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Anrufen - 0911 / 88 18 73 80Fachbegriff aus dem Bereich Immobilienbewertung
Preis-Leistungs-Verhältnis - Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Immobilien beschreibt die Relation zwischen dem geforderten Kaufpreis und den tatsächlich gebotenen Eigenschaften einer Immobilie - also Lage, Zustand, Größe, Ausstattung, Energieeffizienz und Ertragspotenzial. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis liegt vor, wenn die Immobilie gemessen an ihren Qualitäten unter oder auf dem Niveau vergleichbarer Objekte am Markt angeboten wird.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird anhand mehrerer Faktoren beurteilt:
Ein überdurchschnittlicher Preis rechtfertigt sich nur, wenn die Immobilie in mehreren dieser Kategorien überdurchschnittlich abschneidet. Wer für eine Immobilie in schlechter Lage und mit erheblichem Sanierungsbedarf den gleichen Preis bezahlt wie für ein gepflegtes Objekt in guter Lage, zahlt zu viel.
Der objektivste Maßstab für das Preis-Leistungs-Verhältnis ist das Vergleichswertverfahren: Dabei wird der angebotene Preis mit tatsächlichen Verkaufspreisen vergleichbarer Immobilien (Lage, Größe, Zustand, Baujahr) verglichen. Nicht Angebotspreise - die oft mit Luft nach oben kalkuliert sind -, sondern reale Transaktionspreise.
Die Gutachterausschüsse veröffentlichen regelmäßig Bodenrichtwerte und Vergleichsfaktoren, die als Orientierung dienen. In Nürnberg sind diese über das Immobilienmarktportal des Gutachterausschusses Mittelfranken abrufbar. Weicht der angebotene Preis mehr als 10-15 % nach oben ab, ohne dass besondere Qualitäten dies rechtfertigen, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis kritisch zu hinterfragen.
Preisanker-Effekte verzerren die Wahrnehmung: Ein hochpreisig angebotenes Objekt, das dann mit 10 % Nachlass verkauft wird, wirkt wie ein Schnäppchen - auch wenn der Preis nach Abzug immer noch über dem Marktdurchschnitt liegt. Wer den Markt kennt, lässt sich von solchen Ankern nicht täuschen.
Ein häufiger Fehler beim Vergleich: Käufer schauen ausschließlich auf den Quadratmeterpreis und übersehen die Gesamtkosten einschließlich Sanierungsbedarf, Nebenkosten des Kaufs und laufende Bewirtschaftungskosten. Ein vermeintliches Schnäppchen mit niedrigem Quadratmeterpreis kann durch hohen Investitionsbedarf teurer werden als ein auf den ersten Blick hochpreisiges, aber bezugsfertiges Objekt.
Eine vollständige Kostenrechnung umfasst: Kaufpreis + Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) + Sanierungskosten + laufende Instandhaltungsrücklagen. Erst dieser Gesamtbetrag, geteilt durch die Wohnfläche, ergibt den echten “Kostenpreis” je Quadratmeter.
Wir empfehlen Käufern in der Metropolregion Nürnberg, vor einer Kaufentscheidung mindestens 3-5 vergleichbare Objekte zu besichtigen und die Preise systematisch zu vergleichen. Achten Sie dabei nicht nur auf den Quadratmeterpreis, sondern auf die Gesamtkosten inklusive Sanierungsbedarf.
Ein vermeintliches Schnäppchen in Nürnberg-Schweinau mit einem Quadratmeterpreis von 2.500 Euro kann sich als teuer erweisen, wenn 80.000 Euro Sanierungskosten hinzukommen. Umgekehrt kann ein höherpreisiges Objekt in Erlenstegen oder am Tiergarten langfristig günstiger sein, wenn es bezugsfertig und energetisch auf aktuellem Stand ist.
Wir erstellen für unsere Kunden auf Wunsch eine Marktvergleichsanalyse, die zeigt, wie sich ein konkretes Angebot im Vergleich zu tatsächlich erzielten Kaufpreisen ähnlicher Objekte in der Region verhält - als sachliche Grundlage für Ihre Kaufentscheidung und Preisverhandlung.
Vergleichen Sie den angebotenen Preis mit den Bodenrichtwerten des Gutachterausschusses und mit tatsächlichen Verkaufspreisen ähnlicher Objekte (z. B. über Marktberichte der Sparkasse oder des IVD). Ziehen Sie vom Angebotspreis den geschätzten Sanierungsbedarf ab und vergleichen Sie den bereinigten Preis pro Quadratmeter. Liegt er im Bereich oder unter dem Marktdurchschnitt für die jeweilige Lage und Qualität, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis attraktiv.
Nein. Ein niedriger Quadratmeterpreis kann auf versteckte Mängel hinweisen: schlechte Bausubstanz, hoher Sanierungsbedarf, ungünstige Lage, Altlasten, eingeschränkte Nutzbarkeit (z. B. Denkmalschutz) oder belastende Dienstbarkeiten. Prüfen Sie immer, warum der Preis unter dem Marktdurchschnitt liegt. Bei Abweichungen von mehr als 20 % nach unten ist besondere Vorsicht geboten - hier empfehlen wir eine Begutachtung durch einen Bausachverständigen vor dem Kauf.
Eine zunehmend große. Seit der GEG-Novelle und steigender Energiepreise haben Objekte mit schlechter Energieeffizienz (Klasse F-H) deutliche Preisabschläge gegenüber vergleichbaren, energetisch sanierten Objekten - in Nürnberg liegen diese Abschläge aktuell bei 10-20 %. Käufer müssen die Kosten für eine energetische Sanierung (Dämmung, Heizungstausch, Fenster) einkalkulieren. Umgekehrt rechtfertigt ein Effizienzhaus-Standard (KfW 70 oder besser) einen Aufpreis, da die laufenden Energiekosten deutlich niedriger sind und keine teure Sanierungspflicht droht.
Erfolgreiche Preisverhandlungen basieren auf Marktkenntnis und Sachargumenten: Kennen Sie die vergleichbaren Transaktionspreise, haben Sie einen Bausachverständigen zur Besichtigung mitgebracht und können Sie konkrete Sanierungskosten beziffern, verhandeln Sie auf Augenhöhe. Emotionale Argumente (“ich habe mich so an das Haus gewöhnt”) überzeugen Verkäufer selten. Konkrete Kosten mit Handwerkerangeboten dagegen schon. Wir unterstützen unsere Kaufkunden bei der Einschätzung des angemessenen Kaufpreises und führen Preisverhandlungen professionell in ihrem Namen.
In der Metropolregion Nürnberg hat sich das Preis-Leistungs-Verhältnis nach dem Zinsanstieg 2022-2023 spürbar verbessert: Kaufpreise haben sich in vielen Segmenten von ihren Höchstständen (2021/2022) um 10-20 % ermäßigt, während die Mieten weiter gestiegen sind. Das bedeutet: Die Anfangsrenditen für Anlageimmobilien liegen 2026 wieder in einem Bereich (2,5-4 % netto), der langfristige Investitionen attraktiver macht als in der Niedrigzinsphase. Für Eigennutzer hat sich die Erschwinglichkeit durch gesunkene Kaufpreise bei gleichzeitig gestiegenen Finanzierungskosten per Saldo wenig verändert.
Besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten aktuell Bestandswohnungen in aufstrebenden Stadtteilen wie Lichtenhof, St. Leonhard oder Schoppershof - Lagen, die infrastrukturell gut erschlossen sind und von der weiteren Stadtentwicklung profitieren, aber noch keine Premiumpreise aufweisen. Wir analysieren für Kaufinteressenten regelmäßig die Transaktionspreise aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses Nürnberg und können einschätzen, ob ein konkretes Angebot im aktuellen Marktumfeld fair bewertet ist.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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