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Eigenkapital - Eigenkapital bezeichnet bei der Immobilienfinanzierung alle finanziellen Mittel, die der Käufer aus eigenen Ressourcen in den Erwerb einbringt, ohne auf Bankkredite oder andere Formen der Fremdfinanzierung zurückzugreifen. Dazu zählen Barguthaben, Sparvermögen, Bausparvertragsguthaben, Wertpapiere, Rückkaufswerte von Lebensversicherungen, bereits bezahlte Grundstücke sowie eigenerbrachte Bauleistungen (Muskelhypothek).
Die Eigenkapitalquote ist eine der wichtigsten Kennzahlen bei der Kreditvergabe. Banken beurteilen anhand des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital das Ausfallrisiko des Darlehens. Je höher die Eigenkapitalquote, desto geringer das Risiko für die Bank - und desto günstiger die angebotenen Zinskonditionen.
Als Faustregel gilt: Mindestens 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises sollten durch Eigenkapital abgedeckt sein. Dabei sollten die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten, Maklerprovision) vollständig aus Eigenmitteln finanziert werden, da diese Kosten keinen beleihbaren Gegenwert darstellen. In Bayern betragen die Kaufnebenkosten typischerweise 8 bis 10 Prozent des Kaufpreises.
Banken unterscheiden bei der Beleihung zwischen dem Kaufpreis und dem Beleihungswert, der in der Regel unter dem Kaufpreis liegt. Ein Darlehen bis zu 60 Prozent des Beleihungswerts erhält die günstigsten Konditionen (erstrangige Besicherung). Ab einem Beleihungsauslauf von 80 Prozent steigen die Zinsen spürbar, und ab 90 bis 100 Prozent verlangen viele Banken deutliche Zinsaufschläge oder vergeben das Darlehen gar nicht mehr.
Eine Vollfinanzierung (100-Prozent-Finanzierung) deckt den gesamten Kaufpreis durch Fremdkapital ab. Eine 110-Prozent-Finanzierung umfasst darüber hinaus auch die Kaufnebenkosten. Solche Finanzierungen sind grundsätzlich möglich, setzen aber ein überdurchschnittlich hohes und sicheres Einkommen, eine einwandfreie Bonität und in der Regel eine wertstabile Immobilie in guter Lage voraus.
Die Risiken einer Vollfinanzierung sind erheblich: Die monatliche Belastung ist deutlich höher, die Zinskonditionen schlechter, und bei einem Wertverlust der Immobilie kann eine negative Eigenkapitalposition entstehen - der Darlehensnehmer schuldet dann mehr, als die Immobilie wert ist. Gerade in Marktphasen mit unsicherer Preisentwicklung raten wir von Vollfinanzierungen ab.
Wer noch nicht über ausreichend Eigenkapital verfügt, sollte frühzeitig mit dem systematischen Aufbau beginnen. Bewährte Instrumente:
Bei den aktuellen Immobilienpreisen in der Metropolregion Nürnberg bedeutet die empfohlene Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent bei einer Eigentumswohnung für 350.000 Euro einen Eigenmittelbedarf von 70.000 bis 105.000 Euro - zuzüglich der Kaufnebenkosten von rund 30.000 Euro. Insgesamt sollten Käufer also mindestens 100.000 Euro Eigenkapital mitbringen, bevor sie die Suche ernst beginnen. In Erlangen und Fürth liegen die Einstiegspreise für vergleichbare Objekte oft etwas niedriger als in Nürnberg, was den Eigenkapitalbedarf entsprechend reduziert. Wir empfehlen, frühzeitig mit dem systematischen Aufbau von Eigenkapital zu beginnen - ein Zeitraum von drei bis fünf Jahren ist realistisch, um ohne Vollfinanzierung in die erste Immobilie einsteigen zu können. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Ihre Finanzierungssituation einschätzen möchten.
Als Minimum empfehlen wir, die gesamten Kaufnebenkosten (in Bayern rund 8 bis 10 Prozent des Kaufpreises) aus Eigenkapital zu finanzieren - bei einem Kaufpreis von 350.000 € sind das rund 28.000-35.000 €. Für günstige Zinskonditionen sollten darüber hinaus mindestens 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital vorhanden sein, also weitere 35.000-70.000 €. Je höher die Eigenkapitalquote, desto geringer die monatliche Belastung, desto besser der Zinssatz und desto sicherer die Finanzierung bei künftigen Zinsanpassungen.
Ja, ein lastenfreies Grundstück, das sich im Besitz des Käufers befindet, wird von Banken als Eigenkapitalersatz anerkannt und erhöht den Beleihungswert. Gleiches gilt für eine bereits bezahlte Immobilie, die als zusätzliche Sicherheit eingebracht werden kann - auch wenn der Eigentümer sie nicht verkaufen möchte. Der anrechenbare Wert entspricht dem von der Bank ermittelten Beleihungswert des Grundstücks, der in der Regel 10-20 % unter dem Marktpreis liegt, da Banken konservativ bewerten.
Als Muskelhypothek werden Eigenleistungen des Bauherrn am Bau bezeichnet - also handwerkliche Arbeiten, die der Käufer selbst erbringt, statt Handwerker zu beauftragen. Banken erkennen Eigenleistungen als Eigenkapitalersatz an, bewerten sie aber konservativ: In der Regel werden maximal 10 bis 15 Prozent der Bausumme als Muskelhypothek akzeptiert, in der Praxis oft 15.000-30.000 €. Voraussetzung ist, dass die Eigenleistungen fachgerecht erbracht werden können, der Bauherr die nötige Qualifikation nachweist und die geplanten Arbeiten im Finanzierungsplan detailliert aufgeführt sind.
Nach dem starken Zinsanstieg der Jahre 2022 und 2023 haben sich die Hypothekenzinsen in Deutschland bis 2026 auf einem Niveau von rund 3,5 bis 4,5 Prozent für zehnjährige Festzinsbindungen stabilisiert - deutlich höher als die Niedrigzinsphase bis 2021, aber moderater als der Zinsgipfel des Jahres 2023. Dieses Zinsniveau erhöht die monatliche Belastung gegenüber früheren Jahren erheblich und macht eine solide Eigenkapitalbasis umso wichtiger. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro und einem Finanzierungsanteil von 80 Prozent (320.000 Euro Darlehen) ergibt sich bei 4 Prozent Zinsen und 2 Prozent Tilgung eine monatliche Rate von rund 1.600 Euro - zuzüglich der Nebenkosten und der nicht finanzierten Kaufnebenkosten. Wer zusätzliches Eigenkapital einbringt und den Finanzierungsanteil auf 70 Prozent reduziert, verbessert nicht nur den Zinssatz, sondern verringert auch die monatliche Belastung auf rund 1.400 Euro. In der Metropolregion Nürnberg empfehlen wir angesichts des aktuellen Zinsniveaus eine Eigenkapitalquote von mindestens 25 bis 30 Prozent, um eine tragfähige und zukunftssichere Finanzierung zu gewährleisten.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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