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Paketverkauf

Fachbegriff aus dem Bereich Vermarktung & Verkauf

Beim Paketverkauf werden mehrere Immobilien - oft Eigentumswohnungen oder Mehrfamilienhäuser - in einem einzigen Transaktion an einen Käufer übertragen. Diese Verkaufsform ist vor allem bei institutionellen Anlegern, Wohnungsgesellschaften und vermögenden Privatinvestoren verbreitet. Der Preis je Einheit liegt dabei in der Regel unter dem Einzelverkaufspreis, da der Käufer ein höheres Volumen abnimmt und entsprechende Mengenrabatte erwartet.

Funktionsweise und Vertragsstruktur

Ein Paketverkauf kann sowohl als Asset Deal (direkte Übertragung der Immobilien) als auch als Share Deal (Verkauf der Gesellschaftsanteile einer Objektgesellschaft) strukturiert werden. Beim Asset Deal werden für jede Immobilie separate Grundbucheintragungen vorgenommen; beim Share Deal wechselt lediglich die Gesellschafterstruktur. Die Wahl der Struktur hat erhebliche steuerliche Auswirkungen, insbesondere hinsichtlich der Grunderwerbsteuer und der Umsatzsteuer. Käufer und Verkäufer lassen sich daher regelmäßig durch Steuerberater und Anwälte begleiten.

Die Due-Diligence-Phase ist beim Paketverkauf besonders aufwändig: Der Käufer prüft alle Objekte des Portfolios auf Mängel, rechtliche Belastungen, Mietvertragssituationen und Sanierungsbedarf. Eine vollständige und gut geordnete Unterlagensammlung auf Seiten des Verkäufers - Grundbuchauszüge, aktuelle Mieterlisten, Nebenkostenabrechnungen, Instandhaltungsnachweise - beschleunigt diesen Prozess erheblich und stärkt die Verhandlungsposition.

Preisbildung und Abschlag gegenüber Einzelverkauf

Der sogenannte Paketabschlag bewegt sich je nach Marktlage, Qualität und Lage des Portfolios zwischen 5 % und 20 % gegenüber dem summierten Einzelmarktwert. Faktoren wie Leerstand, Instandhaltungsstau, Mieterbonität und regionale Nachfrage beeinflussen den Abschlag maßgeblich. Verkäufer müssen abwägen, ob die Zeitersparnis und die Transaktionssicherheit des Paketverkaufs die Erlösminderung rechtfertigen.

In einem nachfragestarken Markt wie Nürnberg ist der Paketabschlag derzeit tendenziell geringer als in strukturschwächeren Regionen. Institutionelle Investoren zahlen für gut gemanagte Wohnportfolios in attraktiven Stadtteilen oft nahezu Einzelverkaufspreise, wenn die Paketgröße und die Dokumentation stimmen. Entscheidend ist die Qualität des Portfolios - ein heterogenes Sammelsurium aus Problemimmobilien erzielt deutlich größere Abschläge als ein homogener Bestand in vergleichbaren Lagen.

Chancen und Risiken für Verkäufer

Paketverkäufe ermöglichen eine schnelle Liquidierung umfangreicher Bestände ohne aufwändige Einzelvermarktung. Gleichzeitig verlieren Verkäufer die Möglichkeit, durch selektiven Einzelverkauf höhere Gesamterlöse zu erzielen. Entscheidend ist eine sorgfältige Due-Diligence-Vorbereitung: Vollständige Unterlagen (Grundbuchauszüge, Mieterlisten, Wartungsverträge) beschleunigen den Prozess und stärken die Verhandlungsposition.

Für Erbgemeinschaften oder Gesellschafter, die sich nach Jahren gemeinsamen Besitzes auseinanderleben wollen, ist der Paketverkauf oft die einfachste und schnellste Lösung. Die Alternative - jede Einheit einzeln zu vermarkten - kann Monate oder Jahre dauern und erfordert von allen Beteiligten kontinuierlichen Koordinationsaufwand.

Praxis-Tipp für Eigentümer in Nürnberg und Franken

In der Metropolregion Nürnberg fragen institutionelle Investoren regelmäßig nach Wohnungsportfolios in gefragten Stadtteilen wie Gostenhof, St. Johannis oder Maxfeld. Wer mehrere Einheiten besitzt und einen zügigen Verkauf anstrebt, sollte das Portfolio professionell bewerten lassen und die Unterlagen gebündelt aufbereiten. Wir analysieren Ihren Bestand und ermitteln, ob ein Paketverkauf oder der Einzelvertrieb für Sie wirtschaftlich vorteilhafter ist.

Unsere Analyse berücksichtigt dabei Mieterbonität, Leerstandssituation, Sanierungsbedarf und die aktuell erzielbare Nachfrage institutioneller Investoren. So erhalten Sie eine fundierte Entscheidungsgrundlage - keine pauschale Empfehlung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Asset Deal und Share Deal beim Paketverkauf?

Beim Asset Deal werden die Immobilien direkt übertragen; es fällt Grunderwerbsteuer auf den Kaufpreis an. Beim Share Deal erwirbt der Käufer Anteile an einer Gesellschaft, die die Immobilien hält - dies kann unter bestimmten Voraussetzungen Grunderwerbsteuer vermeiden oder reduzieren. Beide Varianten erfordern juristische und steuerliche Beratung.

Wie wird der Paketpreis ermittelt?

Ausgangspunkt ist der summierte Einzelmarktwert aller Objekte, von dem ein Paketabschlag abgezogen wird. Die Höhe hängt von Lage, Zustand, Vermietungsstand und Marktliquidität ab. Ein unabhängiges Gutachten schafft Transparenz und verhindert unnötige Verhandlungsabschläge.

Ist ein Paketverkauf auch bei nur zwei oder drei Immobilien sinnvoll?

Ja, auch kleinere Portfolios können en bloc verkauft werden. Ab zwei bis drei Einheiten sprechen Transaktionseffizienz und einheitliche Due Diligence für diese Verkaufsform - vorausgesetzt, der Käufermarkt ist entsprechend aktiv, was in Nürnberg und der Region Franken derzeit der Fall ist.

Wie lange dauert ein Paketverkauf typischerweise?

Ein Paketverkauf dauert in der Regel länger als ein Einzelverkauf - von der ersten Verhandlung bis zum Notartermin vergehen oft drei bis sechs Monate. Die Due-Diligence-Phase des Käufers ist der zeitintensivste Teil. Vollständige Unterlagen beim Verkäufer können den Prozess deutlich beschleunigen.

Käuferprofile beim Paketverkauf

Nicht jeder institutionelle Investor ist für jeden Portfolioverkauf der richtige Käufer. Es lohnt sich, die typischen Käufergruppen und ihre unterschiedlichen Anforderungen zu kennen:

Wohnungsgesellschaften und kommunale Eigentümer suchen nach Beständen mit langfristig stabilem Mieterbesatz und sozialverträglichen Mietniveaus. Sie legen Wert auf Lage, Sozialstruktur und Instandhaltungszustand, sind aber weniger renditegetrieben als private Investoren.

Geschlossene Immobilienfonds und Family Offices bevorzugen homogene Portfolios in guten Lagen mit nachvollziehbarer Vermietungshistorie. Diese Käufer verfügen über eigene Due-Diligence-Teams und arbeiten professionell und schnell - vorausgesetzt, die Unterlagenqualität stimmt.

Privatinvestoren mit mehreren Einheiten treten im Paketverkauf seltener auf, kommen aber bei kleineren Portfolios (zwei bis fünf Einheiten) durchaus in Frage. Sie entscheiden oft persönlicher und schneller als institutionelle Käufer, haben aber begrenztere Finanzierungsressourcen.

Die Ansprache des richtigen Käuferkreises ist entscheidend für einen erfolgreichen Paketverkauf. Wir verfügen in der Metropolregion Nürnberg über ein aktives Netzwerk institutioneller und semiprofessioneller Investoren und können Ihr Portfolio gezielt und diskret platzieren - ohne öffentliche Vermarktung, wenn das Ihren Interessen entspricht.

Steuerliche Aspekte beim Paketverkauf

Paketverkäufe haben signifikante steuerliche Implikationen, die frühzeitig bedacht werden müssen. Bei natürlichen Personen ist der Veräußerungsgewinn steuerfrei, wenn die Immobilien mehr als zehn Jahre gehalten wurden (Spekulationsfrist nach § 23 EStG). Bei Gesellschaften gelten andere Regelungen - hier ist die Steuerfreiheit nicht automatisch gegeben.

Der Share Deal bietet unter bestimmten Umständen Vorteile bei der Grunderwerbsteuer: Wenn weniger als 90 % der Anteile einer Gesellschaft übertragen werden, fällt in vielen Fällen keine Grunderwerbsteuer an. Die Voraussetzungen und Haltefristen hierfür wurden durch das Grunderwerbsteuergesetz zuletzt verschärft; eine aktuelle steuerliche Beratung ist zwingend erforderlich. Wir arbeiten eng mit erfahrenen Steuerberatern für Immobilientransaktionen zusammen und können die Anbindung an geeignete Steuerberatungen vermitteln.

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Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.

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