Telefon
Direkt mit einem Experten sprechen.
Anrufen - 0911 / 88 18 73 80Fachbegriff aus dem Bereich Bautechnik & Sanierung
Photovoltaikanlage - Eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) wandelt Sonnenlicht mithilfe von Solarmodulen direkt in elektrischen Strom um. Sie ist eine der effektivsten Maßnahmen, um den Energieverbrauch einer Immobilie nachhaltig zu senken, die laufenden Betriebskosten zu reduzieren und gleichzeitig den Marktwert des Gebäudes zu steigern.
Die Solarmodule einer PV-Anlage bestehen aus Solarzellen - in der Regel aus kristallinem Silizium -, die einfallendes Sonnenlicht durch den photovoltaischen Effekt in Gleichstrom umwandeln. Ein Wechselrichter wandelt diesen Gleichstrom in netzfähigen Wechselstrom um, der im Haushalt verbraucht, in einem Batteriespeicher zwischengespeichert oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann.
Die Leistung einer PV-Anlage wird in Kilowatt Peak (kWp) angegeben und beschreibt die maximale Leistung unter standardisierten Testbedingungen. Für ein typisches Einfamilienhaus ist eine Anlage mit 8 bis 12 kWp üblich, die je nach Standort, Dachneigung und Ausrichtung zwischen 8.000 und 12.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt. In Süddeutschland liegt die durchschnittliche Sonneneinstrahlung bei rund 1.100 bis 1.200 kWh pro kWp und Jahr - ein guter Wert im europäischen Vergleich.
Die Investitionskosten für eine schlüsselfertige Aufdachanlage mit 10 kWp liegen aktuell bei 8.000 bis 15.000 Euro, abhängig von Modulqualität, Montagesystem und regionalen Installationskosten. Mit einem zusätzlichen Batteriespeicher (5 bis 10 kWh Kapazität) steigen die Kosten um weitere 4.000 bis 8.000 Euro. Die Amortisation einer PV-Anlage ohne Speicher erfolgt in der Regel nach 10 bis 15 Jahren - danach produziert die Anlage über ihre verbleibende Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren nahezu kostenlosen Strom.
Der erzeugte Strom kann auf zwei Wegen genutzt werden: Der Eigenverbrauch - also die direkte Nutzung im Haushalt - ist wirtschaftlich besonders attraktiv, da jede selbst erzeugte Kilowattstunde den Bezug von teurem Netzstrom ersetzt. Überschüssiger Strom wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in das öffentliche Netz eingespeist und mit einer festen Einspeisevergütung über 20 Jahre vergütet. Seit 2023 ist der Betrieb von PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern von der Einkommensteuer befreit - ein erheblicher bürokratischer und finanzieller Vorteil gegenüber früheren Regelungen.
Die wirtschaftlich und ökologisch sinnvollste Nutzung einer PV-Anlage ergibt sich in Kombination mit einer Wärmepumpe und einem Batteriespeicher. Die Wärmepumpe nutzt den selbst erzeugten Solarstrom für Heizung und Warmwasser, der Speicher überbrückt Zeiten ohne Sonneneinstrahlung. Durch diese Kopplung lässt sich der Eigenverbrauchsanteil von typischerweise 30 % (ohne Speicher) auf 60 bis 80 % steigern - und die Abhängigkeit von steigenden Strompreisen sinkt drastisch.
Einige Bundesländer und Kommunen haben eine Solarpflicht für Neubauten oder umfassende Dachsanierungen eingeführt. Auch wenn Bayern derzeit keine landesweite Solarpflicht vorsieht, ist die Installation einer PV-Anlage bei Neubauten aus wirtschaftlicher Sicht nahezu immer empfehlenswert. Studien zeigen zudem, dass Immobilien mit PV-Anlage bei Verkauf einen Wertzuschlag von 3 bis 6 % erzielen können.
Die Metropolregion Nürnberg bietet mit durchschnittlich rund 1.700 Sonnenstunden pro Jahr gute Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Betrieb einer PV-Anlage. Besonders Stadtteile mit überwiegender Ein- und Zweifamilienhausbebauung wie Erlenstegen, Mögeldorf, Eibach oder Altenfurt eignen sich hervorragend für Aufdachanlagen.
Vor der Installation sollten Eigentümer die Dachstatik prüfen lassen, die Ausrichtung und Verschattung bewerten und sich über kommunale Förderprogramme informieren. Die Stadt Nürnberg bietet über ihr Solarpotenzialkataster eine erste Einschätzung, ob das eigene Dach für eine PV-Anlage geeignet ist. Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten besondere Auflagen, die vorab mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abzuklären sind. Wir beraten gerne zur Frage, wie sich eine PV-Anlage auf den Immobilienwert auswirkt.
In Bayern sind Aufdach-Photovoltaikanlagen auf Wohn- und Gewerbegebäuden in der Regel genehmigungsfrei. Eine Ausnahme gilt für denkmalgeschützte Gebäude und Gebäude in Gebieten mit besonderer Gestaltungssatzung - hier ist eine Genehmigung oder Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde erforderlich. Freiflächen-PV-Anlagen unterliegen grundsätzlich dem Baurecht und erfordern eine Baugenehmigung sowie einen Bebauungsplan.
Moderne Solarmodule haben eine technische Lebensdauer von 25 bis 35 Jahren. Die meisten Hersteller geben eine Leistungsgarantie von 25 Jahren, in der die Module noch mindestens 80 % ihrer Nennleistung erbringen. Der Wechselrichter hat eine kürzere Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren und muss in der Regel einmal während der Anlagenlaufzeit ausgetauscht werden - Kosten hierfür liegen bei 1.500 bis 3.000 Euro.
Ja, eine PV-Anlage ist auch ohne Speicher wirtschaftlich sinnvoll. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauchsanteil bei etwa 25 bis 35 % - der Rest wird ins Netz eingespeist und vergütet. Die Amortisation erfolgt ohne Speicher sogar schneller, da die Investitionskosten geringer ausfallen. Ein Speicher lohnt sich vor allem dann, wenn der Haushalt tagsüber wenig Strom verbraucht und der Eigenverbrauchsanteil durch den Speicher deutlich gesteigert werden kann.
In Mehrfamilienhäusern ist der direkte Eigenverbrauch des Solarstroms durch die Eigentümer-Wohneinheit in der Regel nur ein kleiner Teil des Gesamtpotenzials. Wirtschaftlich attraktiver ist das Mieterstrommodell: Der Strom der PV-Anlage wird direkt an die Mieter des Gebäudes geliefert, die so günstiger als beim Netzbezug einkaufen. Das EEG fördert Mieterstromprojekte mit einem eigenen Zuschlag. Der administrative Aufwand ist höher als bei einer einfachen Eigennutzungsanlage - es sind individuelle Zähler, eine Liefer- und Abrechnungsplattform sowie eine Registrierung beim Netzbetreiber erforderlich. In Nürnberg haben mehrere Verwalter und WEG-Gemeinschaften begonnen, Mieterstromprojekte umzusetzen. N-ERGIE bietet hier Beratung und teils auch Betriebsübernahme an.
Für Vermieter ist der wirtschaftliche Vorteil: Die PV-Anlage generiert zusätzliche Einnahmen über die Mieterstrommarge, der Gebäudewert steigt und die Attraktivität der Wohnungen am Markt verbessert sich - ein Argument, das bei der Neuvermietung in Nürnberg zunehmend relevant wird, da energiebewusste Mieter aktiv nach Wohnungen mit grüner Infrastruktur suchen.
Eine funktionierende und dokumentierte PV-Anlage kann den Immobilienwert positiv beeinflussen. Gutachter berücksichtigen sie zunehmend als wertbildenden Faktor, insbesondere wenn ein laufender Einspeisevertrag mit gesicherter Vergütung besteht oder eine Eigenverbrauchsanlage die Betriebskosten messbar senkt. Bei Käufern steigt das Bewusstsein für Energiekosten erheblich - eine Immobilie mit PV-Anlage und niedrigem Energiebedarf erzielt in Nürnberger Stadtteilen mit Einfamilienhausbebauung erfahrungsgemäß einen Aufschlag von 3 bis 8 % gegenüber vergleichbaren Objekten ohne diese Ausstattung. Wir empfehlen, die Anlage beim Verkauf professionell zu dokumentieren: Leistungsnachweise, Wartungsprotokolle, Einspeiseabrechnungen und Förderbescheide erhöhen die Attraktivität für Käufer und machen den Wertbeitrag nachvollziehbar.
Zurück zum Immobilien-Lexikon.
Sie möchten den Wert Ihrer Immobilie wissen?
Ermitteln Sie in 2 Minuten den realen Marktwert - kostenfrei und unverbindlich.
Fachlich geprüft von der myhome-Redaktion
Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
Wichtiger Hinweis zum Haftungsausschluss
Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.
Erhalten Sie eine kostenfreie und unverbindliche Einschätzung - persönlich oder online.
Wir sind dort, wo Ihre Immobilie ist - in der gesamten Metropolregion
Um Ihnen maximale Geschwindigkeit bei der Wertermittlung und Vermarktung zu garantieren, haben wir unsere Prozesse voll digitalisiert. Wir beraten Sie exklusiv und persönlich per Telefon oder Video-Call. Besichtigungstermine und Vor-Ort-Termine an Ihrer Immobilie finden selbstverständlich weiterhin persönlich statt. Besuche in unserer Zentrale in der Weißenburger Str. nur nach vorheriger Terminvereinbarung.
Direkt mit einem Experten sprechen.
Anrufen - 0911 / 88 18 73 80Schicken Sie uns Ihr Anliegen gerne per WhatsApp.
WhatsApp-NachrichtWir melden uns innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen.