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Mansarddach

Fachbegriff aus dem Bereich Bautechnik & Sanierung

Mansarddach - Ein Mansarddach ist eine Dachform mit geknickter Dachfläche, bei der ein steiler Unterhang und ein flacher Oberhang kombiniert werden. Diese Konstruktion ermöglicht eine maximale Raumausnutzung im Dachgeschoss und ist vor allem an Gebäuden aus der Barockzeit und der Gründerzeit zu finden.

Aufbau und bautechnische Merkmale

Das Mansarddach unterscheidet sich von herkömmlichen Satteldächern durch seinen charakteristischen Knick in der Dachfläche. Der untere Dachbereich - der sogenannte Unterhang - weist eine Neigung von typischerweise 65 bis 75 Grad auf, während der Oberhang mit 20 bis 35 Grad deutlich flacher verläuft. Dieser Aufbau erzeugt im Dachgeschoss nahezu senkrechte Wände, sodass die nutzbare Wohnfläche erheblich größer ausfällt als bei einem klassischen Satteldach mit vergleichbarer Grundfläche.

Konstruktiv erfordert ein Mansarddach einen aufwendigeren Dachstuhl als ein einfaches Satteldach. Die Knickpunkte der Sparren müssen statisch sauber gelöst werden, was in der Regel durch Kehlbalken, Zangen und zusätzliche Pfetten geschieht. Bei historischen Mansarddächern finden sich häufig zimmermannsgemäß verzapfte und verblattete Holzverbindungen, die handwerklich anspruchsvoll und aus denkmalpflegerischer Sicht erhaltenswert sind.

Für die Wohnflächenberechnung ist das Mansarddach besonders vorteilhaft: Nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV) werden Räume mit einer lichten Höhe über zwei Metern voll angerechnet, Bereiche zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte. Da der steile Unterhang die Kniestock-Problematik weitgehend eliminiert, erreicht ein ausgebautes Mansarddach typischerweise 85 bis 95 Prozent Wohnflächenanrechnung der Grundfläche - gegenüber nur 60 bis 70 Prozent bei einem Satteldach mit 45 Grad Neigung.

Die Sanierung eines Mansarddachs ist in der Regel kostenintensiver als bei einfacheren Dachformen. Die größere Dachfläche, die Knickpunkte mit ihren erhöhten Abdichtungsanforderungen und die oft komplexe Gaubenlandschaft treiben die Kosten. Für eine vollständige Neueindeckung inklusive Lattung und Unterspannbahn liegen die Kosten bei 120 bis 200 Euro pro Quadratmeter Dachfläche. Eine energetische Sanierung mit Zwischensparrendämmung und neuer Dampfbremse kommt auf zusätzliche 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter.

Denkmalschutz und Dämmung

Mansarddächer stehen in der Metropolregion Nürnberg häufig unter Denkmalschutz, da sie das historische Stadtbild wesentlich prägen. Bei denkmalgeschützten Gebäuden sind Eingriffe in die Dachform, die Dacheindeckung und die Gaubengestaltung genehmigungspflichtig. Die untere Denkmalschutzbehörde schreibt in der Regel den Erhalt der historischen Dachziegel oder zumindest die Verwendung formgleicher Ersatzziegel vor. Dachflächenfenster werden an Straßenseiten denkmalgeschützter Gebäude häufig nicht genehmigt - stattdessen sind Schleppgauben oder Fledermausgauben als historisch passende Belichtungslösung gefordert.

Die Dämmung eines Mansarddachs erfordert besondere Sorgfalt an den Knickpunkten, da hier Wärmebrücken entstehen können. Eine Kombination aus Zwischensparren- und Untersparrendämmung erreicht die vom GEG geforderten U-Werte von 0,24 W/(m²·K) und darunter. Bei denkmalgeschützten Dächern, an denen die Sparrenhöhe nicht verändert werden darf, bietet eine Aufsparrendämmung eine Alternative, sofern die Denkmalschutzbehörde der damit verbundenen Anhebung der Dachhaut zustimmt.

Praxis-Tipp für Nürnberg und Franken

Mansarddächer prägen das Stadtbild in zahlreichen fränkischen Quartieren - besonders in den Gründerzeitvierteln von Nürnberg-Gostenhof und Nürnberg-St. Johannis, in der Fürther Südstadt sowie in den Altstadtkernen von Erlangen und Bamberg. Wir empfehlen Käufern von Immobilien mit Mansarddach, den Zustand des Dachstuhls vor dem Erwerb durch einen Zimmerermeister oder Tragwerksplaner begutachten zu lassen. Die komplexe Konstruktion mit ihren Knickpunkten ist anfällig für Feuchtigkeitsschäden, die von außen nicht erkennbar sind. Bei geplanten Ausbauten oder Sanierungen sollte frühzeitig geprüft werden, ob das Gebäude unter Denkmalschutz steht, da die Auflagen die Materialwahl und die Kosten erheblich beeinflussen. Die steuerliche Abschreibung nach § 7i EStG kann die Mehrkosten denkmalgerechter Sanierung allerdings deutlich abfedern.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Wohnfläche gewinne ich durch ein Mansarddach im Vergleich zu einem Satteldach?

Bei gleicher Gebäudegrundfläche bietet ein Mansarddach typischerweise 25 bis 35 Prozent mehr anrechenbare Wohnfläche im Dachgeschoss als ein Satteldach mit 45 Grad Neigung. Der steile Unterhang erzeugt nahezu senkrechte Wände, sodass der nach Wohnflächenverordnung nur hälftig anrechenbare Bereich unter zwei Metern Raumhöhe minimal ausfällt. Dieser Flächenvorteil wirkt sich direkt auf den Immobilienwert aus, da der Quadratmeterpreis auf eine größere Wohnfläche bezogen wird.

Was kostet die Sanierung eines Mansarddachs?

Die Sanierungskosten hängen vom Umfang der Maßnahmen ab. Eine reine Neueindeckung kostet zwischen 120 und 200 Euro pro Quadratmeter Dachfläche. Kommt eine energetische Ertüchtigung mit Dämmung hinzu, steigen die Kosten auf 200 bis 350 Euro pro Quadratmeter. Bei einem typischen Mehrfamilienhaus mit 250 Quadratmetern Dachfläche ist daher mit Gesamtkosten zwischen 50.000 und 90.000 Euro zu rechnen. Denkmalschutzauflagen können die Kosten um 15 bis 30 Prozent erhöhen, werden aber durch steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten teilweise kompensiert.

Darf ich Dachfenster in ein Mansarddach einbauen?

Bei nicht denkmalgeschützten Gebäuden ist der Einbau von Dachflächenfenstern in der Regel genehmigungsfrei, solange das äußere Erscheinungsbild nicht wesentlich verändert wird. Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist hingegen eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis erforderlich. Die Denkmalschutzbehörden in Nürnberg und Fürth genehmigen Dachflächenfenster an straßenseitigen Dachflächen nur in Ausnahmefällen und verlangen stattdessen häufig Gauben als Belichtungslösung. Wir empfehlen, vor der Planung eine Bauvoranfrage bei der zuständigen Behörde einzureichen.

Welche Wertvorteile bietet ein ausgebautes Mansarddachgeschoss bei der Vermarktung?

Ein vollständig ausgebautes Mansarddachgeschoss mit hoher Wohnflächenanrechnung ist bei Käufern in der Metropolregion Nürnberg ein gefragtes Alleinstellungsmerkmal. Im Vergleich zu einem nicht ausgebauten Spitzboden kann ein voll nutzbares Mansarddachgeschoss - mit 2,50 m Stehhöhe über weite Bereiche, ausreichender Belichtung und eigenem Bad - den Gesamtverkaufswert eines Mehrfamilienhauses um 15 bis 25 Prozent steigern, da effektiv bis zu einer halben bis ganzen Zusatzwohnung entsteht. In Nürnberger Gründerzeitgebäuden, in denen Dachgeschosswohnungen oft später ausgebaut wurden, erzielen gut gestaltete Mansardwohnungen mit freiliegenden Deckenbalken und hohen Kniestöcken Premiumpreise von 5.000 bis 7.500 Euro pro Quadratmeter in zentralen Lagen wie Gostenhof oder St. Johannis. Für Eigentümer, die eine solche Ausbaumaßnahme planen, lohnt sich eine Vorstudie durch einen Architekten und eine frühzeitige Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt, um Machbarkeit, Denkmalschutzauflagen und Fördermöglichkeiten vollständig zu überblicken, bevor größere Investitionen getätigt werden.

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