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Ytong-Steine sind Porenbeton-Plansteine und -Blocksteine der Marke Ytong (Xella-Gruppe), die im Bauwesen als massiver Mauerwerksbaustoff für tragende und nichttragende Wände eingesetzt werden. Sie bestehen aus autoklavgehärtetem Porenbeton (AAC - Autoclaved Aerated Concrete) aus natürlichen Rohstoffen: Quarzsand, Kalk, Zement und Wasser. Durch Zugabe von Aluminiumpulver entsteht beim Härtungsprozess eine feine Porenstruktur, die den Steinen ihre charakteristische Leichtigkeit und Wärmedämmeigenschaften verleiht.
Das Ytong-Sortiment umfasst verschiedene Produktlinien, die auf unterschiedliche Anforderungen zugeschnitten sind. PP2-0,35 bis PP4-0,5 Plansteine sind hochwärmedämmend und für monolithische Außenwände geeignet; sie erreichen Lambda-Werte von 0,07 bis 0,09 W/(m·K). PP6-0,60 bis PP8-0,80 Plansteine haben höhere Druckfestigkeit und eignen sich für tragende Wände im Mehrgeschossbau sowie als Innenwände. Für Sturz- und Ringbalkenelemente bietet Ytong konfektionierte Fertigteile, die in das Plansystem integriert sind.
Im Keller- und Feuchtraumbereich werden spezielle feuchtebeständige Varianten eingesetzt. Alle Steine werden mit Dünnbettmörtel auf Basis von Polymer-Zement-Gemischen vermauert - der Mörtelverbrauch ist durch die minimale Fugendicke von 1 bis 3 mm sehr gering, was Materialeinsparungen und Wärmebrückenminimierung ermöglicht. Zusätzlich zu den Standard-Plansteinen bietet Ytong Rund- und Bogenelemente, Türsturze, Wandtafeln und vorgefertigte Dachelemente für beschleunigte Bauweisen.
Ein wesentlicher Vorteil von Ytong-Steinen in der Baupraxis ist ihre einfache Bearbeitung: Sie können mit einer normalen Handsäge oder Motorsäge auf Maß geschnitten und mit einem Porenbeton-Hobel plangeschliffen werden. Bohrungen und Fräsungen für Elektroleitungen oder Dübel sind problemlos möglich - ein Vorteil, der besonders für Selbstbauer und bei späteren Umbauten relevant ist.
Das geringe Gewicht der Steine (je nach Rohdichte 8 bis 40 kg pro Stein) erleichtert die Handhabung auf der Baustelle und reduziert die körperliche Belastung des Mauerwerktrupps. Durch die hohe Maßhaltigkeit der Plansteine entstehen minimale Fugen von nur 1 bis 3 mm, was Wärmebrücken reduziert und den Mörtelverbrauch senkt. Im Vergleich zu herkömmlichen Ziegelsteinen, die Mörtelfugen von 10 bis 15 mm erfordern, ist der Wärmedurchgang durch die Fugen bei Ytong vernachlässigbar gering.
In der Werkzeugausstattung für Ytong-Mauerwerk sind folgende Spezialwerkzeuge empfehlenswert: Ytong-Handsäge oder Tischkreissäge mit Hartmetallblatt, Flächenhobel zum Schleifen unebener Steinlagen, Zahnspachtel für die Dünnbettmörtelauftragung und Gummihammer für die Ausrichtung. Diese Werkzeuge sind günstig und weit verbreitet; viele Baustoffhändler verleihen sie auch.
Beim Kauf eines Bestandsgebäudes in Porenbetonbauweise lohnt es sich, das Baujahr und die verwendete Ytong-Generation zu recherchieren. Ältere Steine aus den 1970er und 1980er Jahren haben in der Regel schlechtere Wärmedämmeigenschaften (Lambda 0,12 bis 0,16 W/(m·K)) als moderne Hochdämmsteine (Lambda 0,07 bis 0,09 W/(m·K)). Ein Energieausweis und ein Blick in den Bauantrag können hier Aufschluss geben.
In der Metropolregion Nürnberg bietet das regionale Baustoffhandelsnetz von Ytong-Partnern eine gute Beratungsbasis für Neubau und Sanierung. Wir helfen Ihnen, die energetischen Kennwerte eines Ytong-Bestandsobjekts korrekt einzuordnen und im Kaufgespräch sachkundig zu argumentieren - ob als Käufer, der die Energiequalität einschätzen möchte, oder als Verkäufer, der die Vorzüge seines Ytong-Hauses überzeugend kommunizieren will.
Ja. Porenbeton ist ein rein mineralischer Baustoff und nach DIN 4102 der Baustoffklasse A1 (nicht brennbar) zugeordnet. Ytong-Häuser bieten daher im Brandschutz erhebliche Vorteile gegenüber Holzrahmenkonstruktionen oder Gebäuden mit EPS-gedämmten Fassaden. Die nicht brennbare Eigenschaft ermöglicht auch den Einsatz als tragende Wand ohne die brandschutztechnischen Einschränkungen, die für Holzkonstruktionen ab einer bestimmten Gebäudeklasse gelten.
Kalksandsteine sind schwerer und haben eine höhere Rohdichte (1,2 bis 2,0 kg/dm³), was bessere Schallschutzwerte ergibt. Ytong-Steine sind leichter (0,35 bis 0,80 kg/dm³) und besser wärmedämmend. Für tragende Außenwände ohne WDVS ist Ytong energetisch im Vorteil; für Trennwände zwischen Wohneinheiten ist Kalksandstein schallschutztechnisch überlegen. In der Praxis werden Ytong (Außenwand) und Kalksandstein (Trennwände) häufig kombiniert, um beide Anforderungen optimal zu erfüllen.
Ja, Ytong-Plansteine sind ein Standardprodukt und werden über den Baustoffhandel bezogen. Bei Umbauten und Anbauten an ein bestehendes Ytong-Haus sollten Wanddicke und Rohdichteklasse mit dem Bestand abgestimmt werden, um Wärmebrücken und statische Unterschiede zu vermeiden. Da das Ytong-Sortiment über Jahrzehnte weiterentwickelt wurde, ist eine genaue Abstimmung der Lambda-Klasse wichtig: Neuere Hochdämmsteine können andere Anschlussdetails erfordern als die im Bestand verwendeten älteren Generationen.
Ytong-Steine sind für Wohngebäude bis zu fünf Vollgeschossen (Gebäudeklasse 4) als tragendes Mauerwerk geeignet - mit entsprechend dimensionierten Steinrohdichten und statischer Berechnung. Für höhere Gebäude wird die tragende Funktion in der Regel auf andere Konstruktionssysteme (Stahlbeton-Skelett, Stahlbau) verlagert; Ytong kann dann noch für nichttragende Ausfachungen und Innenwände eingesetzt werden. Ein Tragwerksplaner legt die maximale Gebäudehöhe und die erforderlichen Steinqualitäten im Einzelfall fest.
Porenbeton hat eine hohe kapillare Saugfähigkeit und kann bei dauerhafter Bewitterung Feuchtigkeit aufnehmen, was die Wärmedämmeigenschaften temporär verschlechtert. Deshalb sind Ytong-Außenwände in der Regel verputzt (Außenputz auf Porenbeton) oder mit einer Verblendschale versehen. Unverputztes Ytong ist nur für innen liegende oder wettergeschützte Bereiche geeignet. Ein ordentlicher Außenputz mit dampfdiffusionsoffenem Systemputz schützt die Wandfläche zuverlässig und erhält die Wärmedämmeigenschaften dauerhaft. Bei Kaufbesichtigungen von Ytong-Häusern in der Metropolregion Nürnberg empfehlen wir, den Zustand des Außenputzes besonders sorgfältig zu prüfen - Risse, abplatzende Putzstellen oder fehlende Sockelabdichtungen können auf Feuchteprobleme hinweisen, die die Substanz des Mauerwerks langfristig schädigen.
Für den Kauf oder Verkauf eines Ytong-Gebäudes in Nürnberg und der Metropolregion ist der Energieausweis ein wichtiger Indikator. Moderne Ytong-Hochdämmsteine der aktuellen Generation (Lambda 0,07-0,08 W/(m·K)) erreichen bei ausreichender Wanddicke von 36,5 bis 49 cm bereits Niedrigenergie- oder KfW-55-Standard ohne zusätzliche Außendämmung. Gebäude aus den 1970er und 1980er Jahren mit älteren Steingenerationen (Lambda 0,12-0,16) liegen deutlich schlechter und profitieren von einer nachträglichen WDVS-Dämmung erheblich. Die Förderbank KfW sowie das Bayerische Programm Wohngebäude bieten Zuschüsse für energetische Sanierungsmaßnahmen, die auch auf Ytong-Gebäude anwendbar sind.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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