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Freianlagen

Fachbegriff aus dem Bereich Bautechnik & Sanierung

Freianlagen sind alle nicht überbauten, im Freien liegenden Außenanlagen eines Grundstücks, die gestalterisch, funktional oder ökologisch genutzt werden. Dazu gehören Gärten, Terrassen, Wege, Stellplätze, Grünflächen, Einfriedungen, Spielplätze und Entwässerungsanlagen. Im Bauwesen werden Freianlagen als eigenständige Planungsleistung behandelt - sie sind in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) als gesonderte Leistungsphase ausgewiesen und haben erheblichen Einfluss auf den Wert und die Nutzungsqualität einer Immobilie.

Freianlagen in der Baukostenplanung

In Baukostenermittlungen nach DIN 276 werden Freianlagen in der Kostengruppe 500 (KG 500) erfasst. Sie umfassen:

  • KG 510: Erdbau (Abgrabungen, Aufschüttungen, Geländemodellierung)
  • KG 520: Befestigte Flächen (Wege, Terrassen, Einfahrten, Parkplätze)
  • KG 530: Baukonstruktionen in Außenanlagen (Mauern, Zäune, Pergolen, Carports)
  • KG 540: Technische Anlagen in Außenanlagen (Bewässerung, Außenbeleuchtung)
  • KG 550: Pflanzen (Rasen, Hecken, Bäume, Stauden)
  • KG 560: Wasserflächen (Teiche, Pools, Brunnen)

Diese Kostengruppen sind bei der Planung und bei der Bewertung von Neubau- oder Sanierungsvorhaben wichtig, da sie typischerweise fünf bis fünfzehn Prozent der Gesamtbaukosten ausmachen.

Freianlagen und Immobilienwert

Hochwertig gestaltete Freianlagen steigern den Verkehrswert einer Immobilie erheblich. Gut angelegte Gärten, gepflegte Außenanlagen und durchdachte Stellplatzsituationen sind häufig kaufentscheidend. Bei der Immobilienbewertung fließen Freianlagen über den Sachwertansatz in die Bewertung ein: Kosten minus Alterswertminderung. Vernachlässigte oder beschädigte Freianlagen (z. B. abgebrochene Stützmauern, Wassereinbrüche in Tiefgaragen) können hingegen erhebliche Wertminderungen verursachen.

Freianlagen und Nachhaltigkeit

Angesichts des Klimawandels gewinnen Freianlagen eine neue ökologische Dimension. Versiegelte Flächen verstärken den städtischen Hitzeinseleffekt und erschweren die Regenwasserversickerung. Viele Kommunen - darunter auch Nürnberg - setzen daher in Bebauungsplänen Mindestgrünanteile und Entsiegelungsverpflichtungen durch. Wer seine Freianlagen entsiegelt und begrünt, profitiert von:

  • Förderprogrammen des Freistaats Bayern und der Kommunen
  • Reduzierung der Niederschlagswassergebühr (wird in manchen Gemeinden nach Versiegelungsgrad berechnet)
  • Wertsteigerung der Immobilie durch ansprechende Außengestaltung
  • Verbesserung des Kleinklimas rund ums Haus

Schwammgärten, extensive Begrünung, Regenwassernutzung und naturnahe Gestaltung sind Themen, die bei Neubau und Sanierung zunehmend Beachtung finden.

Freianlagen und Baugenehmigung in Bayern

Nicht alle Freianlagen sind genehmigungsfrei. In Bayern regelt die BayBO, welche Außenanlagen ohne Genehmigung errichtet werden dürfen:

  • Zäune bis zu einer Höhe von 2 Metern im Innenbereich: genehmigungsfrei
  • Terrassen auf Geländeniveau ohne Überdachung: in der Regel genehmigungsfrei
  • Stützmauern: genehmigungsfrei bis 3 Meter Höhe in bestimmten Bereichen
  • Swimmingpools bis 100 m³ Inhalt: genehmigungsfrei, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind
  • Carports und Kleingaragen bis 75 m³ Bruttorauminhalt: genehmigungsfrei unter bestimmten Voraussetzungen

Größere Anlagen, Tiefgaragen und Anlagen in sensiblen Lagen (Denkmalbereich, Überschwemmungsgebiet) erfordern in der Regel eine Baugenehmigung oder zumindest eine Voranfrage.

Praxis-Tipp für Eigentümer in Nürnberg und Franken

In Nürnberg sind private Grünflächen aufgrund des urbanen Drucks besonders wertvoll. Vor einem Verkauf lohnt es sich, in die optische Aufwertung der Freianlagen zu investieren: frisch gemähter Rasen, reparierte Wegebeläge und aufgeräumte Terrassen steigern den ersten Eindruck erheblich. Wir empfehlen unseren Verkäufern regelmäßig ein professionelles Homestaging der Außenanlagen - oft genügen verhältnismäßig geringe Kosten, um einen deutlich höheren Verkaufserlös zu erzielen. In Stadtteilen wie Gostenhof oder dem südlichen Wöhrd, wo Hinterhöfe oft versiegelt sind, empfehlen wir auch die Beantragung von Entsiegelungsförderungen vor dem Verkauf - das macht die Immobilie attraktiver und erhöht den erzielbaren Preis.

Häufig gestellte Fragen

Werden Freianlagen bei der Wohnflächenberechnung berücksichtigt?

Terrassen und Balkone werden nach WoFlV zu 25 bis 50 Prozent auf die Wohnfläche angerechnet. Alle anderen Freianlagen (Garten, Wege, Stellplätze) gehen nicht in die Wohnfläche ein, können aber als zusätzliche wertbestimmende Merkmale im Exposé hervorgehoben werden.

Wer ist für die Freianlagen bei einer Eigentumswohnanlage zuständig?

Freianlagen in Wohnanlagen (Gemeinschaftsgarten, Wege, Parkplätze) gehören in der Regel zum Gemeinschaftseigentum und werden von der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) verwaltet. Kosten für Pflege und Instandhaltung werden über das Hausgeld finanziert.

Brauche ich eine Baugenehmigung für Freianlagen?

Das hängt von Art und Größe der Anlage ab. In Bayern sind kleinere Freianlagen wie Zäune bis zu bestimmten Höhen, Terrassen auf Geländeniveau oder Gartengerätehütten bis zu einer Grundfläche von zehn Quadratmetern in der Regel genehmigungsfrei (Art. 57 BayBO). Größere Stützmauern, Pools und Tiefgaragen erfordern jedoch eine Baugenehmigung.

Können Freianlagen steuerlich geltend gemacht werden?

Bei vermieteten Immobilien können die Kosten für Anlage und Pflege der Freianlagen als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden, soweit sie dem Vermietungsobjekt zuzurechnen sind. Auch handwerkliche Leistungen im Gartenbereich können von Privatpersonen mit 20 % der Lohnkosten steuerlich geltend gemacht werden (Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen, § 35a EStG).

Freianlagen und Barrierefreiheit

Im Zuge des demographischen Wandels gewinnen barrierefrei gestaltete Freianlagen an Bedeutung. Stufenfreie Zugänge, taktile Leitstreifen, ausreichend breite Wege und gut beleuchtete Außenanlagen sind Merkmale, die Immobilien für ältere und mobilitätseingeschränkte Bewohner attraktiv machen und ihren Marktwert steigern. In Bayern können Maßnahmen zur Barrierereduzierung über Programme des Freistaats gefördert werden; auch die KfW bietet im Rahmen des Programms „Altersgerecht Umbauen” Zuschüsse und Darlehen für entsprechende Umbauten in den Außenanlagen. Gerade in Nürnberg, wo der Anteil älterer Bevölkerung überdurchschnittlich wächst, ist barrierearme Außenraumgestaltung ein zunehmend kaufentscheidendes Kriterium.

Welche Freianlage-Maßnahmen steigern den Verkaufswert am meisten?

Nach unserer Marktbeobachtung in der Metropolregion Nürnberg haben folgende Maßnahmen die höchste Wertwirkung: erstens der Zustand des Hauptzugangs (gepflegter Eingangsbereich, saubere Haustürsituation, intakte Briefkastenanlage), zweitens eine funktionstüchtige und optisch ansprechende Terrasse oder ein Gartenbereich, drittens ausreichend Stellplätze in gutem Zustand. Schwimmbäder und aufwendige Gartenanlagen erhöhen den Subjektivwert, werden bei der Wertermittlung jedoch zurückhaltend bewertet, da ihre Pflege- und Instandhaltungskosten den Nutzen für viele Käufer relativieren. Einfache, pflegeleichte Freianlagen mit hochwertiger Materialqualität erzielen im Verkauf oft bessere Ergebnisse als spektakuläre, aber wartungsintensive Anlagen.

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