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Quadratmeterpreis

Fachbegriff aus dem Bereich Immobilienbewertung

Quadratmeterpreis - Der Quadratmeterpreis gibt den Kauf- oder Mietpreis pro Quadratmeter Wohnfläche einer Immobilie an. Er ist die wichtigste Vergleichskennzahl am Immobilienmarkt und ermöglicht es, Objekte unterschiedlicher Größe und Ausstattung miteinander zu vergleichen.

Was den Quadratmeterpreis bestimmt

Der Quadratmeterpreis ergibt sich aus dem Gesamtpreis einer Immobilie geteilt durch die Wohnfläche in Quadratmetern. Dabei wird zwischen dem Kaufpreis pro Quadratmeter und dem Mietpreis pro Quadratmeter unterschieden. Beim Kauf drückt der Quadratmeterpreis aus, welchen Betrag ein Käufer für jeden Quadratmeter Wohnfläche zahlt. Bei der Miete bezieht sich der Wert auf die monatliche Kaltmiete je Quadratmeter.

Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Höhe des Quadratmeterpreises. Die Lage ist der mit Abstand wichtigste Faktor: Zentrale Stadtlagen, gute Infrastrukturanbindung und ein attraktives Wohnumfeld treiben den Preis nach oben. Der bauliche Zustand spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Sanierte Altbauten oder Neubauten erzielen deutlich höhere Quadratmeterpreise als unsanierte Bestandsimmobilien. Weitere Einflussfaktoren sind die Ausstattungsqualität, die Etage bei Wohnungen (obere Geschosse mit Aufzug sind wertvoller), das Baujahr, die Energieeffizienz, Balkon oder Terrasse sowie die Ausrichtung der Wohnräume.

Auch die Grundrisseffizienz beeinflusst den Quadratmeterpreis. Gut geschnittene Wohnungen mit wenig Verkehrsfläche erzielen höhere Preise pro Quadratmeter als Grundrisse mit langen Fluren oder ungünstigen Raumzuschnitten. Bei der Wohnflächenberechnung ist zudem wichtig, welche Berechnungsgrundlage verwendet wird. Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) und die DIN 277 führen zu unterschiedlichen Ergebnissen, was den ausgewiesenen Quadratmeterpreis beeinflusst.

Kauf- und Mietpreise im Vergleich

Der Quadratmeterpreis lässt sich sowohl als Kaufpreis als auch als Mietpreis darstellen. Das Verhältnis beider Werte zueinander, der sogenannte Kaufpreisfaktor oder Vervielfältiger, gibt Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit einer Immobilie als Kapitalanlage. Liegt der Kaufpreis beispielsweise beim 25-Fachen der Jahreskaltmiete, spricht man von einem Kaufpreisfaktor von 25. Niedrige Faktoren deuten auf eine vergleichsweise günstige Kaufgelegenheit hin, hohe Faktoren auf eine eher teure Bewertung. In wachsenden Städten liegen die Faktoren häufig über 25, in ländlichen Regionen deutlich darunter.

Für Kapitalanleger ist das Verhältnis zwischen Kauf- und Mietpreis ein zentrales Entscheidungskriterium. Der Bruttomietrendite (Jahreskaltmiete geteilt durch Kaufpreis, in Prozent) kommt dabei besondere Bedeutung zu: Eine Bruttomietrendite von 3 % entspricht einem Kaufpreisfaktor von rund 33. In Metropolregionen mit stark gestiegenen Kaufpreisen sind Renditen von 3 bis 4 % häufig die Norm; in B- und C-Lagen sowie im ländlichen Raum lassen sich noch 4 bis 6 % erzielen. Diese Spreizung zwischen Lagequalität und Rendite ist ein strukturelles Merkmal des deutschen Wohnimmobilienmarkts.

Wohnflächenberechnung und ihre Tücken

Ein häufig übersehener Aspekt beim Quadratmeterpreis ist die korrekte Wohnflächenermittlung. Je nachdem, welche Norm angewendet wird, können die ausgewiesenen Quadratmeterzahlen erheblich voneinander abweichen. Nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV) werden Balkone, Loggien und Terrassen nur zu 25 bis 50 Prozent angerechnet; Kellerräume und Garagen zählen gar nicht zur Wohnfläche. Nach DIN 277, die häufig im gewerblichen Bereich angewendet wird, werden größere Flächen einbezogen, was die ausgewiesene Quadratmeterzahl erhöht und den Quadratmeterpreis rechnerisch senkt. Käufer sollten daher immer hinterfragen, auf welcher Berechnungsgrundlage die Angaben im Exposé beruhen, und im Zweifelsfall eine Nachmessung beauftragen.

Praxis-Tipp für Nürnberg und Franken

In der Metropolregion Nürnberg variieren die Quadratmeterpreise je nach Stadtteil und Lage erheblich. In gefragten Vierteln wie St. Johannis, Gostenhof, dem Frankenviertel oder der Altstadt liegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen spürbar über dem städtischen Durchschnitt. Randlagen und das Umland, etwa Schwabach, Lauf an der Pegnitz oder Wendelstein, bieten dagegen oft noch ein deutlich günstigeres Preisniveau - mit dem Vorteil einer guten S-Bahn-Anbindung und ruhigerem Wohnumfeld.

Wir empfehlen Käufern und Verkäufern, den Quadratmeterpreis immer im Kontext vergleichbarer Objekte in derselben Mikrolage zu betrachten. Der Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses der Stadt Nürnberg liefert dafür verlässliche Referenzwerte auf Basis tatsächlicher Kaufabschlüsse. Zudem unterscheidet der Bericht nach Baujahresklassen, Wohnungsgrößen und Ausstattungsmerkmalen, was einen differenzierten Vergleich ermöglicht. Gerne unterstützen wir Sie bei einer realistischen Preiseinschätzung für Ihre Immobilie - auf Basis dieser offiziellen Daten, nicht auf Basis von Angebotsportalen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Immobilien, deren angegebener Quadratmeterpreis deutlich unter dem Marktdurchschnitt liegt. Zwar kann ein günstiger Preis auf eine echte Schnäppchengelegenheit hindeuten, häufiger jedoch verbirgt sich dahinter ein Sanierungsstau, eine ungünstige Lage, rechtliche Probleme oder eine zu groß angegebene Wohnfläche. Eine professionelle Bewertung vor dem Kauf schützt vor kostspieligen Fehlentscheidungen.

Häufige Fragen zum Quadratmeterpreis

Wie berechne ich den Quadratmeterpreis meiner Immobilie?

Teilen Sie den Gesamtkaufpreis durch die Wohnfläche in Quadratmetern. Achten Sie dabei darauf, welche Flächen in die Berechnung einfließen. Balkone, Terrassen und Kellerräume werden nach der Wohnflächenverordnung nur anteilig angerechnet. Für eine belastbare Einschätzung sollten Sie den errechneten Wert mit vergleichbaren Objekten in derselben Lage abgleichen. Wir helfen Ihnen gerne bei der Einordnung.

Warum unterscheiden sich Quadratmeterpreise innerhalb einer Stadt so stark?

Die Mikrolage hat enormen Einfluss auf den Quadratmeterpreis. Bereits wenige Straßenzüge Unterschied können in Nürnberg zu erheblichen Preisdifferenzen führen. Faktoren wie Straßenlärm, Grünflächen in der Nähe, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und die ÖPNV-Anbindung wirken sich direkt auf die Nachfrage und damit auf den Preis aus. Auch das Image eines Stadtteils und seine Entwicklungsdynamik spielen eine wichtige Rolle.

Sind Online-Quadratmeterpreise zuverlässig?

Online-Portale bieten einen ersten Anhaltspunkt, basieren aber meist auf Angebotspreisen und nicht auf tatsächlich erzielten Kaufpreisen. Die realen Transaktionspreise können davon deutlich abweichen, sowohl nach oben als auch nach unten. Für eine fundierte Bewertung empfehlen wir, die Daten des Gutachterausschusses heranzuziehen oder eine professionelle Marktpreiseinschätzung erstellen zu lassen. Wir bieten unseren Kunden in der Metropolregion Nürnberg diese Einschätzung gerne an.

Warum ist der Quadratmeterpreis kleiner Wohnungen oft höher?

Kleinere Wohnungen erzielen in der Regel höhere Quadratmeterpreise als größere Wohnungen in vergleichbarer Lage. Das liegt an der höheren Nachfrage durch Singles und Paare sowie an der Tatsache, dass die fixen Kostenanteile (Küche, Bad, Flur) auf weniger Quadratmeter verteilt werden müssen. Für Kapitalanleger sind Kleinstwohnungen daher renditeträchtig, allerdings auch mit höherer Fluktuation und damit verbundenen Leerstandsrisiken verbunden.

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Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.

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