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Solaranlage

Fachbegriff aus dem Bereich Allgemein

Eine Solaranlage nutzt Sonnenenergie zur Erzeugung von elektrischem Strom (Photovoltaik, kurz PV) oder zur Wärmeerzeugung (Solarthermie). Solarmodule bzw. Kollektoren werden typischerweise auf Dächern, Fassaden oder Freiflächen installiert und wandeln Sonnenstrahlung in nutzbare Energie um. Für Immobilieneigentümer sind Solaranlagen heute eine der wirtschaftlich attraktivsten Maßnahmen zur Senkung von Energiekosten und zur Wertsteigerung der Immobilie.

Photovoltaik vs. Solarthermie: Welche Anlage passt?

Photovoltaikanlagen erzeugen Strom, der selbst verbraucht, in die Batterie gespeichert oder ins Netz eingespeist werden kann. Die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) macht Photovoltaik wirtschaftlich interessant, wobei der Eigenverbrauch in der Regel rentabler ist als die Einspeisung. Solarthermieanlagen erzeugen Wärme für Brauchwasser und Heizungsunterstützung. Sie eignen sich besonders für Gebäude mit hohem Warmwasserbedarf (z. B. Mehrfamilienhäuser). Oft lohnt sich die Kombination beider Systeme oder die Kopplung mit einer Wärmepumpe.

Eine dritte, zunehmend verbreitete Variante ist die Agri-PV auf landwirtschaftlichen Flächen - für Immobilieneigentümer mit größeren Grundstücken oder landwirtschaftlichen Flächen in Franken kann dies eine interessante Einnahmenquelle darstellen. Die Planung erfordert jedoch eine besondere Baugenehmigung und Abstimmung mit dem Netzbetreiber.

Wirtschaftlichkeit und Förderprogramme

Die Amortisationszeit einer Photovoltaikanlage liegt bei modernen Systemen je nach Größe und Eigenverbrauchsquote zwischen 8 und 14 Jahren. Relevante Förderungen: der KfW-Kredit 270 (Erneuerbare Energien - Standard) bietet zinsgünstige Darlehen, Bayern fördert Stromspeicher über das BayernSolar-Programm. Seit 2023 ist die Installation von PV-Anlagen auf Wohngebäuden in Deutschland mehrwertsteuerfrei (0 % USt), was die Einstiegskosten deutlich senkt. Wir empfehlen, vor der Investition mehrere Angebote einzuholen und eine Renditeberechnung auf Basis des tatsächlichen Stromverbrauchs durchführen zu lassen.

Die aktuelle EEG-Einspeisevergütung (2025) liegt bei etwa 8,0 Cent/kWh für Anlagen bis 10 kWp und bei rund 7,0 Cent/kWh für den darüber hinausgehenden Anteil. Da der Eigenverbrauch Strom zu aktuellen Preisen von 28-35 Cent/kWh einspart, ist die Maximierung des Eigenverbrauchsanteils entscheidend. Ein Batteriespeicher erhöht die Eigenverbrauchsquote von typischerweise 25-35 % ohne Speicher auf 60-80 % - was die Wirtschaftlichkeit trotz höherer Investitionskosten deutlich verbessert.

Rechtliche Aspekte bei Solaranlagen an Immobilien

Für Eigenheimbesitzer ist die Dachinstallation in Bayern in der Regel genehmigungsfrei - Ausnahmen gelten bei denkmalgeschützten Gebäuden. In Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) bedarf die Installation einer PV-Anlage auf dem Gemeinschaftseigentum (Dach) seit der WEG-Reform 2020 nur noch einer einfachen Mehrheit der Eigentümerversammlung. Der installierende Eigentümer trägt die Kosten, profitiert aber allein von Strom und Einspeisung. Die genaue Regelung sollte in einem Gestattungsvertrag festgehalten werden.

Für Vermieter ist die rechtliche Situation bei PV-Anlagen etwas komplexer: Die Einnahmen aus der Einspeisung sind als Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder aus sonstigen Einkünften steuerpflichtig - abhängig von der Anlagengröße. Seit 2022 gilt für PV-Anlagen bis 30 kWp (Einfamilienhäuser) Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG. Bei größeren Anlagen oder bei Vermietung des erzeugten Stroms an Mieter (Mieterstrom-Modell) gelten spezifische steuerliche und rechtliche Regelungen, die wir Ihnen gerne erläutern.

Solaranlage als Wertsteigerungsfaktor

Eine gut installierte und dokumentierte PV-Anlage hat einen messbaren Einfluss auf den Immobilienwert. Gutachter berücksichtigen sie im Ertragswertverfahren durch niedrigere Bewirtschaftungskosten und im Sachwertverfahren durch den Anlagewert. Der Energieausweis verbessert sich durch die Solaranlage - und eine bessere Energieeffizienzklasse (z. B. von D auf B) hat nachweislich positive Auswirkungen auf Verkaufspreis und Vermietbarkeit. Ab 2026 werden Energieeffizienzklassen bei Immobilieninseraten noch transparenter dargestellt, weshalb Investitionen in erneuerbare Energien für Verkäufer zunehmend strategisch relevant werden.

Praxis-Tipp für Eigentümer in Nürnberg und Franken

Die Metropolregion Nürnberg zählt mit rund 1.700 Sonnenstunden im Jahr zu den sonnenreicheren Lagen Deutschlands - PV-Anlagen lohnen sich hier überdurchschnittlich. Die Stadt Nürnberg bietet über ihr Klimaschutzprogramm zusätzliche Beratung an; das Solarkataster Bayern zeigt online, wie gut das eigene Dach für Solarenergie geeignet ist. Wer seine Immobilie verkaufen möchte, sollte wissen: Eine dokumentierte PV-Anlage mit Einspeisevertrag steigert den Verkehrswert nachweislich - wir berücksichtigen sie bei unserer Bewertung.

Für Nürnberger Eigentümer empfehlen wir außerdem, den N-ERGIE-Mieterstrom-Service zu prüfen: Wer eine Mehrfamilienhaus-PV-Anlage installiert und den erzeugten Strom über ein lokales Mieterstromkonzept an Mieter abgibt, kann zusätzliche Einnahmen erzielen und gleichzeitig die Attraktivität der Wohnung für Mieter erhöhen. Der administrative Aufwand ist zwar höher als bei Eigenverbrauch, aber durch die gestiegenen Strompreise deutlich rentabler geworden.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich in Nürnberg eine Baugenehmigung für eine Solaranlage?

In Bayern sind Solaranlagen auf Wohngebäuden in der Regel verfahrensfrei (Art. 57 BayBO). Ausnahmen gelten für Denkmäler und bestimmte Ortsbildschutzgebiete. Wir empfehlen, vorab bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde nachzufragen.

Wie wirkt sich eine Solaranlage auf den Immobilienwert aus?

Eine gut dokumentierte und gewartete PV-Anlage kann den Verkehrswert einer Immobilie um 3-8 % steigern, da sie niedrigere Betriebskosten und Energieautarkie signalisiert. Im Energieausweis verbessert sie die Energieeffizienzklasse, was bei Verkauf und Vermietung zunehmend relevant wird.

Was kostet eine typische Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus?

Eine 10-kWp-Anlage inkl. Montage und Wechselrichter kostet in der Region Nürnberg derzeit ca. 12.000-18.000 € netto (Stand 2025). Mit Batteriespeicher kommen weitere 8.000-12.000 € hinzu. Die Mehrwertsteuer entfällt seit 2023 auf die Anlage selbst.

Kann ich eine Solaranlage steuerlich absetzen?

Für Privatpersonen, die in der Immobilie selbst wohnen, gilt seit 2022 die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG für PV-Anlagen bis 30 kWp (Einfamilienhäuser). Der Betrieb ist von der Einkommensteuer befreit, Einnahmen aus der Einspeisung müssen nicht versteuert werden. Vermieter hingegen können die PV-Anlage als Betriebsausgabe oder über Abschreibungen (AfA) steuerlich geltend machen, sofern die Anlage dem Betrieb des Vermietungsunternehmens zuzurechnen ist. Die steuerliche Behandlung hängt von der individuellen Situation ab - wir empfehlen, einen Steuerberater hinzuzuziehen, bevor Sie investieren.

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Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.

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