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Co-Investment

Fachbegriff aus dem Bereich Allgemein

Co-Investment - Ein Co-Investment ist die gemeinsame Kapitalanlage mehrerer Investoren in ein Immobilienprojekt oder -objekt. Die Beteiligten teilen sich Eigenkapital, Risiko und Erträge nach einem vertraglich festgelegten Schlüssel. Co-Investments werden über verschiedene Rechtsformen realisiert - GbR, GmbH & Co. KG, geschlossene Fonds oder Joint Ventures. Sie ermöglichen den Zugang zu größeren Objekten und eine bessere Risikostreuung als Einzelinvestments.

Formen des Co-Investments

  • Joint Venture: Zwei oder mehr Partner gründen eine Zweckgesellschaft für ein konkretes Projekt - typisch bei Projektentwicklungen und größeren Bestandsportfolios
  • Club Deal: Eine kleine Gruppe (3-10) qualifizierter Investoren investiert gemeinsam in ein Objekt - weniger reguliert als ein Fonds, mehr Mitsprache und Transparenz
  • Geschlossener Immobilienfonds: Professionell verwaltetes Vehikel mit vielen Anlegern - reguliert nach KAGB, Mindestbeteiligung oft 10.000-50.000 Euro
  • GbR / GmbH & Co. KG: Gesellschaftsrechtliche Konstruktionen für private Co-Investments - häufig im Familien- oder Freundeskreis

Chancen und Risiken

Chancen: Zugang zu größeren und diversifizierteren Objekten, Risikostreuung über mehrere Einheiten oder Standorte, Nutzung der Expertise des Lead-Investors, Skaleneffekte bei Verwaltung und Finanzierung.

Risiken: Eingeschränkte Entscheidungsfreiheit, Abhängigkeit von der Kompetenz des Lead-Partners, Interessenkonflikte zwischen Co-Investoren (z. B. unterschiedliche Renditeerwartungen oder Zeithorizonte), eingeschränkte Liquidität (Anteil nicht frei handelbar), Haftungsrisiken je nach Rechtsform.

Gesellschaftsvertrag als Schlüsseldokument

Der Gesellschaftsvertrag ist das wichtigste Dokument bei jedem Co-Investment. Er regelt die Einlagepflichten, Gewinnverteilung, Entscheidungsrechte (Mehrheitsverhältnisse bei strategischen und operativen Entscheidungen), Nachschusspflichten im Verlustfall und die Exit-Regelung. Besonders die Exit-Regelung wird häufig vernachlässigt: Was passiert, wenn ein Gesellschafter seinen Anteil verkaufen möchte? Gibt es ein Vorkaufsrecht der anderen Gesellschafter? Kann der Verkauf an Dritte erzwungen werden? Fehlende oder unklare Exit-Regelungen sind der häufigste Streitauslöser bei Co-Investments und können dazu führen, dass Gesellschafter auf Jahre in einer unerwünschten Beteiligung feststecken.

Co-Investment-Strukturen im Vergleich

StrukturMindest-EKHaftungSteuerliche TransparenzRegulierungTypischer Einsatz
GbR10.000 €Unbeschränkt gesamtschuldnerischJa (Einkommensteuer)KeineFamilieninvestment, 2-3 Partner
GmbH & Co. KG100.000 €Kommanditisten beschränktJaGering (HGB)Private Co-Investments 500T-5 Mio. €
Club Deal250.000 €Je nach StrukturJe nach StrukturGering (< 10 Investoren)Institutionelle und HNWI-Partner
Geschlossener Fonds (KAGB)10.000-50.000 €Auf Einlage beschränktNein (Fondsebene)BaFin-RegulierungViele Kleinanleger
Joint Venture GmbH50.000 €Auf Stammkapital beschränktNein (KSt)GeringProjektentwicklung, 2 Partner

Steuerliche Transparenz

Ein wesentlicher Vorteil von Co-Investments über Personengesellschaften (GbR, KG) ist die steuerliche Transparenz: Einkünfte und Verluste werden direkt den Gesellschaftern zugerechnet und unterliegen deren persönlichem Steuersatz. Verluste aus der Vermietung können (unter Beachtung der Verlustverrechnungsregeln) mit anderen positiven Einkünften verrechnet werden. Bei einer GmbH & Co. KG lassen sich Haftungsbeschränkung und steuerliche Transparenz kombinieren - dies ist die bevorzugte Struktur für größere private Co-Investments ab zwei bis drei Millionen Euro Gesamtinvestition.

Praxis-Tipp für Eigentümer in Nürnberg und Franken

Wir empfehlen Privatanlegern in der Metropolregion Nürnberg, bei Co-Investments besonderes Augenmerk auf den Gesellschaftsvertrag zu legen: Entscheidungsbefugnisse, Gewinnverteilung, Nachschusspflicht, Exit-Regelung und Streitschlichtungsmechanismus müssen klar geregelt sein - bevor das Projekt beginnt, nicht wenn ein Streit entstanden ist. Lassen Sie den Vertrag von einem auf Gesellschaftsrecht spezialisierten Anwalt prüfen, idealerweise einem mit Immobilienerfahrung. Ein Co-Investment im engeren Familienkreis (Geschwister kaufen gemeinsam ein Mehrfamilienhaus in Nürnberg) kann steuerlich und wirtschaftlich sinnvoll sein - erfordert aber trotz familiärer Verbundenheit klare schriftliche Regelungen für den Streitfall.

Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Summe lohnt sich ein Co-Investment?

Im privaten Bereich starten Co-Investments sinnvollerweise ab 50.000-100.000 Euro Eigenkapital pro Person, da sich der Aufwand für Gesellschaftsgründung und Vertragserstellung sonst nicht amortisiert. Im professionellen Bereich (Club Deals, Joint Ventures mit institutionellen Partnern) sind Mindestbeteiligungen von 500.000-5.000.000 Euro üblich. Die Sinnhaftigkeit hängt letztlich weniger von der Summe als von der Qualität des Objekts, der Vertrauensbasis zwischen den Partnern und der Qualität des Gesellschaftsvertrags ab.

Welche Rechtsform eignet sich am besten?

Für kleine Co-Investments mit zwei bis drei Partnern eignet sich die GbR wegen ihrer einfachen Gründung, wobei die gesamtschuldnerische Außenhaftung der Gesellschafter zu beachten ist. Die GmbH & Co. KG bietet Haftungsbeschränkung für die Kommanditisten und steuerliche Transparenz - ideal für größere Investitionen ab 500.000 Euro. Bei professionellen Strukturen mit fünf oder mehr Investoren und komplexen Entscheidungsstrukturen sollte eine regulierte Kapitalverwaltungsgesellschaft eingeschaltet werden.

Wie steige ich aus einem Co-Investment aus?

Der Ausstieg (Exit) muss im Gesellschaftsvertrag geregelt sein. Typische Optionen sind der Verkauf des Anteils an einen anderen Gesellschafter (Vorkaufsrecht der übrigen Gesellschafter), der Verkauf an einen Dritten (mit oder ohne Zustimmungsvorbehalt der anderen Gesellschafter) oder der Verkauf des gesamten Objekts mit anschließender Liquidation der Gesellschaft. Fehlt eine Exit-Regelung, kann ein Gesellschafter im Streitfall die Gesellschaft kündigen - mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen für alle Beteiligten.

Due Diligence beim Co-Investment: Was Einsteiger prüfen müssen

Bevor ein Co-Investment eingegangen wird, empfehlen wir eine strukturierte Due Diligence auf drei Ebenen: erstens die Immobilie selbst (Zustand, Lage, Mietverhältnisse, Ertragswert, Altlasten), zweitens die Gesellschaftsstruktur (bestehende Verbindlichkeiten, Steuersituation der Gesellschaft, laufende Verfahren) und drittens die Co-Investoren (Bonität, Investitionsziele, Zeithorizont, Kapitalreserven für Nachschüsse). Besonders die Prüfung der Co-Investoren wird häufig vernachlässigt - dabei ist die Qualität der Partner genauso entscheidend wie die Qualität der Immobilie.

In der Metropolregion Nürnberg sehen wir Co-Investments in Mehrfamilienhäusern häufig im Rahmen von Familieninvestitionen (Geschwister oder Eltern-Kind-Konstellationen) oder unter befreundeten Investoren. Die my-home.de Redaktion empfiehlt, selbst bei engen persönlichen Beziehungen auf einen vollständigen Gesellschaftsvertrag zu bestehen - denn nicht persönliche Differenzen, sondern unterschiedliche Lebensumstände (Scheidung, Erbschaft, Arbeitsplatzverlust) führen in der Praxis dazu, dass ein Partner aussteigen möchte oder muss. Eine klare Exit-Regelung im Vertrag schützt alle Beteiligten vor ungewollten Zwangslagen.

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