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Amortisation

Fachbegriff aus dem Bereich Steuern & Finanzen

Amortisation - Die Amortisation bezeichnet im Immobilienkontext den Zeitraum, in dem die Investitionskosten einer Immobilie durch die erwirtschafteten Erträge (Mieteinnahmen, Steuerersparnisse, Wertsteigerung) vollständig gedeckt werden. Die Amortisationszeit ist eine zentrale Kennzahl für die Wirtschaftlichkeit einer Kapitalanlage.

Berechnung der Amortisationszeit

Die statische Amortisation teilt die Gesamtinvestitionskosten (Kaufpreis plus Kaufnebenkosten plus anfängliche Modernisierungskosten) durch den jährlichen Nettoertrag (Jahresnettomiete abzüglich nicht umlagefähiger Bewirtschaftungskosten).

Rechenbeispiel: Kaufpreis einer Nürnberger Eigentumswohnung: 300.000 Euro. Kaufnebenkosten (3,5 % GrESt, Notar, Makler): 30.000 Euro. Anfängliche Modernisierung: 20.000 Euro. Gesamtinvestition: 350.000 Euro. Jahresnettokaltmiete: 12.000 Euro. Nicht umlagefähige Bewirtschaftungskosten (Verwaltung, Instandhaltungsrücklage): 2.400 Euro. Jährlicher Nettoertrag: 9.600 Euro.

Amortisationszeit = 350.000 / 9.600 = 36,5 Jahre (statisch, ohne Steuereffekte und Wertsteigerung)

Die dynamische Amortisation berücksichtigt zusätzlich Finanzierungskosten, Steuereffekte (AfA, Zinsabzug), Mietsteigerungen und die erwartete Wertsteigerung der Immobilie. Diese Methode liefert realistischere Ergebnisse, ist aber deutlich komplexer in der Berechnung und setzt belastbare Annahmen über die Zukunft voraus. In der Praxis rechnen Investoren mit jährlichen Mietsteigerungen von 1,5 bis 2,5 Prozent und Wertsteigerungen von 1 bis 3 Prozent in der Metropolregion Nürnberg.

Kaufpreisfaktor als Näherungswert

Eine schnelle Einschätzung der Amortisationszeit liefert der Kaufpreisfaktor (auch Vervielfältiger): Er ergibt sich aus dem Verhältnis von Kaufpreis zu Jahresnettokaltmiete. Ein Faktor von 20 bedeutet, dass die Investition bei unveränderter Miete nach 20 Jahren durch die Mieteinnahmen gedeckt ist.

In Nürnberg liegen die Kaufpreisfaktoren für Wohnimmobilien je nach Lage und Qualität bei:

LageKaufpreisfaktor (ca.)
Erlenstegen, Altstadt, Schweinau-Toplagen24 - 30
Maxfeld, Gleißhammer, Gostenhof20 - 25
Stadtrand, Umland16 - 22

Einflussfaktoren auf die Amortisation

Maßgebliche Faktoren sind der Kaufpreisfaktor (Verhältnis Kaufpreis zu Jahresnettomiete), die Finanzierungsstruktur (Eigenkapitalanteil, Zinskonditionen), die Mietsteigerungspotenziale, die Instandhaltungskosten und die steuerliche Situation des Investors. Ein hoher Fremdkapitalanteil verlängert die effektive Amortisationszeit deutlich, da die Zinslast die Nettomieteinnahmen reduziert. Steuerliche Abschreibungen (AfA) hingegen können die steuerlich relevante Amortisationszeit spürbar verkürzen.

Amortisation mit und ohne Steuereffekte

Für Kapitalanleger mit hohem Grenzsteuersatz ändert sich die Amortisationsrechnung erheblich, wenn steuerliche Effekte berücksichtigt werden:

Beispiel Nürnberg-Gostenhof, ETW 60 m², Kaufpreis 220.000 €, Bj. 1960:

ParameterWert
Gesamtinvestition (inkl. 12 % NK)246.400 €
Jahresnettokaltmiete8.400 €
Bewirtschaftungskosten (20 %)−1.680 €
Jährliche Nettomiete6.720 €
AfA (2 % von 70 % Gebäudeanteil)−3.080 € (Steuerentlastung ca. 1.290 €/Jahr bei 42 %)
Zinsen Darlehen (150.000 € × 3,8 %)−5.700 € (Steuerentlastung ca. 2.394 €/Jahr)
Jährlicher Cashflow-Vorteil (steuerbereinigt)ca. +3.704 € netto
Statische Amortisationszeitca. 36 Jahre
Dynamische Amortisationszeit (mit Steuervorteil)ca. 25 Jahre

Praxis-Tipp für Investoren in Nürnberg

Wir empfehlen, eine Amortisationsrechnung vor jedem Immobilienkauf durchzuführen und dabei konservative Annahmen zu verwenden - insbesondere bei Mietsteigerungen und Wertzuwachs. In der Metropolregion Nürnberg gilt als Faustregel: Eine Amortisationszeit von unter 25 Jahren gilt als attraktiv, unter 20 Jahren als sehr gut. Kaufpreisfaktoren über 28 signalisieren, dass die Mietrendite allein die Investition kaum trägt - hier muss ein erheblicher Wertzuwachs eingepreist sein, was das Risiko erhöht.

Lassen Sie sich von einer Immobilienberatung oder einem Steuerberater eine vollständige Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellen, die alle Zahlungsströme über einen Zeithorizont von 10 bis 20 Jahren abbildet. In Nürnberger Wachstumsquartieren wie Mögeldorf, Schoppershof oder Schweinau können Kombination aus solider Mietrendite und anhaltendem Wertanstieg die dynamische Amortisationszeit auf unter 20 Jahre senken.

Häufig gestellte Fragen

Welche Amortisationszeit ist akzeptabel?

Bei Wohnimmobilien in guten Lagen der Metropolregion Nürnberg gelten Amortisationszeiten von 20 bis 28 Jahren als marktüblich. Kürzere Zeiten deuten auf ein besonders günstiges Kaufpreis-Miet-Verhältnis hin - was heute eher selten ist. Längere Zeiten sind nicht per se schlecht, wenn gleichzeitig eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erwartet werden kann, z.B. in Aufwertungsgebieten wie Nürnberg-Mögeldorf oder im Fürther Westend.

Berücksichtigt die Amortisation auch die Wertsteigerung?

Die statische Berechnung nicht, die dynamische schon. Da Wertsteigerungen nicht garantiert sind, empfehlen wir, die Amortisation zunächst ohne Wertzuwachs zu berechnen und diesen nur als zusätzlichen Ertragsbaustein zu betrachten. Eine Investition, die ohne Wertsteigerung bereits attraktiv ist, bietet die größte Sicherheitsmarge.

Was ist der Unterschied zwischen Amortisation und Rendite?

Die Amortisation gibt an, wann sich die Investition durch die Erträge vollständig bezahlt gemacht hat - sie ist ein Zeitraum. Die Rendite hingegen zeigt den jährlichen Ertrag in Prozent des eingesetzten Kapitals - sie ist eine Rate. Beide Kennzahlen ergänzen sich: Eine kurze Amortisationszeit bedeutet in der Regel eine hohe Rendite, und umgekehrt. Die Bruttomietrendite ergibt sich vereinfacht als Kehrwert des Kaufpreisfaktors: Faktor 25 entspricht einer Bruttomietrendite von 4 Prozent.

Wie verändert sich die Amortisation bei steigendem Eigenkapitaleinsatz?

Der Eigenkapitalanteil wirkt sich auf die Amortisationszeit in entgegengesetzte Richtungen aus, je nachdem, welches Konzept man betrachtet. Bei der statischen Amortisation - bezogen auf die gesamte Investition - bleibt die Zeit unverändert, da sowohl Zähler (Gesamtinvestition) als auch Nenner (Nettomieteinnahmen) unabhängig von der Finanzierungsstruktur sind. Anders bei der Eigenkapitalamortisation: Wer 30 Prozent Eigenkapital einsetzt statt 50 Prozent, erhält durch den Leverage-Effekt eine höhere Eigenkapitalrendite - sein eingesetztes Kapital arbeitet schneller. Dem steht jedoch ein höheres Zinsrisiko und ein größeres Refinanzierungsrisiko gegenüber. In der aktuellen Marktphase mit Zinsniveaus zwischen 3,5 und 4,5 Prozent für zehnjährige Darlehen empfehlen wir in der Metropolregion Nürnberg einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 bis 25 Prozent, um eine positive Cashflow-Situation zu gewährleisten und die Amortisation nicht durch übermäßige Zinslast zu verzögern.

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Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.

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