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Schufa-Auskunft

Fachbegriff aus dem Bereich Steuern & Finanzen

Schufa-Auskunft - Eine Schufa-Auskunft ist eine Bonitätsbewertung der SCHUFA Holding AG, die Auskunft über die Kreditwürdigkeit einer Person gibt und bei nahezu jeder Immobilienfinanzierung, Kaufentscheidung oder Mietbewerbung verlangt wird.

Was steckt hinter der Schufa-Auskunft?

Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei. Sie speichert Daten zu Kreditverträgen, Girokonten, Leasingverträgen, Mobilfunkverträgen und Zahlungsverhalten von rund 68 Millionen Personen. Aus diesen Informationen berechnet die SCHUFA einen Score-Wert zwischen 0 und 100 Prozent, der die statistische Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls abbildet. Ein Wert über 95 Prozent gilt als sehr gut, Werte unter 90 Prozent können bei einer Immobilienfinanzierung bereits problematisch werden.

Es gibt zwei wesentliche Auskunftsarten: Die Selbstauskunft (Datenkopie nach Art. 15 DSGVO) enthält alle gespeicherten Daten und steht jeder Person einmal jährlich kostenlos zu. Sie dient der eigenen Kontrolle. Die Bonitätsauskunft hingegen ist ein kompaktes Dokument, das gezielt für die Weitergabe an Vermieter oder Banken konzipiert ist. Sie enthält nur die für den Vertragspartner relevanten Informationen und kostet derzeit eine geringe Gebühr.

Für die Immobilienfinanzierung ist die Schufa-Auskunft unverzichtbar. Banken prüfen den Score-Wert, bevor sie ein Darlehen bewilligen. Ein guter Score kann zu besseren Zinskonditionen führen, ein schlechter Score die Finanzierung verteuern oder sogar verhindern. Auch Vermieter verlangen bei der Wohnungssuche regelmäßig eine aktuelle Bonitätsauskunft, um das Mietausfallrisiko einzuschätzen.

Was der Score wirklich bedeutet

Der SCHUFA-Score ist keine absolute Zahl, sondern ein Relativwert - er vergleicht das Zahlungsverhalten einer Person mit dem statistischen Durchschnitt einer Vergleichsgruppe. Einzelne Faktoren, die in den Score einfließen, gibt die SCHUFA nicht vollständig bekannt. Bekannt ist, dass folgende Merkmale positiv wirken: eine lange Kredithistorie ohne Auffälligkeiten, wenige verschiedene Kreditarten, regelmäßige und pünktliche Zahlungen. Negativ wirken sich aus: häufige Kreditanfragen in kurzer Zeit, Kontoüberziehungen, Mahnungen oder Forderungsausfälle.

Wichtig zu verstehen: Ein niedriger Score bedeutet nicht zwingend, dass eine Person zahlungsunfähig ist. Er bedeutet, dass sie statistisch einer Gruppe angehört, in der Zahlungsausfälle häufiger vorkommen. Banken können den SCHUFA-Score durch eigene interne Scoring-Modelle ergänzen oder ersetzen. Für Immobilienkäufer empfehlen wir daher, die eigene Bonität nicht nur über den Score zu beurteilen, sondern auch konkrete Einkommensnachweise, Eigenkapitalquellen und eine saubere Kontoführung als Gesamtbild zu präsentieren.

Negative Einträge und Löschfristen

Ein negativer Schufa-Eintrag entsteht beispielsweise durch nicht bezahlte Rechnungen, gekündigte Kredite, eidesstattliche Versicherungen oder Privatinsolvenzverfahren. Solche Einträge wirken sich unmittelbar auf den Score aus und können Immobiliengeschäfte erheblich erschweren.

Die Löschfristen sind gesetzlich geregelt: Angaben über abgeschlossene Insolvenzverfahren werden nach drei Jahren gelöscht, erledigte Forderungen ebenfalls drei Jahre nach Begleichung. Anfragen von Banken oder Vermietern bleiben zwölf Monate gespeichert, sind aber nur zehn Tage lang für Dritte sichtbar. Wir empfehlen, die eigene Schufa-Datenkopie mindestens einmal jährlich zu prüfen und fehlerhafte Einträge umgehend korrigieren zu lassen - das steht jedem nach DSGVO zu.

Ein häufig unterschätztes Risiko: Konditionsanfragen werden von manchen Banken irrtümlich als Kreditanfragen gebucht. Bei einem Kreditvergleich, bei dem fünf Banken nacheinander eine „Kreditanfrage” stellen, können fünf Score-mindernde Einträge entstehen. Um das zu vermeiden, sollte man Banken ausdrücklich bitten, nur eine scoreneutrale Konditionsanfrage zu stellen - und diesen Hinweis schriftlich dokumentieren.

Schufa-Auskunft bei der Mietbewerbung

Im angespannten Mietmarkt ist eine tadellose Bonitätsauskunft oft der entscheidende Vorteil gegenüber Mitbewerbern. Vermieter und Hausverwaltungen erwarten nicht nur einen hohen Score, sondern häufig auch: Einkommensnachweise der letzten drei Monate, Selbstauskunft des Mieters und eine aktuelle (nicht älter als drei Monate) Bonitätsauskunft. Die Schufa-Bonitätsauskunft ist dabei dem Vermieter-spezifischen Dokument vorzuziehen - es enthält alle wesentlichen Informationen in kompakter Form und wird von den meisten Vermietern akzeptiert.

Praxis-Tipp für Nürnberg und Franken

Wer in der Metropolregion Nürnberg eine Immobilie kaufen oder mieten möchte, sollte frühzeitig eine kostenlose Datenkopie bei der SCHUFA anfordern. Gerade bei der angespannten Mietmarktsituation in beliebten Vierteln wie der Südstadt, Gostenhof oder St. Johannis verschafft eine vorbereitete Bonitätsauskunft einen Vorteil bei der Bewerbung. Für Immobilienkäufer gilt: Wir raten dazu, den Schufa-Score bereits vor dem ersten Bankgespräch zu kennen, um die Finanzierungskonditionen realistisch einschätzen zu können. Kleine Maßnahmen wie das Kündigen ungenutzter Kreditkarten oder Girokonten können den Score positiv beeinflussen.

Planen Sie einen Immobilienkauf in Nürnberg, empfehlen wir, die Schufa-Selbstauskunft mindestens sechs Monate vor dem geplanten Banktermin zu prüfen. So bleibt ausreichend Zeit, etwaige Fehler zu korrigieren oder Score-mindernde Faktoren zu bereinigen, bevor die Bank die Finanzierungsanfrage formal bearbeitet.

Häufig gestellte Fragen

Wie erhalte ich meine kostenlose Schufa-Auskunft?

Jede Person hat nach Artikel 15 DSGVO das Recht auf eine kostenlose Datenkopie pro Jahr. Diese kann direkt auf der Website der SCHUFA unter dem Punkt „Datenkopie” beantragt werden. Wichtig: Die kostenlose Variante heißt offiziell „Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO” und ist von den kostenpflichtigen Produkten zu unterscheiden. Die Zustellung erfolgt per Post innerhalb weniger Wochen.

Beeinflusst eine Schufa-Anfrage meinen Score?

Es kommt auf die Art der Anfrage an. Eine sogenannte Konditionsanfrage - etwa beim Vergleichen von Kreditangeboten - ist scoreneutral. Eine Kreditanfrage hingegen wird gespeichert und kann den Score geringfügig beeinflussen. Wir empfehlen, bei Finanzierungsvergleichen darauf zu achten, dass die Bank eine Konditionsanfrage stellt, nicht eine Kreditanfrage.

Was tun bei einem fehlerhaften Schufa-Eintrag?

Fehlerhafte Einträge kommen häufiger vor als vermutet. Betroffene sollten zunächst die kostenlose Datenkopie anfordern und alle Einträge sorgfältig prüfen. Bei Unstimmigkeiten kann direkt bei der SCHUFA ein Korrekturantrag gestellt werden. Die SCHUFA ist verpflichtet, den Sachverhalt innerhalb von vier Wochen zu klären. Bleibt der Eintrag strittig, kann eine Beschwerde beim zuständigen Datenschutzbeauftragten eingereicht werden.

Kann ich trotz schlechter Schufa eine Immobilie finanzieren?

Eine schwierige, aber nicht unmögliche Situation. Bei negativen Schufa-Einträgen verlangen klassische Banken oft Ablehnung oder sehr hohe Zinsen. Alternativen sind: Privatbanken und Nischenanbieter, die eigene Risikomodelle verwenden. Erhöhter Eigenkapitaleinsatz - wer 30-40 % Eigenkapital mitbringt, reduziert das Bankrisiko erheblich. Bürge oder Schuldbeitritt eines bonitätsstarken Dritten (z. B. Eltern). Auflage eines Besserungsscheins - manche Banken finanzieren unter der Bedingung, dass bestimmte offene Forderungen vor Auszahlung beglichen werden. Wir empfehlen, sich von einem unabhängigen Finanzierungsberater beraten zu lassen, der Zugang zu einem breiten Bankenportfolio hat.

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Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.

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