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Reihenhaus

Fachbegriff aus dem Bereich Spezialimmobilien

Reihenhaus - Ein Reihenhaus ist ein Einfamilienhaus, das in geschlossener Bauweise als Teil einer Häuserzeile errichtet wird und mit den benachbarten Häusern durch gemeinsame Trennwände verbunden ist. Man unterscheidet zwischen dem Reihenmittelhaus, das beidseitig an Nachbargebäude grenzt, und dem Reihenendhaus, das nur einseitig angebaut ist und damit eine freie Seitenwand aufweist.

Bauliche Merkmale und Typen

Reihenhäuser werden typischerweise auf schmalen, tiefen Grundstücken errichtet und zeichnen sich durch eine flächeneffiziente Grundrissgestaltung aus. Die Wohnfläche liegt bei den meisten Reihenhäusern zwischen 100 und 150 Quadratmetern, verteilt auf zwei bis drei Geschosse zuzüglich Keller oder Bodenplatte.

Das Reihenmittelhaus profitiert von der beidseitigen Anbindung an die Nachbarhäuser durch geringere Heizkosten, da weniger Außenwandfläche der Witterung ausgesetzt ist. Gleichzeitig bedeutet die eingeschränkte Belichtung - Fenster sind nur an der Vorder- und Rückfassade möglich - eine Herausforderung für die Grundrissplanung.

Das Reihenendhaus bietet durch seine freie Seitenwand zusätzliche Belichtungsmöglichkeiten und einen etwas großzügigeren Grundriss. Dafür sind die Heizkosten tendenziell höher. Reiheneckhäuser erzielen auf dem Immobilienmarkt in der Regel 5 bis 15 Prozent höhere Preise als vergleichbare Mittelhäuser.

Eine Sonderform ist das Ketthaus (auch Kettenhaus), bei dem die einzelnen Häuser durch schmale Zwischenbauten - etwa Garagen oder Eingangsbereiche - verbunden sind und so eine aufgelockerte Reihenstruktur bilden. Das Ketthaus bietet mehr Privatsphäre als das klassische Reihenhaus und wird häufig in den 1960er- und 1970er-Jahren realisierten Wohnsiedlungen gefunden. Es wird von Kaufinteressenten oft als Zwischenstufe zwischen Reihenhaus und Doppelhaus wahrgenommen.

Eigentumsverhältnisse und Rechtsform

Reihenhäuser können als Realteilung (jedes Haus steht auf einem eigenen Grundstück) oder als Wohnungseigentum nach dem WEG (die gesamte Reihe steht auf einem Gemeinschaftsgrundstück) strukturiert sein. Die Rechtsform hat erhebliche praktische Auswirkungen.

Bei Realteilung ist jeder Eigentümer allein für sein Grundstück und Gebäude verantwortlich. Gemeinsame Anlagen wie Zufahrtswege können über Grunddienstbarkeiten oder Baulastvereinbarungen geregelt sein. Bei WEG-Eigentum gelten die Bestimmungen des Wohnungseigentumsgesetzes: Es gibt eine Eigentümergemeinschaft, einen Verwalter, ein Hausgeld und Abstimmungen über das Gemeinschaftseigentum - ähnlich wie bei einer Eigentumswohnung.

Die Wahl der Rechtsform hat auch Auswirkungen auf die Finanzierung und die Altersvorsorgeplanung. Bei Realteilung mit eigener Grundstücksnummer ist die Finanzierung einfacher, weil die Grundschuld auf dem eigenen Grundstück eingetragen wird. Bei WEG-Eigentum teilen sich alle Eigentümer das Gemeinschaftsgrundstück; die Grundschuld wird auf den Miteigentumsanteil eingetragen, was bei einigen Banken besondere Bonitätsanforderungen auslöst.

Wir empfehlen Kaufinteressenten, die Teilungserklärung oder die Grundbuchkonstellation vor dem Erwerb genau zu prüfen, da die Rechtsform die spätere Entscheidungsfreiheit bei Umbaumaßnahmen und den Wiederverkaufswert beeinflusst. Ein Reihenhaus als WEG-Einheit bindet den Eigentümer stärker an Gemeinschaftsentscheidungen als ein Reihenhaus mit eigenem Grundstück.

Energetische Standards und Sanierungs­potenzial

Ältere Reihenhäuser, insbesondere aus den 1950er- bis 1980er-Jahren, entsprechen nicht mehr den aktuellen energetischen Anforderungen. Das GEG schreibt beim Eigentümerwechsel bestimmte Nachrüstpflichten vor (oberste Geschossdecke, Heizungsanlage älterer Bauart). Wer ein älteres Reihenhaus kauft, sollte daher die Sanierungskosten realistisch einkalkulieren. Andererseits bieten gut sanierte Reihenhäuser oft ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu Neubau.

Bei der Sanierung von Reihenhäusern sind die Abstimmungen mit den Nachbarn zu beachten: Fassadendämmung und Dacherneuerung greifen häufig in den Bereich der Nachbargrundstücke ein oder erfordern Abstimmung über gemeinsame Trennwände. Bei WEG-Reihenhäusern müssen solche Maßnahmen von der Eigentümerversammlung beschlossen werden.

Praxis-Tipp für Nürnberg und die Metropolregion

Reihenhäuser sind in der Metropolregion Nürnberg eine besonders gefragte Wohnform für Familien, da sie den Kompromiss zwischen Eigenheim und bezahlbarem Wohnen bieten. In Stadtteilen wie Langwasser, Eibach, Reichelsdorf und Thon sowie in den Umlandgemeinden Schwabach, Feucht und Zirndorf gibt es zahlreiche Reihenhaussiedlungen aus verschiedenen Baujahren.

Käufer sollten bei älteren Reihenhäusern aus den 1960er- bis 1980er-Jahren besonders auf den energetischen Zustand achten. Fassadendämmung, Fensteraustausch und Heizungsmodernisierung können erhebliche Investitionen erfordern, bieten aber zugleich die Chance auf deutlich niedrigere Energiekosten und staatliche Fördermittel. Mit dem Solarkataster Bayern lässt sich vorab prüfen, ob das Reihenhausdach für eine Photovoltaikanlage geeignet ist - bei südausgerichteten Reihenendhäusern oft sehr gut. Wir begleiten Sie beim Kauf eines Reihenhauses in der Region gerne von der ersten Besichtigung bis zum Notartermin.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Reihenhaus eine gute Wertanlage?

Reihenhäuser in guten Lagen mit intakter Infrastruktur haben sich in der Metropolregion Nürnberg als wertstabile Investition erwiesen. Die Preisentwicklung folgt in der Regel dem allgemeinen Immobilienmarkt, wobei Reihenendhäuser aufgrund der größeren Flexibilität und besseren Belichtung tendenziell stärker nachgefragt sind. Entscheidend für die Wertentwicklung sind Lage, Zustand und energetischer Standard.

Welche Schallschutzprobleme gibt es bei Reihenhäusern?

Die gemeinsamen Trennwände zu den Nachbarhäusern sind ein typischer Schwachpunkt beim Schallschutz. Moderne Reihenhäuser werden mit zweischaligen Trennwänden gebaut, die einen guten Schallschutz bieten. Bei älteren Häusern mit einschaligen Trennwänden kann eine nachträgliche Schalldämmung durch Vorsatzschalen die Situation deutlich verbessern. Trittschall über gemeinsame Bodenplatten ist ein weiterer Punkt, der bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden sollte.

Darf ich ein Reihenhaus nach meinen Wünschen umbauen?

Bei Realteilung sind Umbauten im Inneren grundsätzlich frei möglich, sofern die Bausubstanz (tragende Wände, gemeinsame Trennwand) nicht beeinträchtigt wird. Anbauten oder Aufstockungen erfordern eine Baugenehmigung und müssen den Festsetzungen des Bebauungsplans entsprechen. Bei WEG-Eigentum sind Änderungen am Gemeinschaftseigentum nur mit Beschluss der Eigentümerversammlung zulässig.

Was sollte ich bei der Besichtigung eines älteren Reihenhauses besonders beachten?

Neben dem allgemeinen Bauzustand sollten Sie bei älteren Reihenhäusern folgende Punkte gezielt prüfen: Zustand der Trennwände zu den Nachbarn (Risse, Durchfeuchtung), Zustand des Kellers (Feuchtigkeit, Abdichtung), Alter und Effizienz der Heizungsanlage, Zustand der Fenster und der Außendämmung sowie eventuelle Schadstoffbelastungen (Asbest in Bodenbelägen, PCB in Fugendichtmassen). Eine Begehung mit einem Bausachverständigen vor dem Kaufvertrag kann versteckte Mängel aufdecken und ist bei Immobilien über 200.000 Euro stets empfehlenswert.

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