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Energiesparverordnung (EnEV) - Die Energiesparverordnung ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Energieeinsparverordnung (EnEV), die von 2002 bis 2020 den energetischen Standard für Gebäude in Deutschland geregelt hat. Die Verordnung legte Mindestanforderungen an die Wärmedämmung, die Haustechnik und die Energieausweise von Wohn- und Nichtwohngebäuden fest. Seit dem 1. November 2020 wurde die EnEV durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzt, das die wesentlichen Inhalte der Energiesparverordnung weiterführt und ergänzt.
Die Energiesparverordnung (EnEV) regelte in ihren verschiedenen Fassungen (2002, 2004, 2007, 2009, 2014) drei zentrale Bereiche:
1. Anforderungen an den Jahresprimärenergiebedarf:
2. Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz (U-Werte): Mindestanforderungen an die Wärmedämmung einzelner Bauteile:
| Bauteil | Max. U-Wert (EnEV 2014 Neubau) |
|---|---|
| Außenwand | 0,28 W/(m²·K) |
| Dach/Decke | 0,20 W/(m²·K) |
| Fenster | 1,30 W/(m²·K) |
| Kellerdecke | 0,35 W/(m²·K) |
3. Energieausweis-Pflicht:
Die EnEV enthielt nicht nur Anforderungen für Neubauten, sondern auch konkrete Nachrüstpflichten für Bestandsgebäude, die im GEG fortgeführt werden:
Diese Pflichten gelten für Eigentümer bis heute - wer ein Gebäude kauft, das vor der EnEV errichtet wurde, sollte daher prüfen, ob die Nachrüstpflichten bereits erfüllt sind. Ein fehlender Nachweis kann beim Verkauf zu Problemen führen und muss dem Käufer offengelegt werden.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) löste die EnEV 2020 ab und brachte folgende Neuerungen:
Viele Gebäude im Großraum Nürnberg wurden vor der ersten Energiesparverordnung (vor 2002) gebaut und erfüllen deren Mindestanforderungen nicht. Wer ein solches Gebäude saniert, muss die aktuellen GEG-Anforderungen beachten - bei umfassenden Sanierungen gelten die GEG-Neubaustandards als Zielgröße. Wir empfehlen, vor größeren Sanierungs- oder Umbauprojekten die Anforderungen des GEG mit einem Energieberater zu klären.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Bayern und das Amt für Energie und Klimaschutz der Stadt Nürnberg helfen dabei. Zugelassene Energieberater sind über die Bundesliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) auffindbar - nur von diesen anerkannten Fachleuten ausgestellte Energieausweise und iSFP-Dokumente berechtigen zur Inanspruchnahme staatlicher Förderungen. Wer ein Gebäude kauft, das unter der EnEV gebaut wurde, sollte den bestehenden Energieausweis sorgfältig prüfen und ggf. ein neues Audit in Auftrag geben.
Die EnEV selbst ist seit November 2020 außer Kraft. Für Bestandsgebäude gelten nun die Anforderungen des GEG, insbesondere bei Sanierungsmaßnahmen (z. B. Fenstertausch, Dachsanierung). Bestehende Heizpflichten aus der EnEV (z. B. Ölkessel-Austauschpflicht) wurden ins GEG übernommen.
Eine generelle Pflicht zur Nachrüstung auf den EnEV-Standard gibt es nicht. Allerdings bestehen Pflichten bei bestimmten Bauteilen (z. B. Dachdämmung bei zugänglichem Dachboden, Heizkessel-Alter). Wer freiwillig saniert, muss die GEG-Anforderungen für die sanierte Komponente erfüllen.
Auch wenn die EnEV nicht mehr gilt, sind ihre Grundprinzipien im GEG weitergeführt. Der Verkäufer muss weiterhin einen gültigen Energieausweis vorlegen, die Energieeffizienzklasse im Inserat angeben und über wesentliche energetische Mängel informieren. Ein Verstoß kann Bußgelder bis zu 15.000 Euro nach sich ziehen.
Eine gesetzliche Mindestanforderung für die Energieeffizienzklasse beim Verkauf gibt es nicht. In der Praxis wirken sich jedoch schlechte Klassen (F, G, H) deutlich auf den erzielbaren Preis aus: Käufer kalkulieren zu erwartende Sanierungskosten ein. In der Metropolregion Nürnberg sehen wir, dass gut sanierte Objekte der Klassen A bis C gegenüber unsanierten Häusern der Klassen F und G Preisaufschläge von 10-20 % erzielen können.
Das im Zuge der GEG-Novelle 2024 eingeführte Heizungsgesetz verpflichtet zum Einbau von Heizsystemen, die zu mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen - allerdings zunächst nur bei Neuinstallation und in Gemeinden, die bereits eine kommunale Wärmeplanung vorgelegt haben. Die Stadt Nürnberg ist als Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern verpflichtet, die kommunale Wärmeplanung bis Ende 2026 vorzulegen. Bis zur Veröffentlichung dieser Planung gelten für Nürnberger Bestandseigentümer Übergangsregelungen: Eine alte Gas- oder Ölheizung kann repariert und weiter betrieben werden; ein Komplettaustausch gegen ein gleichartiges System ist noch bis zum Stichtag möglich. Wer hingegen jetzt freiwillig investiert, sollte nur noch Wärmepumpen, Pelletheizungen oder Anschlüsse an das Fernwärmenetz wählen, um spätere Nachrüstkosten zu vermeiden. Das Amt für Energie und Klimaschutz der Stadt Nürnberg informiert über den Fortschritt der kommunalen Wärmeplanung und berät Eigentümer bei der Entscheidungsfindung.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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