Telefon
Direkt mit einem Experten sprechen.
Anrufen - 0911 / 88 18 73 80Fachbegriff aus dem Bereich Allgemein
Klimaaktivpassivhaus ist ein Gebäudekonzept, das die Prinzipien des Passivhauses (extreme Minimierung des Wärmeverlusts) mit aktiven Technologien zur Energiegewinnung (Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen) verbindet, sodass das Gebäude mehr Energie produziert als es verbraucht - also bilanziell ein Plusenergiehaus darstellt. Der Begriff wird nicht einheitlich normiert verwendet; verwandte Bezeichnungen sind „Aktivhaus”, „Plusenergiehaus” oder „Nullenergiehaus”. Das Konzept verfolgt das Ziel, sowohl die Heizenergie als auch den Haushaltsstrom durch eigene Erzeugung zu decken und Überschüsse ins Netz einzuspeisen.
Ein Klimaaktivpassivhaus baut auf vier Grundsäulen: (1) Passivhausstandard der Gebäudehülle: Sehr starke Dämmung (U-Werte < 0,15 W/m²K), wärmebrückenfreie Konstruktion, Dreifachverglasung und kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Dadurch wird der Heizwärmebedarf auf unter 15 kWh/(m²a) gesenkt. (2) Aktive Energiegewinnung: Photovoltaikanlage auf dem Dach, oft ergänzt durch Solarthermie für Warmwasser. (3) Intelligente Speicherung: Batteriespeicher und Warmwasserspeicher puffern Erzeugungsspitzen. (4) Smarte Steuerung: Energiemanagementsysteme optimieren Verbrauch und Einspeisung.
Der Mehraufwand für ein Klimaaktivpassivhaus gegenüber einem konventionellen KfW-55-Gebäude beträgt je nach Ausführung 15-30 % der Baukosten. Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche bedeutet das Mehrkosten von rund 60.000-100.000 €. Dem gegenüber stehen dauerhaft sehr geringe oder keine Energiekosten sowie Einspeisevergütungen aus der Photovoltaikanlage. Über einen Betrachtungszeitraum von 30 Jahren rechnen sich solche Gebäude in der Regel - abhängig von Energiepreisen und Förderung.
Ein Klimaaktivpassivhaus hat klare Marktvorteile. Käufer und Mieter zahlen zwar einen Aufpreis für das Gebäude selbst, profitieren aber von dauerhaft niedrigen Energiekosten. Bei steigenden Energiepreisen nimmt dieser Vorteil zu. Studien zeigen, dass hochenergieeffiziente Gebäude (Energieeffizienzklasse A und A+) in Deutschland um 10-20 % höhere Kaufpreise erzielen als vergleichbare Gebäude der Klasse C oder schlechter.
Für Kapitalanleger sind Plusenergiehäuser im Mehrfamilienhausbereich noch selten, gewinnen aber an Bedeutung: Mieter profitieren von sehr niedrigen Warmmieten, was die Wettbewerbsfähigkeit des Objekts dauerhaft sichert. Zudem ist ein solches Objekt gegenüber künftigen Energieeffizienz-Anforderungen der EU und des deutschen Gesetzgebers (GEG-Verschärfungen) gut positioniert - kein Sanierungsrisiko, keine Wertverlustgefahr durch schlechte Energieklasse.
Klimaaktivpassivhäuser profitieren von verschiedenen Förderinstrumenten: Der KfW-Effizienzhaus-40-Standard (höchste Förderstufe) ist für Neubauten mit diesem Konzept erreichbar und bringt den maximalen Tilgungszuschuss. Photovoltaikanlagen werden über das EEG (Einspeisevergütung) und KfW-Kredite gefördert. Batteriespeicher sind über BAFA-Programme förderbar. Darüber hinaus können kommunale Förderprogramme (z. B. Stadt Nürnberg) und die bayerische LfA-Förderbank in Anspruch genommen werden.
In der Metropolregion Nürnberg gibt es einzelne Beispiele für Klimaaktivpassivhäuser, insbesondere im Neubaubereich und bei ökologisch ausgerichteten Bauträger-Projekten. Das sonnige fränkische Klima (ca. 1.700 Sonnenstunden/Jahr in Nürnberg) begünstigt die Photovoltaikproduktion und macht das Konzept attraktiv. Besonders in den Südlagen Nürnbergs und in Orten wie Schwabach, Neumarkt oder Ansbach, wo Grundstücke mit optimaler Südausrichtung verfügbar sind, ist das Konzept besonders wirtschaftlich.
Wir bei my-home.de kennen den regionalen Neubaumarkt und können einschätzen, welche Neubauprojekte in der Region Passivhaus- oder Plusenergiestandard bieten - und was das für den Kaufpreis und die langfristigen Betriebskosten bedeutet. Fragen Sie uns auch nach dem Energieausweis bestehender Objekte - er gibt Aufschluss über den Abstand zum Passivhausstandard und das Sanierungspotenzial.
Ja. Der KfW-Standard EH 40 (Effizienzhaus 40) ist die Förderstufe, die Gebäuden mit hohem Energiestandard offensteht und dem Passivhausstandard nahekommt. Darüber hinaus werden Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher durch separate KfW- und BAFA-Programme gefördert. Auch Förderprogramme der Stadt Nürnberg oder der bayerischen LfA-Förderbank können genutzt werden.
Bedingt. Der Passivhausstandard ist für Bestandsgebäude deutlich schwieriger und teurer zu erreichen als im Neubau. Einzelne Passivhaus-Komponenten (kontrollierte Lüftung, Dreifachverglasung, verstärkte Dämmung) lassen sich aber auch in Sanierungsprojekte integrieren und mit Photovoltaik kombinieren, um schrittweise in Richtung Plusenergiehaus zu kommen.
Bilanziell über das gesamte Jahr ist eine Energieautarkie erreichbar. Im Winter, wenn Solarproduktion gering ist, muss jedoch in der Regel auf Netzstrom zurückgegriffen werden; im Sommer werden Überschüsse eingespeist. Vollständige Netzunabhängigkeit ist nur mit sehr großen Batteriespeichern oder einem Blockheizkraftwerk mit regenerativem Brennstoff möglich.
Die Heizkosten sinken auf nahezu null (Restenergiebedarf wird meist durch die kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung und eine kleine Wärmepumpe gedeckt). Dafür entstehen Kosten für Wartung der Lüftungsanlage (Filterwechsel alle 3-6 Monate, Jahresservice ca. 150-300 €), Wartung der Wärmepumpe und ggf. der Solarthermieanlage. Der Investitionsmehraufwand sollte durch die Energieeinsparung in 15-25 Jahren amortisiert sein - bei weiter steigenden Energiepreisen früher.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) setzt seit 2024 verschärfte Mindeststandards für neue Heizungsanlagen und treibt damit die Nachfrage nach Plusenergiehäusern. Neubauten müssen seit dem 1. Januar 2024 mit Heizungsanlagen errichtet werden, die zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Ein Klimaaktivpassivhaus mit Wärmepumpe und Photovoltaikanlage erfüllt diese Anforderung weit über das Mindestmaß hinaus und ist damit gegenüber künftigen Verschärfungen gut positioniert.
In der Metropolregion Nürnberg fördert die Stadtbau Nürnberg GmbH einzelne Neubauvorhaben mit erhöhten Energieeffizienzstandards. Die regionale Handwerkerstruktur mit spezialisierten Passivhaus-Planern und zertifizierten Lüftungstechnikern ist gut ausgebaut, was die Realisierung solcher Projekte erleichtert. Die KfW-Förderbank subventioniert Klimaaktivpassivhäuser, die den EH-40-Standard (Effizienzhaus 40) erreichen, mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 20 % der Darlehenssumme - das entspricht bei einem Baudarlehen von 300.000 Euro einem Zuschuss von bis zu 60.000 Euro.
Zurück zum Immobilien-Lexikon.
Sie möchten den Wert Ihrer Immobilie wissen?
Ermitteln Sie in 2 Minuten den realen Marktwert - kostenfrei und unverbindlich.
Fachlich geprüft von der myhome-Redaktion
Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
Wichtiger Hinweis zum Haftungsausschluss
Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.
Erhalten Sie eine kostenfreie und unverbindliche Einschätzung - persönlich oder online.
Wir sind dort, wo Ihre Immobilie ist - in der gesamten Metropolregion
Um Ihnen maximale Geschwindigkeit bei der Wertermittlung und Vermarktung zu garantieren, haben wir unsere Prozesse voll digitalisiert. Wir beraten Sie exklusiv und persönlich per Telefon oder Video-Call. Besichtigungstermine und Vor-Ort-Termine an Ihrer Immobilie finden selbstverständlich weiterhin persönlich statt. Besuche in unserer Zentrale in der Weißenburger Str. nur nach vorheriger Terminvereinbarung.
Direkt mit einem Experten sprechen.
Anrufen - 0911 / 88 18 73 80Schicken Sie uns Ihr Anliegen gerne per WhatsApp.
WhatsApp-NachrichtWir melden uns innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen.