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Anrufen - 0911 / 88 18 73 80Fachbegriff aus dem Bereich Bautechnik & Sanierung
Fachplanung bezeichnet die spezialisierte Planung einzelner Gewerke oder technischer Anlagen eines Bauvorhabens durch qualifizierte Fachingenieure, die über die allgemeine Architektenleistung hinausgeht. Typische Fachplanungsdisziplinen sind Tragwerksplanung, Gebäudetechnik (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro), Schallschutz, Brandschutz und Energieeffizienz. Sie ist bei größeren Bauvorhaben gesetzlich vorgeschrieben und maßgeblich für Qualität, Sicherheit und Genehmigungsfähigkeit.
Bei jedem Neubau und größeren Sanierungsvorhaben werden verschiedene Fachplaner eingebunden:
Tragwerksplanung (Statik): Der Tragwerksplaner (Statiker) berechnet die Lasten und dimensioniert tragende Bauteile wie Fundamente, Decken, Stützen und Dachkonstruktionen. Ohne Standsicherheitsnachweis des Statikers wird keine Baugenehmigung erteilt.
TGA-Planung (Technische Gebäudeausrüstung): Planer für Heizung, Lüftung, Klima und Sanitär (HLKS) sowie Elektrotechnik konzipieren alle haustechnischen Anlagen. In Zeiten von Wärmepumpen und Photovoltaik ist diese Planung besonders komplex geworden.
Brandschutzplanung: Ab bestimmten Gebäudeklassen (in Bayern ab GK 3) oder bei Sonderbauten zwingend erforderlich. Der Brandschutzplaner erstellt das Brandschutzkonzept, das von der Bauaufsichtsbehörde geprüft wird.
Energieplanung / GEG-Nachweis: Seit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG 2023) ist für jeden Neu- und Umbau ein Energieausweis sowie ein GEG-Nachweis Pflicht. Der Energieberater / Fachplaner berechnet den Primärenergiebedarf und entwickelt das energetische Konzept.
Schallschutzplanung: Relevant bei Mehrfamilienhäusern, bei Umbauten in Gewerbegebieten oder bei erhöhten Anforderungen (z. B. neben Bahntrassen in Nürnberg oder an stark befahrenen Straßen wie der Frankenstraße).
Das Honorar für Fachplaner richtet sich in Deutschland nach der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure). Die Leistungen sind in neun Leistungsphasen (LP 1 bis LP 9) gegliedert:
| Leistungsphase | Inhalt |
|---|---|
| LP 1-2 | Grundlagenermittlung und Vorplanung |
| LP 3-4 | Entwurfsplanung und Genehmigungsplanung |
| LP 5-6 | Ausführungsplanung und Vorbereitung der Vergabe |
| LP 7-8 | Mitwirkung bei Vergabe, Bauüberwachung |
| LP 9 | Objektbetreuung nach Fertigstellung |
Bei einem typischen Einfamilienhaus in Nürnberg macht die Tragwerksplanung ca. 1-2 % der Baukosten aus, die TGA-Planung ca. 3-5 %.
Während Neubauten von Anfang an vollständige Planungsunterlagen erhalten, sind bei Bestandsgebäuden oft erhebliche Voruntersuchungen erforderlich. Vor allem bei Gebäuden aus den 1950er bis 1970er Jahren fehlen häufig belastbare Bestandszeichnungen, und der tatsächliche Zustand tragender Bauteile muss zunächst durch Bauteilöffnungen oder zerstörungsarme Prüfverfahren ermittelt werden.
Bei energetischen Sanierungen spielt die Fachplanung eine besondere Rolle: Der Energieberater (Energieeffizienz-Experte der Deutschen Energie-Agentur, dena) muss für alle KfW- und BAFA-Förderprogramme als “Energie-Effizienz-Experte” zugelassen sein. Nur mit einem solchen Experten an der Seite können Eigentümer die staatlichen Förderungen für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Anspruch nehmen - die Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Fachplaner ist also nicht nur qualitätssichernd, sondern auch finanziell relevant.
Beim Umbau von Wohngebäuden in Mehrfamilienhäuser oder bei der Aufteilung in Eigentumswohnungen (ETW) ist zudem eine schallschutztechnische Fachplanung nach DIN 4109 erforderlich. In Nürnberg spielt dies vor allem in der Gründerzeitsubstanz der Südstadt, in Gostenhof oder im Nordosten der Stadt eine Rolle, wo Bestandsgebäude zunehmend zu Eigentumswohnungen umgewandelt werden.
Die Qualität der Fachplanung entscheidet maßgeblich über den Projekterfolg. Folgende Punkte helfen bei der Auswahl:
Zulassungen und Referenzen prüfen: Tragwerksplaner müssen in der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau eingetragen sein. Energieberater benötigen für KfW-Förderungen eine dena-Zulassung. Brandschutzplaner sollten nachweislich bei der Bauaufsichtsbehörde anerkannte Gutachten erstellt haben.
Erfahrung mit dem Gebäudetyp: Ein Fachplaner, der ausschließlich Neubauprojekte begleitet hat, ist möglicherweise nicht die beste Wahl für die Sanierung eines Gründerzeitgebäudes. Wir empfehlen, gezielt nach Erfahrungen mit vergleichbaren Objekten zu fragen und Referenzprojekte zu besichtigen.
Haftpflichtversicherung: Fachplaner haften für Planungsfehler. Eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung (in der Regel mindestens 1-2 Mio. Euro je Schadensfall) ist Mindestvoraussetzung für eine seriöse Beauftragung.
Schnittstellen frühzeitig klären: Werden Architekt und Fachplaner getrennt beauftragt, müssen Zuständigkeiten und Kommunikationswege von Beginn an klar geregelt sein. Unklare Schnittstellen zwischen Architekten und TGA-Fachplanern sind eine der häufigsten Ursachen für Kostensteigerungen und Bauzeitverzögerungen.
Wir empfehlen Eigentümern, die größere Umbaumaßnahmen planen, die Fachplaner frühzeitig - idealerweise bereits in der Vorplanung - einzubinden. In Nürnberg und der Metropolregion sind bei der Bauordnungsbehörde der Stadt Nürnberg (Stadtplanungsamt, Lorenzer Platz 5) alle genehmigungsrelevanten Fachplanungen einzureichen. Wer ohne ausreichende Fachplanung baut, riskiert Baustopps, Nachbesserungskosten und Probleme bei der Wohngebäudeversicherung.
Besonders bei der Umwandlung von Bestandsgebäuden in Eigentumswohnungen - einem häufigen Vorgang in der Nürnberger Gründerzeitsubstanz - ist die Fachplanung für Statik und Schallschutz unerlässlich, damit die entstehenden Wohnungen den gesetzlichen Mindestanforderungen der DIN 4109 entsprechen. Wir vermitteln bei Bedarf qualifizierte Fachplaner aus unserem Netzwerk in der Metropolregion Nürnberg, die Erfahrung mit dem regionalen Gebäudebestand und den lokalen Behördenabläufen haben.
Das hängt vom Umfang der Maßnahme ab. Werden tragende Wände verändert oder entfernt, ist ein Standsicherheitsnachweis durch einen Tragwerksplaner in Bayern Pflicht und Teil der Baugenehmigungsunterlagen. Auch bei Dachausbauten, dem Einbau von Gauben oder der Errichtung von Anbauten ist in der Regel ein Statiker erforderlich.
In der Regel der Architekt als Generalplaner. Er koordiniert die Schnittstellen zwischen den Fachgewerken und trägt die Gesamtverantwortung für die Planungsqualität. Bei komplexen Projekten übernimmt manchmal auch ein spezialisierter Projektsteuerer diese Aufgabe, der keiner der beteiligten Fachplanungsdisziplinen angehört und neutral koordiniert.
Die Kosten hängen von der Gebäudeklasse und dem Umfang ab. Für ein Mehrfamilienhaus ab GK 4 liegen die Kosten für ein Brandschutzkonzept typischerweise zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Bei Sonderbauten wie Schulen, Hotels oder Pflegeeinrichtungen können die Kosten deutlich höher liegen. Das Brandschutzkonzept muss von der Bauaufsichtsbehörde abgenommen werden - Fehler in der Planung können zu erheblichen Nachbesserungskosten führen.
Die Fachplanung umfasst die zeichnerische und rechnerische Vorbereitung einer Baumaßnahme (Leistungsphasen 1-6 der HOAI). Die Fachbauleitung (LP 8) bezeichnet die Überwachung der Ausführung auf der Baustelle. Beide Leistungen können von denselben Fachplanern erbracht werden, sind aber inhaltlich klar getrennt. Eigentümer sollten darauf achten, dass auch die Bauleitung von einem qualifizierten Fachplaner übernommen wird und nicht allein dem ausführenden Handwerksbetrieb überlassen bleibt.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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