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Verkaufswert - Der Verkaufswert einer Immobilie ist der Preis, der bei einem Verkauf unter marktüblichen Bedingungen tatsächlich erzielt werden kann. Er entspricht im Wesentlichen dem Verkehrswert (Marktwert) nach § 194 BauGB, kann aber je nach Verkaufsumständen (Zeitdruck, Verhandlungsgeschick, Vermarktungsstrategie) davon abweichen. Der Verkaufswert ist für Eigentümer die relevanteste Kenngröße, da er den realistisch erzielbaren Erlös widerspiegelt.
Der Verkaufswert wird von zahlreichen Faktoren bestimmt: Lage (Mikro- und Makrolage, Infrastruktur, Nachbarschaft) - der mit Abstand wichtigste Faktor. Zustand (Baujahr, Sanierungszustand, Energieeffizienz, Modernisierungsgrad). Größe und Grundriss (Wohnfläche, Raumaufteilung, Nutzbarkeit). Ausstattung (Bodenbeläge, Sanitär, Küche, Heizung). Rechtliche Gegebenheiten (Grundbuchbelastungen, Denkmalschutz, Erbbaurecht, Mietverhältnisse). Marktlage (Angebot-Nachfrage-Verhältnis, Zinsniveau, Konjunktur). Und nicht zuletzt: die Vermarktungsstrategie - professionell vermarktete Objekte erzielen im Durchschnitt 3-8 % höhere Verkaufspreise.
Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Präsentation: Professionelle Fotos, ein aussagekräftiges Exposé, eine transparente Dokumentation (Grundrisse, Energieausweis, Bauunterlagen) und ein sorgfältig gewählter Einführungspreis steigern den Verkaufswert messbar. Homestaging - also die professionelle Einrichtung und Inszenierung leerstehender Räume - kann den erzielbaren Preis um 5-15 % erhöhen, weil Käufer sich besser vorstellen können, wie sie in der Immobilie leben würden. Wir setzen diese Instrumente standardmäßig bei unseren Vermarktungsmandaten ein.
Der Verkehrswert (§ 194 BauGB) ist ein nach normierten Verfahren (Vergleichswert, Ertragswert, Sachwert) ermittelter theoretischer Wert unter idealisierten Marktbedingungen. Der Verkaufswert ist der tatsächlich am Markt erzielbare Preis - er kann über dem Verkehrswert liegen (bei Bieterverfahren, emotionalen Käufern) oder darunter (bei Zeitdruck, schlechter Vermarktung, Zwangsversteigerung). In der Praxis weichen Verkaufswert und Verkehrswert um ±5-15 % voneinander ab. Professionelle Makler versuchen, den Verkaufswert möglichst nahe an oder über den Verkehrswert zu bringen.
Für Bankfinanzierungen ist der Beleihungswert maßgeblich, der deutlich unterhalb des Verkehrswerts liegt (typischerweise 70-80 % des Verkehrswerts). Käufer, die eine Vollfinanzierung anstreben, sollten daher beachten, dass die Bank nicht den gesamten Kaufpreis finanziert, wenn dieser über dem Beleihungswert liegt - der Käufer muss dann Eigenkapital mitbringen.
Die Energieeffizienz einer Immobilie hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung für den Verkaufswert gewonnen. Seit der Verschärfung der Energieausweispflicht und den gestiegenen Energiepreisen ist die Energieklasse ein zunehmend kaufpreisrelevanter Faktor. Studien zeigen, dass Immobilien der Energieklassen A und B in vergleichbaren Lagen bis zu 10-15 % höhere Verkaufspreise erzielen als unsanierte Objekte der Klassen F bis H.
Für Verkäufer bedeutet das: Gezielte energetische Sanierungsmaßnahmen vor dem Verkauf können den Verkaufswert steigern, wenn die Investitionskosten unter dem erzielbaren Mehrerlös liegen. Eine neue Wärmepumpenheizung, Dachdämmung oder die Erneuerung der Fenster sind Maßnahmen, die Käufer honorieren - weil sie den künftigen Energieaufwand reduzieren und die Anforderungen aus der Gebäudeenergierichtlinie der EU antizipieren. Wir beraten Eigentümer, welche Maßnahmen im konkreten Fall wirtschaftlich sinnvoll sind und den Verkaufswert tatsächlich steigern.
Umgekehrt sollten Käufer bei energetisch schlecht bewerteten Objekten einen Abschlag auf den Marktpreis verhandeln, der dem erwarteten Sanierungsaufwand entspricht. Eine grobe Faustregel: Für jede Energieklasse unterhalb der Klasse D sind erfahrungsgemäß Abschläge von 2-5 % des Kaufpreises verhandelbar.
Wir empfehlen Verkäufern in der Metropolregion Nürnberg, den Verkaufswert nicht allein anhand von Online-Bewertungstools oder dem Nachbarschaftspreis festzulegen, sondern eine professionelle Marktwerteinschätzung erstellen zu lassen. In Nürnberg können identische Wohnungstypen je nach Stadtteil, Stockwerk, Ausrichtung und Mikrolage um 20-40 % im Preis variieren. Wir erstellen Ihnen eine kostenlose und unverbindliche Marktwerteinschätzung, die auf aktuellen Vergleichstransaktionen basiert - nicht auf Angebotspreisen.
Ein realistisch festgelegter Verkaufswert ist die Grundlage für einen schnellen Verkauf zum optimalen Preis. Zu hoch angesetzte Preise führen zu langen Vermarktungszeiten und erzwingen am Ende oft Preissenkungen - was den tatsächlich erzielten Verkaufswert unter den anfänglich möglichen drückt.
Die genaueste Methode ist eine Marktwerteinschätzung durch einen erfahrenen lokalen Makler, der aktuelle Transaktionspreise (nicht Angebotspreise) kennt. Alternativ kann ein Sachverständiger ein Verkehrswertgutachten erstellen (Kosten: 1.500-3.000 Euro). Online-Tools liefern nur grobe Richtwerte mit Abweichungen von ±15-25 %. Für eine fundierte Einschätzung in Nürnberg empfehlen wir den Vergleich mit den Daten des Gutachterausschusses Mittelfranken.
Der Verkehrswert basiert auf durchschnittlichen Marktbedingungen. Der tatsächliche Verkaufswert kann höher ausfallen, wenn die Immobilie besonders gut vermarktet wird (professionelle Fotos, Homestaging, breite Portalstreuung), ein Bieterverfahren Wettbewerb erzeugt, ein Käufer aus emotionalen Gründen (Traumobjekt, Nähe zur Familie) über dem Marktwert bietet, oder die Marktdynamik seit der Gutachtenerstellung gestiegen ist.
Der Verkaufswert setzt eine angemessene Vermarktungszeit voraus - in Nürnberg typischerweise 8-16 Wochen. Bei einem Notverkauf (Zwangsversteigerung, akute Liquiditätsnot) sinkt der erzielbare Preis um 10-30 % unter den Marktwert. Umgekehrt kann eine zu lange Vermarktungszeit (über 6 Monate) den Verkaufswert drücken, weil Käufer annehmen, dass mit dem Objekt etwas nicht stimmt. Der optimale Verkaufszeitpunkt liegt in den ersten 4-8 Wochen nach Markteinführung.
Eine bestehende Vermietung beeinflusst den Verkaufswert je nach Käuferprofil unterschiedlich: Kapitalanleger honorieren eine stabile Miethistorie und einen zuverlässigen Mieter, weil die Immobilie sofort Rendite erwirtschaftet. Selbstnutzer hingegen schlagen typischerweise einen Abschlag von 10-20 % ein, weil sie die Immobilie nicht sofort beziehen können und das Risiko einer langwierigen Kündigung oder Eigenbedarfskündigung tragen. In Nürnberg gilt: Vermietete Eigentumswohnungen unterhalb von 80 m² erzielen bei Kapitalanlegern oft marktgerechte oder sogar überdurchschnittliche Preise, weil die Nachfrage nach renditestarken Kleinwohnungen groß ist. Bei größeren Familienwohnungen überwiegt dagegen die Nachfrage nach selbst nutzbaren Objekten - hier drückt eine laufende Vermietung den erzielbaren Preis spürbar.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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