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Ein Ytong-Haus ist ein Gebäude, dessen tragende und nichttragende Außen- und Innenwände überwiegend oder vollständig aus Porenbeton-Plansteinen der Marke Ytong errichtet wurden. Der Begriff hat sich als umgangssprachliche Bezeichnung für Häuser in Porenbetonbauweise etabliert, ähnlich wie „Tempo” für Taschentücher. Ytong-Häuser zeichnen sich durch gute Wärmedämmung, einfache Verarbeitung, Nichtbrennbarkeit und schnelle Bauzeiten aus und sind besonders im Einfamilienhaus-Selbstbau und im schlüsselfertigen Wohnhausbau weit verbreitet.
Ytong-Häuser werden in massiver Mauerwerksbauweise errichtet, wobei Porenbeton-Plansteine mit Dünnbettmörtel (1 bis 3 mm Fugenstärke) zu einem homogenen, wärmebrückenarmen Mauerwerk gefügt werden. Die Steine sind werkseitig maßhaltig und können mit Säge, Hobel und Fräse handwerklich leicht bearbeitet werden - was den Selbstbau erleichtert und Nacharbeiten vereinfacht. Für Außenwände werden in der Regel Steindicken von 36,5 bis 50 cm eingesetzt, um ohne zusätzliches WDVS die aktuellen GEG-Anforderungen zu erfüllen oder zu übertreffen.
Die Decken werden in Ytong-Häusern häufig aus Stahlbeton-Fertigteilen (Filigrandecken) oder als Ortbetondecke ausgeführt - der Deckenaufbau unterscheidet sich also nicht grundlegend von anderen Massivbauweisen. Das Dach kann als Satteldach, Walmdach oder Flachdach ausgeführt werden; im Dachbereich wird Ytong gelegentlich auch als Aufmauerung von Kniestöcken eingesetzt.
Ein weiterer Vorteil in der Baupraxis: Durch das geringe Gewicht der Plansteine (je nach Rohdichte zwischen 8 und 40 kg pro Stein) ist die körperliche Belastung beim Mauern geringer als bei schweren Kalksandstein- oder Ziegelblöcken. Das macht Ytong insbesondere für Selbstbauer attraktiv, die einen erheblichen Eigenleistungsanteil in ihr Bauprojekt einbringen möchten.
Das besondere Merkmal eines Ytong-Hauses ist die monolithische Bauweise: Ein einziger Baustoff übernimmt gleichzeitig Trag-, Wärmeschutz- und Schallschutzfunktion. Bei Verwendung hochwärmedämmender Porenbeton-Sorten (Lambda-Wert 0,07-0,09 W/(m·K)) und Wanddicken ab 36,5 cm können GEG-konforme oder sogar KfW-40-Standards erreicht werden.
Gegenüber anderen monolithischen Bauweisen - etwa Hochlochziegel mit WDVS - bietet Ytong den Vorteil einer diffusionsoffenen, rein mineralischen Konstruktion ohne Sondermüll-Problematik bei Rückbau oder Entsorgung. Für Passivhaus-Standard (Heizwärmebedarf unter 15 kWh/(m²·a)) ist die monolithische Ytong-Wand allein in der Regel nicht ausreichend; hier ist eine zusätzliche Dämmschicht oder eine sehr große Wanddicke (über 50 cm) erforderlich.
Der Energieausweis eines Ytong-Hauses fällt bei modernen Steingrößen und korrekter Ausführung (insbesondere wärmebrückenarmer Detailausbildung) typischerweise in die Energieeffizienzklassen A bis B - ein Wert, der bei der Vermarktung als positives Merkmal kommuniziert werden kann.
In Franken sind Ytong-Häuser seit den 1980er Jahren eine verbreitete Bauweise im Einfamilienhausbau. Wer ein Ytong-Haus kaufen möchte, sollte das Baujahr und die damals verwendete Steingeneration kennen: Ältere Häuser aus den 1970er bis 1990er Jahren weisen oft dünnere Wandquerschnitte (24 bis 30 cm) und schlechtere Lambda-Werte auf als heutige Plansteine. In solchen Bestandsobjekten kann eine nachträgliche Außendämmung den Energieverbrauch erheblich senken und die Energieeffizienzklasse verbessern - was sich positiv auf den Verkehrswert auswirkt.
Wir prüfen im Rahmen unserer Bewertung, ob und welche energetischen Nachrüstmaßnahmen sinnvoll und förderfähig sind, und kommunizieren die Qualitäten eines gut gebauten Ytong-Hauses transparent im Exposé. Besonders bei Käufern, die energetische Qualität schätzen und Betriebskosten langfristig planen, ist ein modernes Ytong-Haus ein überzeugendes Argument.
Porenbeton ist ein mineralischer Baustoff mit einer theoretisch unbegrenzten Lebensdauer - vergleichbar mit anderen Mauerwerksarten. Bei fachgerechter Ausführung und ordentlichem Witterungsschutz (Putz, Farbe) sind Ytong-Häuser für mehrere Generationen ausgelegt. Die praktische Nutzungsdauer in der Wertermittlung liegt bei 80 bis 100 Jahren. Voraussetzung ist, dass der Außenputz regelmäßig gewartet wird und keine dauerhaft feuchten Bedingungen herrschen, die Porenbeton langfristig schädigen würden.
Porenbeton bietet einen gewissen Schallschutz durch seine Masse, jedoch ist die Schalldämmung aufgrund der geringen Rohdichte geringer als bei schwerem Ziegel oder Kalksandstein. Der bewertete Schalldämmwert einer typischen 36,5-cm-Ytong-Außenwand liegt bei 47 bis 52 dB - für Außenlärm in Wohngebieten in der Regel ausreichend. Für Trennwände zwischen Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern sind schwerere Baustoffe oder Doppelwandkonstruktionen empfehlenswert. Ytong bietet hierfür spezielle Schallschutzsteine mit höherer Rohdichte (PP6-PP8) an.
Ja. Porenbeton lässt sich sehr einfach sägen, bohren, fräsen und befestigen. Nachträgliche Schlitze für Elektro- und Sanitärleitungen sind unkompliziert umsetzbar. Schwere Lasten (Regale, Küchen) lassen sich mit speziellen Porenbetonankern sicher befestigen - normale Dübel für Leichtwände sind nicht geeignet. Tragende Wände dürfen natürlich nur nach statischer Freigabe verändert werden - das gilt für alle Massivbauweisen gleichermaßen.
Die Baukosten eines Ytong-Hauses liegen im Bereich anderer Massivbauweisen und sind schwer pauschal zu beziffern, da sie stark vom Grundriss, der Ausstattung und der Region abhängen. Der Materialpreis von Ytong-Plansteinen liegt im mittleren Segment; gegenüber Hochlochziegeln mit WDVS kann Ytong günstiger sein, wenn die Außenwand ohne zusätzliche Dämmschicht auskommt. Im fränkischen Raum geben regionale Ytong-Handelspartner detaillierte Kostenberatung für Ihr Projekt.
Porenbeton ist ein nicht brennbarer Baustoff der Klasse A1 nach DIN 4102 - er trägt nicht zur Brandlast bei und gibt im Brandfall keine toxischen Gase ab. Dies ist ein erheblicher Vorteil gegenüber Dämmstoffen aus Polystyrol oder anderen organischen Materialien. Im Geschosswohnungsbau erfüllt Porenbeton daher Brandschutzanforderungen meist ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen. Wer in Nürnberg oder Franken ein Ytong-Haus kauft und Umbauten plant (z. B. Ausbau des Dachgeschosses, Einbau einer Einliegerwohnung), kann sich beim zuständigen Bauamt auf die dokumentierte Brandschutzqualität des Porenbetons berufen - was die baurechtliche Genehmigung vereinfachen kann.
In der Wertermittlung werden Ytong-Häuser wie andere Massivbauten behandelt: Sie fließen ins Sachwertverfahren ein, wobei Gebäudetyp, Baujahr und Ausstattungsstandard die Normalherstellungskosten (NHK) bestimmen. Ein gut erhaltenes Ytong-Haus aus den 1990er Jahren mit aktuell modernisierten Heizungs- und Dämmwerten erzielt auf dem Markt in Nürnberger Stadtrandlagen vergleichbare Preise wie Massivhäuser anderer Bauweise. Käufer, die ein solches Objekt erwerben, sollten das Baujahr der Steine sowie den ursprünglichen Lambda-Wert der verwendeten Ytong-Generation kennen - diese Information ist oft in alten Bauplänen oder beim Bauamt zu finden und hilft dabei, den tatsächlichen Sanierungsbedarf einzuschätzen. Neuere Ytong-Häuser der Generationen ab ca. 2005 mit PP2-Steinen und Wandstärken von mindestens 36,5 cm sind in der Regel GEG-konform und erzielen Energieeffizienzklassen im Bereich B bis A.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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