayerische Wohnungsbauprogramm der BayernLabo - erleichtern den Erwerb zusätzlich.
Wer Wohneigentum in einer Eigentümergemeinschaft besitzt, unterliegt den Regelungen des WEG. Der Eigentümer darf sein Sondereigentum grundsätzlich frei nutzen und gestalten, muss jedoch die Rechte der übrigen Eigentümer respektieren und die Beschlüsse der Eigentümerversammlung beachten.
Zu den Pflichten gehören:
Seit der WEG-Reform 2020 können bauliche Veränderungen (z. B. Ladeinfrastruktur für E-Autos, Barrierefreiheit, Glasfaseranschluss) mit einfacher Mehrheit beschlossen werden - die Kosten tragen allerdings nur die zustimmenden Eigentümer, sofern kein Vorteil für alle besteht. Eigentümer haben zudem einen individuellen Anspruch auf Gestattung privilegierter Maßnahmen, auch wenn die Mehrheit ablehnt.
Die Entscheidung zwischen Kaufen und Mieten hängt von mehreren Faktoren ab:
In Nürnberg liegen die Kaufpreisfaktoren je nach Stadtteil aktuell zwischen 18 (Randlagen) und 30 (Premiumlagen) - für Selbstnutzer mit langem Zeithorizont sind die meisten Stadtteile kaufenswert.
Wir empfehlen Kaufinteressenten in Nürnberg, beim Erwerb von Wohneigentum die Teilungserklärung und die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen sorgfältig zu prüfen. In älteren Wohnanlagen in Langwasser, Schweinau oder der Südstadt sind häufig größere Sanierungen des Gemeinschaftseigentums (Dach, Fassade, Heizungsanlage) absehbar, die zu erheblichen Sonderumlagen führen können.
Wir erstellen eine umfassende Kaufpreisanalyse, die neben dem Marktwert auch den Zustand des Gemeinschaftseigentums und die Höhe der Instandhaltungsrücklage berücksichtigt - so vermeiden Sie teure Überraschungen nach dem Kauf. Bei Wohnanlagen, deren Rücklagen weit unter dem empfohlenen Richtwert liegen, verhandeln wir für Sie einen entsprechenden Preisabschlag oder eine Kaufpreisrückbehaltung bis zur Klärung der Sanierungsmaßnahmen.
Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Nürnberg liegen je nach Lage und Zustand zwischen 2.500 und 5.500 Euro pro Quadratmeter. In zentralen Lagen wie St. Johannis oder dem Burgviertel werden Spitzenpreise von bis zu 6.000 Euro erzielt, während in Randlagen wie Langwasser oder Kornburg Wohnungen ab etwa 2.200 Euro pro Quadratmeter verfügbar sind. Hinzu kommen die Kaufnebenkosten: 3,5 % Grunderwerbsteuer (Bayern), ca. 1,5 % Notar- und Grundbuchkosten sowie ggf. die Maklercourtage (bis zu 3,57 % je Seite in Bayern).
Die Antwort hängt von der geplanten Nutzungsdauer ab. Als Faustregel gilt: Ab einer Haltedauer von 10 bis 15 Jahren ist der Kauf in Nürnberg in den meisten Stadtteilen wirtschaftlich vorteilhafter als die Miete, da die ersparte Miete die Finanzierungs- und Instandhaltungskosten übersteigt. Entscheidend sind der Kaufpreisfaktor (Verhältnis von Kaufpreis zu Jahresnettomiete) sowie die individuelle Eigenkapitalquote und der Finanzierungszinssatz.
Aktuell stehen in Bayern mehrere Programme zur Verfügung: Die BayernLabo bietet das Bayerische Wohnungsbauprogramm mit zinsgünstigen Darlehen für Familien mit Kindern. Die KfW fördert den energieeffizienten Neubau (Programm 297/298) und den Kauf von Bestandsimmobilien mit Sanierungsverpflichtung. Zusätzlich gewährt die Wohn-Riester-Förderung Zulagen und Steuervorteile für die Tilgung eines Immobilienkredits. Wir beraten Sie gerne, welche Förderkombination für Ihre Situation in Nürnberg optimal ist.
Neben der Kreditrate fallen folgende laufende Kosten an: monatliches Hausgeld (bei Eigentumswohnungen, i. d. R. 250-500 Euro/Monat je nach Anlagengröße und Zustand), Grundsteuer (in Nürnberg aktuell ca. 2-4 Euro/m²/Jahr bei Hebesatz 555 %), Versicherungen (bei Einfamilienhaus: Gebäudeversicherung ca. 300-700 Euro/Jahr), laufende Instandhaltung (Richtwert: 1-2 % des Gebäudewerts pro Jahr). Diese Kosten sollten bei der Kaufentscheidung realistisch einkalkuliert werden.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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