Telefon
Direkt mit einem Experten sprechen.
Anrufen - 0911 / 88 18 73 80Fachbegriff aus dem Bereich Allgemein
Ytong-Dämmung bezeichnet Dämmelemente und -platten aus Porenbeton, die unter der Marke Ytong (heute Teil der Xella-Gruppe) vertrieben werden und als ergänzendes Dämmsystem für Wände, Fassaden und Sonderanwendungen eingesetzt werden. Porenbeton ist ein mineralischer, nicht brennbarer Baustoff mit einer porigen Mikrostruktur, die ihm gute Wärmedämmeigenschaften verleiht - weit besser als Normalbeton oder Ziegel. Als Dämmschicht ergänzt Ytong-Porenbeton die tragenden Wände und verbessert die Energieeffizienz des Gebäudes.
Ytong-Porenbeton hat eine Wärmeleitfähigkeit von ca. 0,07 bis 0,12 W/(m·K), je nach Rohdichteklasse - deutlich besser als Beton (ca. 2,1 W/(m·K)), aber schlechter als konventionelle Hochleistungsdämmstoffe wie EPS (0,035) oder Mineralwolle (0,035 bis 0,045). Das macht Porenbeton in der Regel nicht zum alleinigen Dämmmaterial, sondern zu einem ergänzenden oder für bestimmte monolithische Bauweisen geeigneten Baustoff.
Der besondere Vorteil liegt in der Kombination von Tragfähigkeit, Wärmeschutz und Schallschutz in einem einzigen Material - besonders interessant im massiven Einfamilienhausbau. Ein weiterer Pluspunkt ist die Diffusionsoffenheit: Porenbeton lässt Wasserdampf diffundieren, was in der Konstruktion anfallende Feuchtigkeit kontrolliert abführt und das Schimmelrisiko minimiert - ein wichtiger Vorteil gegenüber geschlossenzelligen Dämmstoffen wie PUR oder XPS bei Innendämmungsanwendungen.
Die Schallschutzwerte von Porenbeton liegen aufgrund der geringen Rohdichte unter denen schwerer Baustoffe wie Kalksandstein oder Beton. Für Außenwände ist das in Wohngebieten in der Regel ausreichend (Außenschallschutz); für Trennwände zwischen Wohneinheiten werden jedoch schwerere Materialien empfohlen.
Im monolithischen Hausbau werden Ytong-Steine mit hoher Rohdichteklasse als alleinige Außenwandkonstruktion eingesetzt, die ohne zusätzliche Dämmschicht die GEG-Anforderungen erfüllt - bei Wanddicken ab 36,5 cm. Diese Bauweise vereinfacht den Bauablauf: Es entfällt die separate Montage eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) oder einer Vorhangfassade, was Handwerker, Koordinationsaufwand und Fehlerquellen reduziert.
Als Zusatzdämmung werden Ytong-Dämmplatten auf bestehende Außenwände aufgesetzt, um Bestandsgebäude energetisch zu ertüchtigen. Vorteil gegenüber anderen Dämmsystemen: vollständig mineralische Konstruktion ohne Brandrisiko, gute Verarbeitbarkeit mit Säge und Hobel sowie Diffusionsoffenheit, die Feuchteprobleme in der Konstruktion minimiert. Für Bauherrn, die aus Brandschutzgründen oder persönlichen Überzeugungen keine synthetischen Dämmstoffe einsetzen möchten, ist Porenbeton eine attraktive Alternative.
Porenbeton wird aus natürlichen Rohstoffen (Quarzsand, Kalk, Zement, Wasser) hergestellt. Der Herstellungsprozess ist energieintensiv, da Dampfhärtung im Autoklaven notwendig ist. Allerdings ist Porenbeton vollständig recyclebar: Bruchmaterial kann als Zuschlagstoff in der Bauindustrie wiederverwendet werden, und es existieren Rücknahmeprogramme einiger Hersteller.
Im Vergleich zu EPS- oder PUR-Dämmstoffen gilt Porenbeton als ökologisch unbedenklicher - keine synthetischen Polymere, keine Treibmittel mit Treibhauspotenzial, keine Schadstoffe bei der Entsorgung. Der Graue-Energie-Aufwand (Primärenergiebedarf für Herstellung) ist höher als bei Mineralwolle oder EPS, wird aber durch die lange Lebensdauer des Materials und die kombinierten Trag- und Dämmeigenschaften relativiert.
Im fränkischen Neubaubereich ist die Porenbetonbauweise eine beliebte Alternative zu Ziegel oder Kalksandstein - besonders bei Selbstbauern und Bauherrn, die handwerklich tätig sind, schätzen die einfache Bearbeitung des Materials. Wer ein Bestandsgebäude mit Porenbeton-Dämmplatten sanieren möchte, sollte die Verträglichkeit mit dem bestehenden Untergrund und die Einhaltung der GEG-Anforderungen vorab durch einen Energieberater prüfen lassen.
In Nürnberg und dem fränkischen Umland bieten regionale Baustoffhändler und Hersteller-Beratungsleistungen an, die bei der Produktauswahl helfen. Wir helfen Ihnen, die energetischen Eigenschaften Ihrer Immobilie korrekt einzuschätzen und kommunizieren diese transparent in der Vermarktung - auch im Energieausweis, der bei Ytong-Gebäuden die tatsächliche thermische Qualität oft korrekt abbildet, wenn er auf Basis des Gebäudeenergiebedarfs (Bedarfsausweis) erstellt wird.
Ja, bei ausreichender Wandstärke (36,5 cm und mehr bei Plansteinen der Lambda-Klasse 0,07-0,09 W/(m·K)) kann Ytong als monolithische Außenwand die GEG-Anforderungen erfüllen, ohne ein zusätzliches WDVS. Für Passivhaus-Standards sind zusätzliche Dämmlayer in der Regel erforderlich, da die monolithische Ytong-Wand alleine keinen U-Wert unter 0,15 W/(m²·K) erreicht. Eine Kombination aus Ytong-Tragwand und einem dünnen Wärmedämmverbundsystem ist in diesem Fall wirtschaftlich.
Porenbeton ist porös und kann Wasser aufnehmen. Dauerhaft feuchte Verhältnisse - etwa erdberührende Bereiche oder ungeschützte Außenwände ohne Putz - beeinträchtigen die Dämmeigenschaften und die Tragfähigkeit. Ein Außenputz oder eine Verkleidung ist zwingend erforderlich. Im Spritzwasserbereich (Sockelzone) und bei erdberührenden Bauteilen sind feuchteresistentere Baustoffe wie Kalksandstein oder XPS-gedämmter Beton vorzuziehen. Ytong-Hersteller bieten für den Sockelbereich spezielle feuchtebeständige Plansteine an.
Ja, sofern die technischen Mindestanforderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erfüllt sind und ein Energieberater die Maßnahme begleitet. Mineralische Dämmsysteme sind grundsätzlich förderfähig; die Einhaltung des geforderten Mindest-R-Werts muss nachgewiesen werden. Da Porenbeton-Dämmplatten vergleichsweise dicke Wandaufbauten erfordern, um die geforderten Wärmedurchgangswiderstände zu erreichen, ist eine sorgfältige Vorabplanung wichtig.
Ytong-Porenbeton ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1 nach DIN 4102), während EPS und PUR zwar schwer entflammbar gemacht werden können, aber nicht vollständig nicht brennbar sind. Im Brandfall schützt eine Ytong-Fassade das Gebäude besser als ein EPS-WDVS, weil kein organisches Material vorhanden ist, das zur Brandlast beiträgt. Mineralwolle ist ebenfalls nicht brennbar, bietet aber keine Tragfähigkeit. Diese Eigenschaft macht Ytong für Gebäude mit erhöhten Brandschutzanforderungen - etwa Mehrfamilienhäuser ab vier Vollgeschossen - besonders attraktiv.
Zurück zum Immobilien-Lexikon.
Sie möchten den Wert Ihrer Immobilie wissen?
Ermitteln Sie in 2 Minuten den realen Marktwert - kostenfrei und unverbindlich.
Fachlich geprüft von der myhome-Redaktion
Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
Wichtiger Hinweis zum Haftungsausschluss
Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.
Erhalten Sie eine kostenfreie und unverbindliche Einschätzung - persönlich oder online.
Wir sind dort, wo Ihre Immobilie ist - in der gesamten Metropolregion
Um Ihnen maximale Geschwindigkeit bei der Wertermittlung und Vermarktung zu garantieren, haben wir unsere Prozesse voll digitalisiert. Wir beraten Sie exklusiv und persönlich per Telefon oder Video-Call. Besichtigungstermine und Vor-Ort-Termine an Ihrer Immobilie finden selbstverständlich weiterhin persönlich statt. Besuche in unserer Zentrale in der Weißenburger Str. nur nach vorheriger Terminvereinbarung.
Direkt mit einem Experten sprechen.
Anrufen - 0911 / 88 18 73 80Schicken Sie uns Ihr Anliegen gerne per WhatsApp.
WhatsApp-NachrichtWir melden uns innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen.