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Berufsgenossenschaft (Bau) - Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) ist der gesetzliche Unfallversicherungsträger für die Bauwirtschaft und baunahe Dienstleistungen. Sie versichert Arbeitnehmer, Auszubildende und unter bestimmten Voraussetzungen auch Unternehmer gegen Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Wegeunfälle. Für private Bauherren, die Eigenleistungen erbringen oder Bauhelfer einsetzen, besteht eine Meldepflicht bei der BG BAU.
Wer als privater Bauherr Eigenleistungen am Bau erbringt oder Freunde, Nachbarn und Verwandte als Bauhelfer einsetzt, muss dies spätestens eine Woche nach Baubeginn bei der BG BAU melden. Die Meldung ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 191 SGB VII) und dient dem Versicherungsschutz der Helfer. Ohne Meldung besteht kein Versicherungsschutz - im Unfallfall haftet der Bauherr persönlich für alle Folgekosten.
Wird die Meldung unterlassen und ein Helfer verunglückt, muss der Bauherr die Beiträge nachzahlen und haftet persönlich für die Kosten der Heilbehandlung, sofern die BG BAU keinen Versicherungsschutz feststellt. Ein schwerer Arbeitsunfall kann Heilbehandlungskosten von mehreren Hunderttausend Euro verursachen.
Im Versicherungsfall - Arbeitsunfall oder Berufskrankheit - erbringt die BG BAU umfassende Leistungen:
Darüber hinaus hat die BG BAU eine wichtige Präventionsaufgabe: Sie entwickelt Unfallverhütungsvorschriften (DGUV-Regeln), überwacht die Einhaltung auf Baustellen und berät Unternehmen und Bauherren zur Arbeitssicherheit. Verstöße gegen Unfallverhütungsvorschriften können als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden.
Ein oft übersehener Aspekt: Wer Handwerker ohne ordnungsgemäße Anmeldung beschäftigt (Schwarzarbeit), ist nicht über die BG BAU versichert. Im Unfallfall haftet der Bauherr persönlich und vollumfänglich - ohne den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Die BG BAU ist berechtigt, nicht angemeldete Baustellen zu kontrollieren und bei festgestellten Verstößen Beiträge nachzufordern. Wir empfehlen dringend, nur ordnungsgemäß gemeldete Betriebe zu beauftragen und Bauhelfer stets bei der BG BAU anzumelden.
Wir empfehlen Bauherren in der Metropolregion Nürnberg, die Meldung an die BG BAU ernst zu nehmen - auch bei vermeintlich kleinen Eigenleistungen wie Malerarbeiten, Gartenbau oder Fliesenverlegung. Ein Sturz vom Gerüst oder ein Stromschlag bei der Elektroinstallation kann lebensverändernde Folgen haben - ohne Versicherungsschutz trägt der Bauherr alle Kosten. Die Anmeldung kann einfach und kostenlos über die Website der BG BAU (www.bgbau.de) online erfolgen - die Abrechnung erfolgt nach Bauende anhand der tatsächlich geleisteten Stunden. Führen Sie ein Bauhelferbuch, in dem Namen, Tätigkeiten und Arbeitsstunden aller Helfer täglich dokumentiert werden - dies vereinfacht die Beitragsabrechnung und dient als Nachweis im Versicherungsfall.
Eigenleistungen, die im Rahmen der normalen Haushaltspflege erbracht werden (Streichen, Tapezieren, Gartenarbeit ohne bauliche Veränderungen), sind in der Regel nicht meldepflichtig. Sobald jedoch bauliche Veränderungen vorgenommen werden (tragende Wände einreißen, neue Böden verlegen, Elektroinstallation, Dacharbeiten, Kellersanierung) und dabei Bauhelfer eingesetzt werden, besteht Meldepflicht. Im Zweifelsfall empfehlen wir die Meldung - die Kosten sind gering, der Schutz erheblich und der Verwaltungsaufwand minimal.
Für private Bauhelfer berechnet die BG BAU die Beiträge nach geleisteten Arbeitsstunden und der Gefahrklasse der Tätigkeit. Für typische Bauhelfertätigkeiten (Hilfstätigkeiten auf der Baustelle) liegt der Beitrag bei ca. 3-5 Euro pro Stunde. Bei einem Einfamilienhausbau mit 500 Helferstunden betragen die BG-BAU-Kosten somit ca. 1.500-2.500 Euro - ein Bruchteil der Kosten, die bei einem unversicherten Unfall mit dauerhafter Erwerbsminderung entstehen würden. Die Beiträge werden nach Bauende auf Basis der gemeldeten Arbeitsstunden endabgerechnet.
Ja, Arbeitnehmer von ordnungsgemäß gemeldeten Handwerksbetrieben sind über die BG BAU ihres Arbeitgebers pflichtversichert. Der Bauherr muss nur für eigene Bauhelfer (Privatpersonen ohne Arbeitgeberstellung) die BG-BAU-Meldung vornehmen und Beiträge zahlen. Prüfen Sie bei Handwerkern, ob der Betrieb bei der BG BAU ordnungsgemäß gemeldet ist - ein Ausdruck des aktuellen BG-BAU-Mitgliedsnachweises gibt Sicherheit. Bei Schwarzarbeit oder Scheinselbstständigkeit besteht für den Handwerker kein Versicherungsschutz, und der Bauherr könnte in die Haftung geraten.
Wer als Bauherr mehrere Gewerke gleichzeitig auf einer Baustelle koordiniert - was typisch für Kernsanierungen oder Neubauvorhaben ist -, hat über die BG-BAU-Meldepflicht hinaus auch Koordinierungspflichten nach der Baustellenverordnung (BaustellV). Werden auf einer Baustelle voraussichtlich mehr als eine Person gleichzeitig beschäftigt und dauern die Arbeiten länger als 30 Arbeitstage, muss der Bauherr einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo) bestellen und die Baustelle vorab bei der zuständigen Behörde anzeigen. In Bayern ist dies die jeweilige Gewerbeaufsicht.
Der SiGeKo koordiniert die Arbeitssicherheitsmaßnahmen der verschiedenen Betriebe, entwickelt den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan und dokumentiert die Maßnahmen. In der Metropolregion Nürnberg bieten spezialisierte Ingenieurbüros und Architekturbüros SiGeKo-Leistungen an; die Kosten liegen je nach Bauvolumen bei 1.000 bis 5.000 Euro. Diese Verpflichtung gilt auch für private Bauherren - wer sie ignoriert, riskiert Bußgelder und haftet im Schadensfall persönlich für Unfallfolgekosten, die durch mangelhafte Koordination entstehen.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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