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Die Immobilienfinanzierung umfasst alle Maßnahmen und Instrumente, mit denen der Erwerb, der Bau oder die Sanierung einer Immobilie finanziell gesichert wird - in der Regel durch eine Kombination aus Eigenkapital und Fremdkapital. Das Fremdkapital wird typischerweise als grundpfandrechtlich gesichertes Bankdarlehen (Hypotheken- oder Grundschulddarlehen) aufgenommen. Eine solide Finanzierungsstruktur ist Voraussetzung für eine erfolgreiche und nachhaltig belastbare Immobilieninvestition.
Eine klassische Immobilienfinanzierung besteht aus mehreren Bausteinen: Das Eigenkapital (mindestens 20-30 % empfohlen) deckt einen Teil des Kaufpreises sowie die Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler). Das Annuitätendarlehen als Bankkredit bildet den Kern; es wird durch Grundschuld besichert und über monatliche gleich bleibende Raten aus Zins und Tilgung zurückgezahlt. Ergänzend können KfW-Förderdarlehen (z. B. für energieeffizientes Bauen oder Sanieren) und Bausparverträge eingesetzt werden. Für einkommensschwächere Käufer existieren in Bayern das Bayerische Wohnungsbauförderprogramm und das Baukindergeld auf Bundesebene.
Beim Aufbau einer soliden Finanzierungsstruktur ist die Finanzierungshierarchie entscheidend: Zuerst das günstigste Eigenkapital einsetzen, dann Förderdarlehen (KfW, BayernLabo) zu Vorzugskonditionen nutzen, und erst danach Bankdarlehen zu Marktkonditionen aufnehmen. Diese Reihenfolge minimiert die Gesamtfinanzierungskosten.
Als Faustregel gilt: Die monatliche Darlehensrate sollte 35-40 % des Nettohaushaltseinkommens nicht überschreiten. Wer diese Grenze überschreitet, gefährdet seine finanzielle Stabilität bei Einkommensveränderungen oder Zinsanpassungen. Zum Risikomanagement gehört: ausreichendes Eigenkapital einbringen, Sondertilgungsrechte vereinbaren, auf eine sinnvolle Zinsbindungsdauer achten und eine Restschuldversicherung oder Risikolebensversicherung abschließen. Eine Reserve für unvorhergesehene Ausgaben (Reparaturen, Leerstand bei Mietobjekten) sollte stets eingeplant werden.
Besondere Aufmerksamkeit verdient das Anschlussfinanzierungsrisiko: Nach Ablauf der Zinsbindung muss das verbleibende Darlehen zu den dann gültigen Konditionen prolongiert werden. Bei langfristig hohem Zinsniveau kann die Rate erheblich steigen. Eine ausreichend hohe Tilgung während der Zinsbindungsphase reduziert die Restschuld und damit das Risiko bei der Anschlussfinanzierung.
Neben klassischen Bankdarlehen existiert eine Vielzahl staatlicher Förderprogramme: Die KfW bietet zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse für Neubauten im Niedrigenergiehausstandard sowie für energetische Sanierungen. Das BAFA fördert den Einsatz erneuerbarer Energien in Bestandsgebäuden. Der Freistaat Bayern unterstützt über die BayernLabo Eigenheimkäufer mit einkommensabhängigen Förderdarlehen. Wer alle Förderangebote kombiniert, kann die Finanzierungskosten erheblich senken.
Wichtig: Viele Förderprogramme müssen vor Baubeginn oder Kaufvertrag beantragt werden. Eine nachträgliche Beantragung ist in der Regel ausgeschlossen. Daher empfehlen wir, die Förderprüfung frühzeitig - idealerweise noch vor der Suche nach dem konkreten Objekt - durchzuführen.
In der Metropolregion Nürnberg sind die Kaufpreise für Wohnimmobilien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Wir empfehlen unseren Kunden, die Finanzierung bereits vor der Besichtigung zu strukturieren und eine Finanzierungsbestätigung einer Bank oder eines Finanzierungsvermittlers einzuholen. Dadurch können sie beim Verkäufer als ernsthafter, kaufbereiter Interessent auftreten - ein entscheidender Vorteil in einem wettbewerbsintensiven Markt.
Nürnberg bietet als wirtschaftsstarke Metropole gute Voraussetzungen für eine stabile Immobilienwertenwicklung. Wer langfristig plant, profitiert vom stabilen Mietmarkt und der Nachfrage durch die Universität, das Klinikum und die Hightech-Industrie in der Region. Sprechen Sie uns an: Wir arbeiten mit bewährten Finanzierungspartnern in der Region zusammen und unterstützen unsere Kunden von der Finanzierungsprüfung bis zum Notartermin.
Die Wahl der richtigen Zinsbindungsdauer ist eine der strategisch wichtigsten Entscheidungen bei der Immobilienfinanzierung. Kurze Zinsbindungen (5-10 Jahre) bieten in der Regel günstigere Konditionen, erzeugen aber ein höheres Zinsänderungsrisiko bei der Anschlussfinanzierung. Lange Zinsbindungen (15-20 Jahre) sichern Planungssicherheit, kosten aber einen Zinsaufschlag.
In Zeiten eines historisch niedrigen Zinsniveaus empfehlen viele Finanzierungsberater eine lange Zinsbindung, um günstige Konditionen langfristig festzuschreiben. Befinden sich die Zinsen dagegen auf hohem Niveau, kann eine kürzere Bindung sinnvoll sein, wenn mittelfristig wieder sinkende Zinsen zu erwarten sind. Für die meisten Eigennutzer mit langfristigem Zeithorizont gilt: Planungssicherheit ist es wert, einen leichten Zinsaufschlag zu zahlen.
Eine wichtige Option ist das Forward-Darlehen: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung lässt sich ein Anschlussdarlehen zu heute vereinbarten Konditionen reservieren. Der Aufpreis gegenüber dem Sofortzins ist überschaubar, schützt aber zuverlässig vor einem deutlich höheren Zinsniveau zum Ablaufzeitpunkt.
Ein häufig unterschätzter Posten sind die Kosten der Finanzierung selbst. Neben dem Nominalzins fällt beim Annuitätendarlehen der effektive Jahreszins an, der Bearbeitungsgebühren, Schätzkosten und Kontoführungsgebühren einschließt. Darüber hinaus entstehen beim Grundschuldeintrag Notarkosten und Grundbuchgebühren (zusammen ca. 0,5-1 % der Darlehenssumme), die zusätzlich zum Nominalzins einzukalkulieren sind.
Für Kapitalanleger ist zudem relevant: Bereitstellungszinsen, die Banken erheben, wenn das Darlehen nicht sofort vollständig abgerufen wird (typisch beim Neubau), können die effektiven Finanzierungskosten merklich erhöhen. Eine sorgfältige Abstimmung des Abrufplans mit dem Baufortschritt spart hier bares Geld.
Empfohlen werden mindestens 20-30 % des Kaufpreises als Eigenkapital, zuzüglich der Kaufnebenkosten (in Bayern ca. 10-12 % des Kaufpreises). Eine 100-%-Finanzierung ist möglich, aber teuer und riskant.
Der Tilgungssatz gibt an, welcher Prozentsatz der Darlehenssumme jährlich getilgt wird. Bei 2 % Tilgung und 3 % Zinsen dauert die vollständige Tilgung etwa 30 Jahre. Höhere Tilgungsraten verkürzen die Laufzeit und sparen erheblich an Zinsen.
Bei selbst genutzten Immobilien ist dies nicht möglich. Bei Kapitalanlage-Immobilien (vermietete Objekte) können Darlehenszinsen vollständig als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgesetzt werden.
Bei drohenden Zahlungsschwierigkeiten sollte sofort das Gespräch mit der finanzierenden Bank gesucht werden. Mögliche Lösungen sind Tilgungsaussetzung, Ratenstundung oder eine vorübergehende Reduzierung der Rate. Im schlimmsten Fall droht die Zwangsvollstreckung; frühzeitiges Handeln schützt vor diesem Szenario. Eine Restschuldversicherung kann im Todesfall oder bei Berufsunfähigkeit einspringen.
Ein unabhängiger Finanzierungsvermittler (z. B. Interhyp, Dr. Klein) vergleicht Angebote von 30-100 Banken und findet häufig bessere Konditionen als der Direktweg. Die Vermittlungsgebühr trägt die Bank, nicht der Kunde. Empfehlenswert ist es, das beste Vermittlerangebot dennoch mit dem Angebot der Hausbank zu vergleichen - manchmal honoriert die eigene Bank eine langjährige Geschäftsbeziehung mit attraktiveren Konditionen.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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