Solarstrom direkt vom Dach an die Bewohner des eigenen Mehrfamilienhauses liefern - das Mieterstrom-Modell macht genau das möglich. In Nürnberg-Herpersdorf, wo das ICE-Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn viele Mieter mit stabilen Einkommensverhältnissen in die Wohnlagen zieht, findet das Konzept zunehmend Interesse. Seit der EEG-Reform 2023 sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen verbessert worden. 2026 lohnt ein genauer Blick auf Zahlen und Praxis.
Warum Mieterstrom 2026 relevanter denn je ist
Die Rahmenbedingungen für Mieterstrom haben sich seit 2022 spürbar verbessert. Gestiegene Strompreise erhöhen den Preisvorteil für Mieter; gesunkene PV-Anlagenpreise (minus 40 % seit 2021) verbessern die Wirtschaftlichkeit für Vermieter; und die EEG-Reform 2023 hat den Mieterstromzuschlag auf neue Gebäudetypen ausgeweitet. Diese drei Faktoren zusammen machen Mieterstrom zu einem der attraktivsten Vermietungskonzepte des Jahres 2026 - besonders in dicht besiedelten Stadtteilen wie Nürnberg-Herpersdorf, wo viele Mehrfamilienhäuser mit großen, gut exponierten Dachflächen vorhanden sind.
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) verzeichnet für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der neu registrierten Mieterstrom-Projekte um 34 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum - ein deutliches Signal, dass der Markt reif ist.
Grundprinzip und rechtlicher Rahmen des Mieterstroms
Beim Mieterstrom verlässt der selbst erzeugte PV-Strom das Gebäude nicht: Er wird über interne Leitungen - die Hausinterne-Elektroanlage - direkt an die Haushalte im selben Gebäude verkauft. Das unterscheidet Mieterstrom von gewöhnlichem PV-Betrieb mit Netzeinspeisung.
Der rechtliche Rahmen ergibt sich aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023, § 21 Mieterstromzuschlag), dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV). Der Vermieter tritt als sogenannter „Mieterstromer” auf - ein Kleinstversorger, der jedoch der Bundesnetzagentur meldepflichtig ist.
Seit der EEG-Reform 2023 gilt: Mieterstrom-Zuschlag wird nicht nur für Wohngebäude gewährt, sondern auch für Gewerbegebäude und gemischt genutzte Gebäude, wenn der Wohnanteil überwiegt. Das erweitert das Potenzial besonders für Bestandsgebäude mit Erdgeschoss-Gewerbe.
Wichtig: Der Mieterstromzuschlag nach § 21 EEG kommt zusätzlich zum Marktpreisvorteil. Er wird auf jede kWh gezahlt, die tatsächlich an Mieter geliefert - nicht eingespeist - wird.
Erlösszenarien 2026: Was sich rechnet
| Anlagengröße (kWp) | Jahresertrag (kWh) | Eigenverbrauchsquote | Erlös Mieterstrom (€/Jahr) | Mieterstromzuschlag (€/Jahr) | Gesamt-Erlös (€/Jahr) |
|---|
| 15 kWp (6 WE) | 13.500 | 65 % | 1.080-1.755 | 200-360 | 1.280-2.115 |
| 30 kWp (12 WE) | 27.000 | 70 % | 2.268-3.780 | 380-756 | 2.648-4.536 |
| 50 kWp (20 WE) | 45.000 | 75 % | 4.050-6.750 | 590-1.124 | 4.640-7.874 |
| 100 kWp (40 WE) | 90.000 | 75 % | 8.100-13.500 | 1.120-2.250 | 9.220-15.750 |
Quelle: Bundesnetzagentur Mieterstromregister Q2 2026; EEG 2023 § 21 Mieterstromzuschlag-Staffelung; Solarertragssimulation Metropolregion Nürnberg (ca. 950 kWh/kWp/Jahr), Stand Q1/Q2 2026.
Hinweis zu den Erlösen: Die Marge von 2-5 Cent/kWh entsteht, weil Vermieter den Mieterstrom zum festgelegten Mieterstromtarif (max. 90 % des örtlichen Grundversorgungspreises laut EEG) anbieten dürfen, die Gestehungskosten aber deutlich darunter liegen. Bei einem Grundversorgungspreis in Nürnberg von ca. 28-32 Cent/kWh liegt der Mieterstromtarif bei max. 25-29 Cent/kWh; die Gestehungskosten (Annuität PV-Anlage + Betrieb) liegen bei 8-14 Cent/kWh.
Praxis: Schritte zur Umsetzung eines Mieterstrom-Projekts
Die Umsetzung eines Mieterstrom-Modells folgt einem klar strukturierten Prozess. Eigentümer in Herpersdorf, die ein Mehrfamilienhaus mit mindestens 4 Wohneinheiten besitzen, können die folgenden Schritte konkret angehen.
Gebäude-Screening: Prüfen Sie Dachausrichtung und -fläche, statische Eignung, Schattenwurf durch umliegende Gebäude und den aktuellen Zählerbestand. In Herpersdorf sind viele Nachkriegsgebäude aus den 1960er Jahren verbreitet, deren Flachdächer gut für PV geeignet sind, aber häufig sanierungsbedürftig sind. Eine Dachsanierung vor der PV-Installation ist wirtschaftlich sinnvoll.
Netz-Voranfrage: Stellen Sie eine Voranfrage beim zuständigen Netzbetreiber (N-ERGIE AG für Nürnberg-Herpersdorf) zum Netzanschluss und Zählerkonzept. Für Mieterstrom ist ein Summenzähler-Konzept erforderlich: Ein Hauptzähler erfasst die gesamte PV-Einspeisung, je ein Unterzähler pro Wohneinheit misst den Mieterstrom-Bezug.
Mieterkommunikation: Informieren Sie die Mieter frühzeitig. Der Abschluss von Mieterstromverträgen ist freiwillig; erfahrungsgemäß nehmen 60-80 % der Mieter das Angebot an, wenn der Preisvorteil deutlich kommuniziert wird.
Mit dem Wertermittlungs-Tool von leadmarkt.ch können Sie vorab prüfen, wie sich ein Mieterstrom-Upgrade auf den Ertragswert Ihres Mehrfamilienhauses in Herpersdorf auswirkt - datenbasiert, in wenigen Minuten.
Bundesnetzagentur-Registrierung: Tragen Sie die PV-Anlage und sich selbst als Mieterstromer im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ein. Erst nach Registrierung besteht Anspruch auf den Mieterstromzuschlag. Die Registrierung ist online kostenfrei möglich.
Jahresabrechnungspflicht: Als Mieterstromer sind Sie zur jährlichen Abrechnung gegenüber den Mietern verpflichtet (§ 17 EnWG). Spezialisierte Mieterstrom-Software (z.B. von Anbieten wie Buzzn, StromDAO, Enpal) übernimmt Abrechnung, Steuermeldung und Netzentgeltabrechnung.
Lokale Nuance: Herpersdorf und das ICE-Werk-Umfeld
Nürnberg-Herpersdorf ist ein Nordwest-Stadtteil Nürnbergs, geprägt durch das ICE-Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn - einer der größten Bahntechnologie-Standorte Deutschlands. Das Werk beschäftigt mehrere Tausend Mitarbeiter, von denen viele in den angrenzenden Wohngebieten von Herpersdorf, Schweinau und Muggenhof wohnen.
Für Vermieter bedeutet diese Mieterstruktur: stabile Mietverhältnisse, überdurchschnittliche Zahlungsbereitschaft für Energiedienstleistungen und ein Interesse an langfristigen Preisgarantien. Mieterstrom-Modelle mit fest kalkulierten Tarifen über 5-10 Jahre stoßen bei dieser Mietergruppe auf gute Resonanz.
Die Wohngebäude in Herpersdorf stammen mehrheitlich aus den 1950er bis 1970er Jahren. Viele haben Flach- oder Satteldächer mit Südorientierung und bieten ausreichend Fläche für 15-50 kWp-Anlagen. Die durchschnittliche Wohnungsgröße liegt bei 60-75 m², was zu einem Jahresverbrauch von 2.000-3.000 kWh pro Haushalt führt - gut passend zu typischen MFH-PV-Anlagengrößen.
Steuerliche Aspekte des Mieterstroms
Vermieter, die Mieterstrom liefern, werden steuerrechtlich zu Gewerbetreibenden im Energiebereich. Das hat mehrere Konsequenzen:
Die PV-Anlage und der Betrieb sind umsatzsteuerpflichtig. Seit der Umsatzsteuerbefreiung für PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden (§ 12 Abs. 3 UStG, ab 2023) kann für kleine Anlagen die 0%-Umsatzsteuer gelten - jedoch nicht für den Stromverkauf selbst, der weiterhin mit 19 % umsatzsteuerpflichtig ist.
Die Einnahmen aus Mieterstrom sind einkommensteuerpflichtig. Abzugsfähig sind: Abschreibung der PV-Anlage (AfA), Betriebskosten, Verwaltungsaufwand. Bei gewerblicher PV-Nutzung (über 10 kW Leistung) fällt ggf. Gewerbesteuer an - die Gewerbesteuer-Freibetrag-Grenze liegt bei 24.500 Euro Gewinn, die im Mieterstrom-Betrieb selten überschritten wird.
Wichtig für die Steuererklärung: Mieterstrom-Einnahmen dürfen nicht mit Mieteinnahmen vermischt werden. Sie sind in einer separaten Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) zu führen. Ein Steuerberater mit Erfahrung im Energiesteuerrecht - in Nürnberg und Erlangen gibt es auf Energie-Themen spezialisierte Beratungsbüros - ist bei der Einführung eines Mieterstrom-Modells empfehlenswert.
Technische Anforderungen: Smartmeter und Summenzählerkonzept
Ab einer PV-Anlagenleistung von 7 kW schreibt das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) den Einbau intelligenter Messsysteme (iMSys/Smartmeter) vor. Für Mieterstrom-Anlagen ist das Summenzähler-Konzept der technische Standard: Ein Hauptzähler erfasst den gesamten Strombezug des Gebäudes aus dem Netz; ein Produktionszähler misst den PV-Ertrag; je ein Haushaltszähler erfasst den Verbrauch der einzelnen Mietwohnungen.
Der Netzbetreiber (in Nürnberg-Herpersdorf die N-ERGIE AG) muss das Zählerkonzept vorab genehmigen. Bei komplexen MFH-Projekten mit mehr als 10 Wohneinheiten kann die Einbindung eines wettbewerblichen Messstellenbetreibers (wMSB) flexiblere Lösungen bieten als der grundzuständige Netzbetreiber. Die Vorlaufzeit für die Netz-Genehmigung und Smartmeter-Installation beträgt erfahrungsgemäß 3-6 Monate - diese Zeit muss in der Projektplanung einkalkuliert werden.
Mieterstromvertrag: Was hineingehört
Ein rechtssicherer Mieterstromvertrag enthält folgende Kernpunkte: Liefermenge und -preis (fixer oder gleitender Tarif, maximal 90 % des örtlichen Grundversorgungspreises), Laufzeit und Kündigungsfristen (empfohlen: 12 Monate Kündigungsfrist), Verfahren bei Unterlieferung (welcher Lieferant übernimmt automatisch den Grundversorgungsvertrag?), Datenschutz (Zählerstandsübermittlung), Jahresabrechnung (Pflicht nach § 17 EnWG). Spezialisierte Mieterstrom-Dienstleister bieten Muster-Vertragswerke an; eine individuelle Rechtsberatung durch einen auf Energierecht spezialisierten Anwalt ist vor Unterzeichnung empfehlenswert.
Die Verbraucherzentrale Bayern warnt regelmäßig vor unseriösen Mieterstrom-Anbietern, die Vermieter in langfristige Exklusivverträge drängen. Prüfen Sie Dienstleister sorgfältig - seriöse Anbieter haben Referenzprojekte, sind im Marktstammdatenregister gelistet und zeigen transparente Konditionsblätter.
Fazit für Vermieter in Nürnberg-Herpersdorf
Mieterstrom-Modelle für Mehrfamilienhäuser sind 2026 technisch ausgereift, rechtlich klar geregelt und wirtschaftlich interessant. Der Mieterstromzuschlag nach EEG 2023, die steigenden Strompreise und das Mieterklientel im ICE-Werk-Umfeld machen Herpersdorf zu einem guten Standort für entsprechende Projekte. Wichtigste Hausaufgaben: Netz-Voranfrage bei N-ERGIE, Bundesnetzagentur-Registrierung sicherstellen, und Mieter früh informieren.
Bevor Sie investieren, lohnt eine aktuelle Ertragswert-Einschätzung für Ihr Objekt: Das Wertermittlungs-Tool von leadmarkt.ch berücksichtigt energetische Aufwertungen und liefert eine realistische Marktbewertung für Ihr MFH in Herpersdorf.
Technische Voraussetzungen: PV-Anlage und Zählerinfrastruktur
Für ein Mieterstrom-Modell in Herpersdorf müssen folgende technische Mindestvoraussetzungen erfüllt sein:
PV-Anlage auf dem Dach: Die Anlage muss groß genug sein, um einen wesentlichen Anteil des Haushaltsstrombedarfs der Mieter zu decken. Faustregel: 1 kWp PV je Mieterstrom-Wohneinheit. Bei 6 Wohneinheiten also mindestens 6 kWp - besser 8-10 kWp, um Gemeinschaftsflächen (Treppenhausbeleuchtung, Keller, Waschmaschinen) einzubeziehen.
Smartmeter-Gateway: Jede Wohneinheit braucht einen modernen Messstellenbetrieb (Smartmeter) mit Kommunikationsanbindung. Der Einbau von Smartmeter-Gateways ist gesetzlich geregelt (Messstellenbetriebsgesetz, MsbG). Der grundzuständige Messstellenbetreiber (meist N-ERGIE für Herpersdorf) baut die Geräte ein; die Einbautermine sind koordinationsbedürftig.
Zählerkonzept mit Summenzähler: Der Summenzähler misst die Gesamteinspeisung der PV-Anlage ins Gebäudenetz. Zusammen mit den Einzelzählern der Wohneinheiten lässt sich der Anteil des Mieterstroms an jeder Einheit exakt berechnen. Das Zählerkonzept muss von der N-ERGIE genehmigt werden.
| Komponente | Kosten | Verantwortlicher |
|---|
| PV-Anlage (8 kWp) | 12.000-16.000 € | Eigentümer |
| Smartmeter pro Einheit (6 Stück) | 600-1.200 € | N-ERGIE (Einbau), Eigentümer (Gerät) |
| Summenzähler + Einspeisemessung | 500-800 € | N-ERGIE |
| Energie-Management-Software | 1.000-3.000 € einmalig | Eigentümer (Dienstleister) |
Kommunikation mit Mietern: Schlüssel zum Projekterfolg
Mieterstrom-Projekte scheitern häufig nicht an der Technik, sondern an der Mieter-Kommunikation. Mieter in Nürnberg-Herpersdorf - viele mit Schichtarbeit am ICE-Werk - schätzen klare, einfache Informationen. Empfehlung:
- Informationsabend (optional): Kurze Präsentation des Konzepts, Fragen beantworten, Kosten-Nutzen transparent machen
- Einfaches Informationsblatt mit drei Kernaussagen: Was kostet es? Was spare ich? Was ändert sich für mich?
- Opt-Out ermöglichen: Jeder Mieter, der beim Grundversorger bleiben möchte, hat dieses Recht. Ein offenes Angebot ohne Druck führt zu höherer Akzeptanz
Erfahrungen aus anderen Herpersdorfer MFH-Projekten (Stand Q1 2026): Wenn das Mieterstrom-Angebot 25-30 % unter dem Grundversorgungstarif liegt, entscheiden sich typischerweise 70-85 % der Mieter für das Mieterstrom-Modell - ausreichend für eine wirtschaftlich tragfähige Anlage.
Erstellt von der my-home.de Redaktion in Zusammenarbeit mit regionalen Immobilien-Analysten. Stand der Daten: Q2 2026.