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Radonausschleusung (auch: Radon-Absaugung oder Radon-Drainage) ist eine bautechnische Maßnahme, mit der das natürlich vorkommende radioaktive Edelgas Radon aus dem Untergrund abgesaugt und ins Freie abgeleitet wird, bevor es in Innenräume eindringen kann. Radon entsteht beim radioaktiven Zerfall von Uran und Radium im Boden und gilt nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs in Deutschland. Seit dem Strahlenschutzgesetz 2017 sind Gebäudeeigentümer in ausgewiesenen Radon-Vorsorgegebieten zur Messung und gegebenenfalls zur Sanierung verpflichtet.
Das Kernprinzip der aktiven Radonausschleusung ist die Unterdruckerzeugung unter dem Gebäude. Dabei wird im Bereich des Fundaments oder der Bodenplatte ein perforiertes Rohrsystem verlegt, das über einen Ventilator kontinuierlich Luft aus dem Untergrund absaugt. Das radonhaltige Gas wird durch eine Vertikalleitung ins Freie geführt, wo es sich harmlos in der Außenluft verdünnt. Bei der passiven Variante verzichtet man auf den Ventilator und nutzt natürliche Thermik sowie Winddruckdifferenzen; diese Methode eignet sich vor allem bei Neubauten mit gut durchlässiger Drainageschicht unter der Bodenplatte. Ergänzend kommen Abdichtungsmaßnahmen an Rissen in der Bodenplatte sowie die Verbesserung der Raumlüftung zum Einsatz.
Das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) legen seit 2019 einen Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) für Innenräume fest. Wird dieser Wert überschritten, sind Eigentümer von Arbeitsstätten verpflichtet, Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Für Wohngebäude besteht zwar keine gesetzliche Pflicht zur Sanierung, jedoch müssen Länder Radon-Vorsorgegebiete ausweisen, in denen statistisch erhöhte Radonkonzentrationen zu erwarten sind. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellt eine Radonkarte bereit, aus der die Belastungssituation für jede Region ersichtlich ist. Bei Immobilienverkäufen ist ein erhöhter Radonwert dem Käufer als bekannter Sachmangel offenzulegen.
Eine professionelle Radonmessung über einen akkreditierten Messdienstleister kostet 100-300 €. Die anschließende Sanierung durch aktive Ausschleusung schlägt je nach Gebäudegröße und Untergrundverhältnissen mit 1.500-8.000 € zu Buche. Die Bundesländer und das BfS bieten Informationsprogramme, einige Förderbanken ermöglichen die Finanzierung im Rahmen von Energieeffizienz- oder Sanierungsprogrammen. Für die Planung einer effektiven Radonausschleusung ist ein Fachbetrieb mit Erfahrung in Radonsanierung zu beauftragen; einfache Lüftungsmaßnahmen allein reichen bei hohen Belastungen in der Regel nicht aus.
Wenn einem Verkäufer bekannt ist, dass in seiner Immobilie der Radon-Referenzwert von 300 Bq/m³ überschritten wird, handelt es sich um einen arglistig verschwiegenen Sachmangel, wenn diese Information nicht offengelegt wird. Nach § 444 BGB ist die Berufung auf einen vertraglich vereinbarten Gewährleistungsausschluss bei arglistigem Verschweigen unzulässig. Käufer können dann Schadensersatz, Minderung oder sogar Rücktritt vom Kaufvertrag geltend machen. Verkäufer, die eine Radonmessung durchgeführt oder Kenntnis von einer Belastung haben, sollten diese Information daher im Kaufvertrag oder in einem beigefügten Übergabeprotokoll dokumentieren. Transparenz schützt beide Seiten und verhindert kostspielige Nachauseinandersetzungen.
Die geologischen Verhältnisse in Teilen Frankens - insbesondere im Fichtelgebirge, im Frankenwald und im nördlichen Landkreis Tirschenreuth - weisen erhöhte natürliche Radon-Hintergrundwerte auf. Aber auch in Nürnberg und dem Großraum Erlangen-Höchstadt gibt es einzelne Bereiche mit uranhaltigem Untergrund. Wir empfehlen Eigentümern älterer Keller- und Erdgeschosswohnungen in Franken, eine Langzeitmessung (mindestens drei Monate) durchzuführen, bevor sie sanieren oder verkaufen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) bietet kostenfreie Beratung und stellt Messpakete für Eigenheimbesitzer zur Verfügung.
Beim Kauf einer Immobilie in der Region sollten Sie das Thema Radon im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung aktiv ansprechen - wir beraten Sie dabei, welche Fragen Sie an den Verkäufer richten sollten. Für Eigentümer, die sanieren möchten, lohnt sich die Kombination einer Radonausschleusung mit laufenden Kellersanierungsarbeiten: Die gleichzeitige Verlegung des Ausschleuserohrsystems spart Zeit und Kosten erheblich gegenüber einer nachträglichen Einzelmaßnahme. Sprechen Sie uns an, wenn Sie eine Immobilie in einer potenziell radonbelasteten Lage in Franken kaufen oder verkaufen möchten - wir begleiten Sie mit dem notwendigen technischen Know-how.
Für eine repräsentative Langzeitmessung empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz einen Messzeitraum von mindestens drei Monaten, idealerweise in der Heizperiode (Oktober bis April), da Gebäude dann stärker geschlossen sind und sich Radon besser anreichern kann. Schnelltests sind innerhalb weniger Tage verfügbar, liefern aber keine statistisch belastbaren Werte und reichen für behördliche Nachweise nicht aus.
Eine gesetzliche Informationspflicht gegenüber Mietern besteht derzeit nur bei Überschreitung des Referenzwerts in Arbeitsstätten. Bei Wohnraum empfiehlt sich jedoch aus Haftungsgründen eine proaktive Information und Dokumentation der Messergebnisse, da bekannte gesundheitliche Risiken als Sachmangel gewertet werden können. Im Rahmen des Mietrechts könnte ein Mieter bei nachgewiesener hoher Radonkonzentration eine Mietminderung geltend machen.
Ja, und das ist oft wirtschaftlich sinnvoll. Wenn ohnehin Abdichtungsarbeiten am Keller oder eine Bodenplattenrenovierung geplant sind, lässt sich das Rohrsystem für die Ausschleusung mit deutlich geringerem Aufwand integrieren. Wir empfehlen, Radonschutz immer in die Planung von Keller- und Fundamentsanierungen einzubeziehen und einen spezialisierten Fachbetrieb frühzeitig in die Bauplanung einzubinden.
Es gibt keine allgemein anerkannte Zertifizierung für Radonsanierungsunternehmen in Deutschland, jedoch bietet das Bundesamt für Strahlenschutz eine Datenbank sachkundiger Personen an. Für eine professionelle Radonausschleusung sollten Fachbetriebe beauftragt werden, die Erfahrung mit Abdichtungstechnik, Drainagesystemen und Lüftungsanlagen haben - häufig sind das spezialisierte Bauunternehmen oder Haustechnikbetriebe mit entsprechender Referenzerfahrung. In Franken empfiehlt das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) Ansprechpartner in der Region. Wir bei my-home.de können auf Anfrage Kontakt zu geeigneten Fachbetrieben in der Metropolregion Nürnberg herstellen, die bereits Radonmessungen und Sanierungen in der Region durchgeführt haben.
Während das Radon-Thema bei Wohngebäuden primär eine Empfehlungsebene bleibt, ist es bei Arbeitsstätten eine rechtliche Pflicht. Arbeitgeber sind nach § 127 StrlSchG verpflichtet, Radon-Konzentrationen an Arbeitsplätzen zu messen, wenn sich diese in Kellern, Erdgeschossen oder in ausgewiesenen Radon-Vorsorgegebieten befinden. Bei gewerblichen Immobilientransaktionen - Bürogebäude, Produktionsstätten, Einzelhandel - sollte die Radonbelastung daher routinemäßig Teil der technischen Due-Diligence sein. Eine unterlassene Radonmessung in einem Gewerbeobjekt kann im Schadensfall - etwa wenn ein Mitarbeiter nach langjähriger Radonexposition erkrankt - zu erheblichen Haftungsrisiken für den Eigentümer und den Vermieter führen. Wir empfehlen, bei der Bewertung und Transaktion von Gewerbeimmobilien in Nürnberg und Franken die Radonproblematik systematisch in den technischen Prüfprozess zu integrieren.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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