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Fertighaus - Ein Fertighaus ist ein Wohngebäude, dessen tragende Konstruktion und wesentliche Bauteile industriell in einem Werk vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle innerhalb weniger Tage montiert werden. Die Fertigbauweise steht im Gegensatz zur Massivbauweise, bei der alle Bauelemente direkt auf der Baustelle errichtet werden.
Die häufigste Fertighauskonstruktion in Deutschland ist die Holzrahmenbauweise (auch Holztafelbauweise). Dabei werden Wand-, Decken- und Dachelemente aus einem Holzrahmen gefertigt, der werkseitig mit Dämmung, Dampfbremse, Installationsleitungen und teilweise bereits mit Außen- und Innenverkleidung versehen wird. Die fertigen Elemente werden per LKW zur Baustelle transportiert und dort auf dem vorbereiteten Fundament oder der Bodenplatte montiert.
Neben der Holzrahmenbauweise gibt es die Holzständerbauweise, die Blockbohlenbauweise und hybride Konstruktionen, die Holz- mit Betonfertigteilen kombinieren. Allen gemeinsam ist das Prinzip der industriellen Vorfertigung unter kontrollierten Werksbedingungen.
Der Grad der Vorfertigung variiert je nach Hersteller und gewähltem Ausbaupaket. Ein schlüsselfertiges Fertighaus wird komplett bezugsfertig übergeben - inklusive Bodenbeläge, Sanitärausstattung und Malerarbeiten. Ein Ausbauhaus wird mit geschlossener Gebäudehülle und installierter Haustechnik geliefert, der Innenausbau erfolgt durch den Bauherrn. Das Bausatzhaus wird als Material- und Bauteilpaket geliefert, das der Bauherr weitgehend selbst montiert.
Die Vorteile des Fertighauses liegen in der kurzen Bauzeit (Montage in wenigen Tagen, Gesamtbauzeit drei bis sechs Monate), der Planungssicherheit durch Festpreisgarantien und der Möglichkeit, das Haus im Musterhaus vorab zu erleben. Durch die industrielle Fertigung ist die Qualität gleichmäßig und witterungsunabhängig.
Als Nachteile gelten der geringere Wiederverkaufswert im Vergleich zu Massivhäusern gleicher Lage und Größe, die eingeschränkte Flexibilität bei individuellen Grundrissänderungen und der geringere Schallschutz von Holzleichtbauwänden gegenüber massiven Ziegelwänden. Moderne Fertighäuser haben den Wertunterschied zu Massivhäusern allerdings deutlich verringert - insbesondere bei hochwertigen Herstellern.
Energetisch sind Fertighäuser durch die gute Dämmeigenschaft der Holzrahmenkonstruktion häufig im Vorteil und erfüllen die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) oft bereits im Standardausbau.
Der Vertrag mit dem Fertighaushersteller ist in der Regel ein Werkvertrag nach §§ 631 ff. BGB. Für Käufer besonders wichtig ist die Bau- und Leistungsbeschreibung (BLB), die exakt definiert, welche Leistungen und Materialien im vereinbarten Festpreis enthalten sind. Typische Punkte, die in der BLB geregelt sein sollten:
Gründung: Ist die Bodenplatte oder der Keller im Preis enthalten? Oder wird die Gründung separat berechnet und von einem anderen Unternehmen ausgeführt?
Haustechnik: Welche Heizung ist vorgesehen? Ist eine Wärmepumpe, Gasheizung oder Pelletheizung im Preis? Ist eine Photovoltaikanlage optional erhältlich?
Fenster und Türen: Welche Verglasung (zweifach, dreifach)? Welcher Rollladentyp? Ist ein elektrischer Antrieb inklusive?
Bodenbeläge und Innenausstattung: Ist der Bauherr auf bestimmte Standardlösungen festgelegt oder kann er frei wählen?
Erschließung: Sind die Hausanschlüsse (Strom, Wasser, Abwasser) im Preis enthalten oder müssen sie separat beauftragt werden?
Wir empfehlen, die BLB vor Vertragsunterzeichnung von einem unabhängigen Bausachverständigen prüfen zu lassen. Lücken oder unklare Formulierungen in der BLB führen erfahrungsgemäß zu Nachtragskosten, die den ursprünglichen Preisvorteil des Fertighauses aufzehren können.
Eine der häufigsten Fragen beim Fertighauskauf betrifft den späteren Wiederverkaufswert. Pauschal lässt sich sagen, dass gut erhaltene Fertighäuser von namhaften Herstellern (z. B. Bien-Zenker, Schwörer, Weberhaus) bei einem Verkauf nach 15 bis 20 Jahren kaum schlechter abschneiden als vergleichbare Massivhäuser in gleicher Lage. Entscheidend ist weniger die Bauweise als der Standort, der Gebäudezustand und die energetische Qualität.
Ältere Fertighäuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren hingegen wurden häufig mit problematischen Materialien gebaut (Holzschutzmittel, Formaldehyd-haltige Spanplatten) und weisen heute erheblichen Sanierungsbedarf auf. Der Kauf eines Fertighauses aus dieser Ära sollte von einem Sachverständigen begleitet werden, der auf Schadstoffe und Holzschutz spezialisiert ist.
In der Metropolregion Nürnberg sind Fertighäuser besonders in den Randgemeinden wie Wendelstein, Feucht, Schwabach und Heroldsberg beliebt, wo Bauland für Einfamilienhäuser verfügbar ist. Mehrere überregionale Fertighaushersteller unterhalten Musterhausparks in der Region, die eine realistische Besichtigung vor der Kaufentscheidung ermöglichen.
Wir empfehlen Bauherren, vor dem Vertragsabschluss die Bau- und Leistungsbeschreibung sorgfältig zu prüfen und durch einen unabhängigen Sachverständigen bewerten zu lassen. Achten Sie besonders auf die Spezifikation der Bodenplatte oder des Kellers (oft nicht im Festpreis enthalten), die Haustechnik und die Qualität der Fenster und Außentüren. Bei der Grundstückssuche in der Metropolregion unterstützen wir Bauherren gerne - wir kennen die Bebauungspläne und Grundstücksverfügbarkeiten in den meisten Gemeinden der Region und können einschätzen, ob ein Grundstück für den gewünschten Haustyp geeignet ist.
Moderne Fertighäuser in Holzrahmenbauweise haben eine Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren und mehr, sofern sie fachgerecht errichtet und regelmäßig gewartet werden. Die Lebensdauer ist damit vergleichbar mit der von Massivhäusern. Ältere Fertighäuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren wurden teilweise mit gesundheitlich bedenklichen Materialien (Formaldehyd, Holzschutzmittel) gebaut und können sanierungsbedürftig sein.
Die Baukosten eines Fertighauses liegen in der Regel auf dem Niveau eines vergleichbaren Massivhauses oder leicht darunter. Der Preisvorteil ergibt sich weniger aus den reinen Baukosten als aus der kürzeren Bauzeit (geringere Zwischenfinanzierungskosten) und der Festpreisgarantie, die vor Kostensteigerungen schützt. Die Gesamtkosten hängen stark vom Ausstattungsstandard, der Kellerfrage und den individuellen Sonderwünschen ab.
Ja, ein Fertighaus kann sowohl mit Keller als auch mit Bodenplatte errichtet werden. Allerdings ist der Keller bei den meisten Fertighausherstellern nicht im Grundpreis enthalten und wird von einem separaten Tiefbauunternehmen erstellt. Die Kosten für einen Keller liegen je nach Größe und Bodenverhältnissen bei 40.000 bis 80.000 Euro. Ob sich ein Keller lohnt, hängt von den individuellen Platzbedürfnissen und den Bodenverhältnissen des Grundstücks ab.
Nach dem Aufstelltermin (der Montage der Haushülle in wenigen Tagen) dauert es je nach Ausbaupaket typischerweise drei bis sechs Monate bis zur Bezugsfertigkeit. Das ist deutlich kürzer als beim konventionellen Massivbau, bei dem ein bis zwei Jahre realistisch sind. Voraussetzung ist, dass das Fundament oder die Bodenplatte fertig ist, bevor die Montage beginnt - das muss der Bauherr vorab sicherstellen.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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