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Höhenfestpunkt

Fachbegriff aus dem Bereich Grundstück & Erschließung

Ein Höhenfestpunkt ist ein amtlich vermessener und dauerhaft vermarkter Geländepunkt, dessen Höhe über dem Normalhöhennull (NHN) exakt bekannt und geodätisch dokumentiert ist. Er dient als Referenzpunkt für Vermessungen, Bauvorhaben und Geländeplanungen. Höhenfestpunkte sind Teil des amtlichen Festpunktfeldes der Landesvermessungsbehörden und in Bayern beim Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) registriert.

Funktion und technische Bedeutung

Höhenfestpunkte werden bei Bauprojekten verwendet, um Geländehöhen präzise zu bestimmen und Baukörper lagegenau einzumessen. Ohne einen bekannten Höhenbezugspunkt ist es nicht möglich, Geländemodelle zu erstellen, Geländeprofile zu planen oder Erdarbeiten korrekt auszuführen. Besonders bei Hanggrundstücken, Tiefgaragenplanungen oder Hochwasserschutzmaßnahmen ist die genaue Kenntnis der Geländehöhe unerlässlich. Der nächstgelegene Höhenfestpunkt wird dabei von Vermessungsingenieuren als Ausgangs- und Kontrollpunkt genutzt.

Das Normalhöhennull (NHN) ist die einheitliche Bezugsfläche für Höhenangaben in Deutschland und orientiert sich am mittleren Meeresspiegel. Es löst das frühere Höhennull (HN) ab und ist seit 1996 in Deutschland verbindlicher Bezug für alle amtlichen Höhenangaben. Alle Höhenfestpunkte sind in NHN angegeben und erlauben es, Geländehöhen verschiedener Orte miteinander zu vergleichen.

Relevanz beim Grundstückskauf und Bauplanung

Beim Kauf eines Grundstücks - insbesondere in Hanglagen oder bei komplexen Bebauungsvorhaben - sollte geprüft werden, ob geeignete Höhenfestpunkte in der Nähe vorhanden sind. Fehlen sie oder liegen sie weit entfernt, entstehen bei Vermessungsleistungen höhere Kosten. In Bayern können Lage und Koordinaten der Höhenfestpunkte über das Geodatenportal BayernAtlas abgerufen werden. Für die Bauleitplanung und den Grenzkataster sind Höhenfestpunkte unverzichtbare Grundlage jeder Planung.

Bei Erdarbeiten, Untergeschossplanungen und der Berechnung von Abstandsflächen spielt die genaue Geländehöhe eine entscheidende Rolle. Wer ein Kellergeschoss plant, muss wissen, ob der Grundwasserspiegel oder der anstehende Fels eine Unterkellerung erlauben - und dafür sind präzise Höhenangaben, die an einen Höhenfestpunkt angebunden sind, unverzichtbar.

Höhenfestpunkte und Hochwasserschutz

In Gebieten mit Hochwasserrisiko - auch an Regnitz, Pegnitz und Rednitz in Franken relevant - sind Höhenfestpunkte die Basis für die Berechnung von Überschwemmungsgrenzen und Schutzmaßnahmen. Wer ein Grundstück in einer potenziellen Hochwasserzone kauft, kann über Höhenfestpunkte und amtliche Geländemodelle prüfen lassen, ob das Grundstück über oder unterhalb definierten Hochwassermarken liegt. Diese Information ist für Kaufentscheid und Versicherungsfragen gleichermaßen relevant.

Die Hochwassergefahrenkarten des Bayerischen Landesamts für Umwelt basieren auf präzisen digitalen Geländemodellen, die aus einem dichten Netz von Höhenfestpunkten abgeleitet wurden. Wer die Höhenlage seines Grundstücks gegenüber bekannten Hochwassermarken bestimmen lassen möchte, kann dies durch einen qualifizierten Vermessungsingenieur tun lassen, der die Messung an den nächstgelegenen Höhenfestpunkt anknüpft.

Praxis-Tipp für Eigentümer in Nürnberg und Franken

In der Metropolregion Nürnberg finden sich Höhenfestpunkte an vielen öffentlichen Gebäuden, Brückenpfeilern und speziellen Vermessungsbolzen im Gehweg. Das Amt für Geoinformation und Bodenordnung der Stadt Nürnberg ist der richtige Ansprechpartner für Fragen zu amtlichen Festpunkten. Bei Bauvorhaben, Grundstücksteilungen oder Grenzfeststellungen arbeiten wir eng mit zugelassenen Vermessungsbüros zusammen, die Höhenfestpunkte professionell einbinden.

Für Eigentümer, die Bauvorhaben planen, empfehlen wir, frühzeitig die Koordinaten des nächsten Höhenfestpunkts zu ermitteln. Das spart Zeit und Kosten, da der Vermessungsingenieur schneller arbeiten kann, wenn er die Ausgangsdaten kennt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Höhenfestpunkt und Lagebestandspunkt?

Höhenfestpunkte geben ausschließlich die Höhe über NHN an. Lage- oder Aufnahmepunkte definieren die zweidimensionale Position (x/y-Koordinaten) in einem Koordinatensystem. Trigonometrische Punkte (TP) können beides vereinen - Lage und Höhe.

Darf ich einen Höhenfestpunkt auf meinem Grundstück entfernen?

Nein. Höhenfestpunkte stehen unter öffentlichem Schutz; ihre Entfernung oder Beschädigung ist ordnungswidrig und kann strafbar sein. Ist eine Verlegung aus bautechnischen Gründen unvermeidlich, muss das Vermessungsamt vorab kontaktiert werden. Die Kosten für die Neueinrichtung eines Höhenfestpunkts trägt in solchen Fällen in der Regel der Veranlasser.

Wo kann ich Höhenfestpunkte in Bayern nachschlagen?

Im BayernAtlas (www.bayernatlas.de) lassen sich Festpunkte des amtlichen Festpunktfeldes nach Lage und Höhe abfragen. Für genaue Koordinaten und Beschreibungen steht das LDBV Bayern zur Verfügung.

Wie präzise sind die Höhenfestpunkte?

Amtliche Höhenfestpunkte weisen eine Messgenauigkeit im Millimeter- bis Zentimeterbereich auf. Sie werden in regelmäßigen Abständen überprüft und bei Bedarf neu vermessen, da geologische Setzungen oder Bauprojekte die Lage verändern können. Die aktuelle Höhenangabe und das Datum der letzten Überprüfung sind in den amtlichen Beschreibungen dokumentiert.

Arten von Höhenfestpunkten

Das amtliche Festpunktfeld unterscheidet mehrere Klassen von Höhenfestpunkten. Nivellementspunkte (NivP) bilden das übergeordnete Netz: Sie werden durch präzises geometrisches Nivellement bestimmt und haben die höchste Genauigkeit. Untergeordnete Aufnahmepunkte werden aus diesen abgeleitet und dienen der täglichen Vermessungspraxis. In Städten sind Höhenfestpunkte häufig als Bolzen in Hauswänden, Brückenpfeilern oder Bordsteinkanten eingelassen - oft mit einem kleinen Messingschild oder einem eingestanzten Kreuz als Markierung. Diese unscheinbaren Punkte sind das physische Fundament aller Geländemodelle.

Geländemodelle und digitale Daten

Aus den amtlichen Höhenfestpunkten leiten die Landesvermessungsämter digitale Geländemodelle (DGM) ab. Bayern stellt mehrere DGM-Produkte bereit: Das DGM1 (Rasterweite 1 m) eignet sich für detaillierte Bauvorhaben, das DGM5 (Rasterweite 5 m) für Flächenplanungen. Diese Modelle werden unter anderem für Hangwasseranalysen, Lärmkarten und Überschwemmungsgebietsberechnungen genutzt. Wer ein Grundstück in einem Hangbereich oder einer Mulde kauft, kann über den BayernAtlas das amtliche Geländemodell einsehen und so frühzeitig beurteilen, wie Niederschlagswasser auf dem Grundstück abfließt - ein wichtiger Aspekt für Entwässerungsplanung und Kellerbau.

Kosten und Verfahren bei Bauvorhaben

Wenn im Rahmen eines Bauvorhabens ein Höhenfestpunkt verlegt oder gesichert werden muss, entstehen Kosten, die der Veranlasser trägt. Für die Neueinrichtung eines Höhenfestpunkts fallen Gebühren des Vermessungsamts und gegebenenfalls Kosten für geodätische Nachvermessung an. Diese können je nach Aufwand mehrere Tausend Euro betragen. Bei größeren Bauprojekten - Mehrfamilienhäuser, Gewerbebauten, Infrastrukturvorhaben - ist die Anbindung an das Höhenfestpunktfeld Pflichtbestandteil der Vermessungsunterlagen, die dem Bauantrag beizufügen sind.

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