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Anrufen - 0911 / 88 18 73 80Fachbegriff aus dem Bereich Bautechnik & Sanierung
Dachkante bezeichnet im Bauwesen die Abschlusskante eines Dachs an seinen Längs- und Stirnseiten, also die Linie, an der das Dach endet und der freie Abfall von Regenwasser beginnt. Je nach Dachform und Konstruktion unterscheidet man Traufkante (untere horizontale Kante, wo die Dachrinne sitzt), Firstkante (obere Giebelkante), Ortgangkante (seitlicher Abschluss am Giebel) und Attikaabschluss (bei Flachdächern). Eine korrekt ausgeführte und gepflegte Dachkante ist entscheidend für die Wasserdichtigkeit und den baulichen Schutz der Außenwände.
Die Ausführung der Dachkante hängt von der Dachform und den verwendeten Materialien ab. Bei geneigten Dächern mit Dachziegel oder -pfannen wird die Traufkante durch die Dachlatte, Traufbohle und Dachrinne gebildet; die Ortgangkante erhält einen besonderen Ortgangziegel oder eine Blechverkleidung aus Kupfer, Aluminium oder verzinktem Stahl. Flachdächer erhalten an den Kanten eine Attikaabdeckung aus Blech oder Beton, die Niederschlagswasser sicher ableitet und verhindert, dass Wind die Dachbahn abheben kann. Alle Übergänge an der Dachkante sind kritische Abdichtungspunkte.
Die Wahl des Materials für Blechabdeckungen hat erhebliche Auswirkungen auf die Lebensdauer und den Wartungsaufwand:
Die Dachkante ist besonders witterungsexponiert und deshalb schadensanfällig. Typische Probleme: Risse oder Ablösungen in der Blechverkleidung der Ortgangkante, Frostschäden an Betonkanten, verrottende Holzunterlagen bei Traufbohlen und verstopfte oder abgehängte Dachrinnen. Schadhafte Kanten ermöglichen Wassereintritte, die Fassade, Mauerwerk und Dämmung schädigen.
Besondere Gefahr geht von eindringendem Wasser an beschädigten Dachkanten aus: Das Wasser zieht in die Wärmedämmung, fördert Schimmelbildung und kann bei längerem Bestand zu Holzfäule in der Dachkonstruktion führen. Regelmäßige Sichtprüfung - am besten jährlich im Herbst und nach starken Stürmen - und zeitnahe Instandsetzung schützen das gesamte Gebäude. Die Kosten einer präventiven Kanten-Inspektion und kleinerer Reparaturen sind minimal im Vergleich zu den Folgeschäden, die durch nicht erkannte Undichtigkeiten entstehen.
Im Bebauungsplan wird die Dachkantenhöhe (Traufhöhe) häufig als verbindliches Maß festgesetzt. Sie definiert die maximal zulässige Höhe der Traufkante über dem Erdgeschossfußboden oder über der natürlichen Geländeoberfläche. Dies ist vor allem beim Dachgeschossausbau, bei Dachaufstockungen und beim Neubau relevant.
In Nürnberg und vielen fränkischen Gemeinden sind Traufhöhen in überlieferten Ortskernen besonders streng geregelt, um das Ortsbild zu schützen. Wer eine Dachaufstockung oder eine Veränderung der Dachform plant, muss die zulässige Traufhöhe aus dem Bebauungsplan oder, falls kein Bebauungsplan vorhanden, aus dem Gebot der Einfügung in die Umgebungsbebauung (§ 34 BauGB) ableiten. Auch eine geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach kann die effektive Traufhöhe verändern und damit genehmigungspflichtig werden.
Aus energetischer Sicht ist die Dachkante ein kritischer Wärmebrückenpunkt. An der Traufe trifft die Dachdämmung auf die Außenwanddämmung; ist dieser Übergang nicht sorgfältig geplant und ausgeführt, entstehen Wärmebrücken, die zu Wärmeverlusten und im schlimmsten Fall zu Kondensatschäden führen. Bei der Dachsanierung sollte daher immer auch die Anschlussdetailplanung an der Traufe überprüft und ggf. optimiert werden.
In Franken sorgt das Zusammenspiel aus Frost, Schnee und den häufig steilen Dächern des fränkischen Baustils für erhöhte Belastungen an Dachkanten. Wir empfehlen Eigentümern, die Blechverkleidungen an Ortgang und Traufe sowie die Dachrinnenhalter nach jedem harten Winter inspizieren zu lassen. Im Nürnberger Altbaubestand sind zudem oft bleiverschwerter Ortgang-Mörtel und veraltete Zinkrinnen anzutreffen, die bei Gelegenheitssanierungen modernisiert werden sollten.
Besonders bei Mehrfamilienhäusern empfehlen wir, die regelmäßige Dachkantenprüfung in die Wartungsplanung der Hausverwaltung aufzunehmen - nicht als optionale Aufgabe, sondern als jährliche Pflicht. So vermeiden Sie teure Wasserschäden an Fassade und Decke, die bei verspäteter Entdeckung deutlich teurer zu beheben sind.
Die Traufkante ist die untere horizontale Dachkante, an der das Regenwasser in die Dachrinne abfließt. Die Ortgangkante ist der seitliche Abschluss des Dachs am Giebel, parallel zur Dachneigung. Beide Kanten benötigen unterschiedliche Abdichtungs- und Verkleidungsmaßnahmen.
In der Regel nicht, wenn nur die bestehende Dachkante instand gesetzt wird (gleiches Material, gleiche Form). Veränderungen der Dachform, der Traufhöhe oder der Kubatur können jedoch genehmigungspflichtig sein. Im Zweifel immer beim zuständigen Bauordnungsamt (in Nürnberg: Bauratsamt) nachfragen.
Kupferblech ist sehr langlebig (80-100 Jahre), optisch ansprechend und pflegeleicht. Aluminium und Titanzink bieten ebenfalls lange Standzeiten (40-60 Jahre). Verzinkter Stahl ist günstiger, hat aber eine geringere Lebensdauer. Kunststoffprofile sind für untergeordnete Bereiche geeignet, aber weniger beständig gegen UV-Strahlung.
Das ist stark von Art und Umfang des Schadens abhängig. Eine einfache Dachrinnenreparatur (Halter erneuern, Lötstelle abdichten) kostet 100-300 €. Ein kompletter Austausch einer Ortgangblechverkleidung am Giebel liegt je nach Länge und Material bei 500-2.000 €. Eine vollständige Erneuerung von Rinnen und Fallrohren an einem Mehrfamilienhaus kann 5.000-15.000 € kosten. Wir empfehlen, bei der Planung einer Dachsanierung immer auch den Zustand der Dachkanten und Entwässerungsanlagen beurteilen zu lassen.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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