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Wärmepumpe

Fachbegriff aus dem Bereich Bautechnik & Sanierung

Wärmepumpe - Eine Wärmepumpe ist ein Heizsystem, das Umweltwärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser aufnimmt, mithilfe eines Kältemittelkreislaufs auf ein höheres Temperaturniveau anhebt und diese Wärme an das Heizsystem des Gebäudes abgibt. Sie gilt als Schlüsseltechnologie der Wärmewende, da sie einen Großteil der benötigten Heizenergie aus erneuerbaren Quellen bezieht und die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfüllt.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Das Grundprinzip einer Wärmepumpe entspricht dem eines umgekehrten Kühlschranks: Ein Kältemittel verdampft bei niedriger Temperatur, nimmt dabei Umweltwärme auf, wird durch einen elektrisch betriebenen Kompressor verdichtet und gibt die so gewonnene Wärme über einen Wärmetauscher an das Heizsystem ab. Der entscheidende Vorteil liegt im Verhältnis von eingesetzter Energie zu gewonnener Wärme: Aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt eine moderne Wärmepumpe je nach Typ und Bedingungen drei bis fünf Kilowattstunden Wärme.

Dieses Verhältnis wird als Jahresarbeitszahl (JAZ) gemessen und ist der wichtigste Effizienzindikator. Eine JAZ von 3,5 bedeutet, dass die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom 3,5 Kilowattstunden Heizwärme erzeugt. Für die Wirtschaftlichkeit und die Förderfähigkeit sollte die JAZ mindestens 2,7 betragen - bei gut gedämmten Gebäuden mit Flächenheizungen werden in der Praxis häufig Werte zwischen 3,5 und 4,5 erreicht.

Es gibt drei Haupttypen von Wärmepumpen: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist mit einem Marktanteil von über 80 Prozent die am häufigsten installierte Variante. Sie entzieht der Außenluft Wärme und ist vergleichsweise einfach und kostengünstig zu installieren, da keine Erdarbeiten oder Brunnenbohrungen erforderlich sind. Ihr Nachteil: Bei sehr niedrigen Außentemperaturen sinkt die Effizienz. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe) nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs über Erdsonden oder Erdkollektoren und arbeitet ganzjährig mit hoher Effizienz, ist aber in der Anschaffung deutlich teurer. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle und erreicht die höchsten Effizienzwerte, erfordert jedoch eine wasserrechtliche Genehmigung und geeignete Grundwasserverhältnisse.

Die Kosten für eine Wärmepumpe inklusive Installation liegen je nach Typ zwischen 15.000 und 30.000 Euro. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet typischerweise 15.000 bis 20.000 Euro, eine Sole-Wasser-Anlage mit Erdsondenbohrung 20.000 bis 30.000 Euro. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für die Anpassung des Heizsystems, etwa den Austausch von Heizkörpern gegen Flächenheizungen.

Förderung und GEG-Konformität

Die Wärmepumpe erfüllt die 65-Prozent-EE-Pflicht des Gebäudeenergiegesetzes und ist damit eine der zentralen Erfüllungsoptionen für Eigentümer, die ihre Heizung erneuern. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Eigentümer erhebliche Zuschüsse über die KfW erhalten: Die Grundförderung beträgt 30 Prozent, der Klimageschwindigkeitsbonus weitere 20 Prozent beim Austausch einer funktionierenden fossilen Heizung, und der Einkommensbonus nochmals 30 Prozent bei einem Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro. Maximal werden 70 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst.

Für Wärmepumpen, die ein natürliches Kältemittel wie Propan verwenden, gibt es einen zusätzlichen Effizienzbonus von 5 Prozent. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro für die erste Wohneinheit begrenzt. In der Praxis reduziert die maximale Förderung die Netto-Investitionskosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe auf etwa 5.000 bis 8.000 Euro - ein Betrag, der sich über die deutlich niedrigeren Betriebskosten innerhalb weniger Jahre amortisiert.

Praxis-Tipp für Eigentümer in Nürnberg und Franken

In der Metropolregion Nürnberg ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die meistinstallierte Variante, da die klimatischen Bedingungen in Franken mit durchschnittlichen Wintertemperaturen zwischen minus 2 und plus 5 Grad Celsius für diesen Typ gut geeignet sind. Für Erdwärmepumpen sind in vielen Nürnberger Stadtteilen Erdsondenbohrungen möglich, erfordern aber eine Genehmigung durch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg - insbesondere in Wasserschutzgebieten wie Teilen von Erlenstegen oder Mögeldorf kann dies eingeschränkt sein.

Wir beobachten, dass Immobilien mit Wärmepumpe in der Region einen zunehmend höheren Marktwert erzielen als vergleichbare Objekte mit fossiler Heizung. Bei der Immobilienbewertung berücksichtigen wir den Heizungstyp als relevanten Wertfaktor. Eigentümer, die einen Verkauf in den nächsten Jahren planen, sollten prüfen, ob eine Heizungsmodernisierung den erzielbaren Verkaufspreis überproportional steigern kann. Gut gedämmte Gebäude aus den 1990er-Jahren oder jünger eignen sich besonders gut für die Nachrüstung, während bei älteren, ungedämmten Gebäuden zunächst die Gebäudehülle verbessert werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau?

Ja, Wärmepumpen funktionieren grundsätzlich auch in Altbauten, allerdings ist die Effizienz entscheidend von der Gebäudehülle und dem Heizsystem abhängig. Ein gut gedämmter Altbau mit Flächenheizungen (Fußboden- oder Wandheizung) ist ideal. Aber auch mit großzügig dimensionierten Heizkörpern und moderaten Vorlauftemperaturen von 50 bis 55 Grad Celsius kann eine Wärmepumpe wirtschaftlich betrieben werden. Wir empfehlen, vor der Installation eine Heizlastberechnung durch einen Fachplaner durchführen zu lassen.

Wie laut ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen im Normalbetrieb einen Schallpegel von etwa 35 bis 50 Dezibel in einem Meter Abstand - vergleichbar mit einem leisen Gespräch. Die Geräuschentwicklung stammt hauptsächlich vom Ventilator der Außeneinheit. In Bayern gelten die Immissionsrichtwerte der TA Lärm: In reinen Wohngebieten darf der Schallpegel nachts 35 Dezibel am nächsten Nachbargebäude nicht überschreiten. Bei der Aufstellung sollte daher ein ausreichender Abstand zur Grundstücksgrenze eingeplant werden.

Lohnt sich eine Wärmepumpe in Kombination mit Photovoltaik?

Die Kombination von Wärmepumpe und Photovoltaikanlage ist wirtschaftlich besonders attraktiv. Der selbst erzeugte Solarstrom kann direkt für den Betrieb der Wärmepumpe genutzt werden und senkt die Betriebskosten erheblich. Mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauchsanteil weiter steigern. In der Praxis können Eigentümer in der sonnenreichen Metropolregion Nürnberg den Stromkostenanteil für die Wärmepumpe um 30 bis 50 Prozent reduzieren und erreichen damit Heizkosten, die deutlich unter denen jeder fossilen Alternative liegen.

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