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Eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um und wird bei Immobilien auf Dächern, Fassaden oder Freiflächen installiert. Sie ist ein zentrales Element der Energiewende und wird staatlich durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Im Immobilienbereich steigert eine PV-Anlage die Energieeffizienz des Gebäudes, verbessert den Energieausweis und kann durch Eigenstromerzeugung und Einspeisung in das Netz laufende Betriebskosten erheblich senken.
Eine PV-Anlage besteht aus Solarmodulen (Siliziumzellen), einem Wechselrichter (wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um), einem Einspeisezähler und optional einem Batteriespeicher. Dachanlagen auf Einfamilienhäusern haben typischerweise eine Leistung von 5-20 kWp (Kilowattpeak). Mit einem Batteriespeicher kann überschüssiger Strom für Nacht- oder Schlechtwetterphasen gespeichert werden, was den Eigenverbrauchsanteil auf 60-80 % steigert.
Moderne Wechselrichter sind mit Smart-Home-Systemen vernetzbar und ermöglichen eine optimierte Steuerung des Eigenverbrauchs - etwa durch automatisches Laden des Batteriespeichers in sonnenreichen Stunden und Entladen am Abend. Wer eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto betreibt, erzielt durch intelligente Laststeuerung besonders hohe Eigenverbrauchsquoten.
Balkonkraftwerke (Stecker-PV) sind eine vereinfachte Miniaturvariante für Mieter und Eigentümer ohne Dachzugang. Sie sind bis 800 Watt Einspeiseleistung ohne Netzanmeldung nutzbar und in Bayern baugenehmigungsfrei - eine niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeit in die Solarstromerzeugung.
Die Amortisationszeit einer PV-Anlage liegt aktuell je nach Anlage und Stromverbrauch bei 8-15 Jahren; die Lebensdauer der Module beträgt 25-30 Jahre. Die Einspeisevergütung nach EEG wird für 20 Jahre garantiert und beträgt derzeit (Stand 2025) für Anlagen unter 10 kWp rund 8-9 Cent/kWh. Deutlich wirtschaftlicher ist der Eigenverbrauch: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Netzstrom zum vollen Preis (30-40 Cent/kWh) und ist damit vier- bis fünfmal wertvoller als eine eingespeiste Kilowattstunde.
In Bayern werden PV-Anlagen zusätzlich durch das Bayerische Solarbonus-Programm und die KfW-Produktpalette (z. B. Kredit 270 „Erneuerbare Energien - Standard”) gefördert. Der KfW-Kredit ermöglicht die Finanzierung zu günstigen Zinsen; Rückzahlungen werden aus den laufenden Stromerträgen geleistet. Für Neubauten in Bayern gilt seit 2023 eine PV-Pflicht für Gewerbebauten; für Wohngebäude sind entsprechende Vorgaben im Landesgesetz diskutiert.
Ein konkretes Rechenbeispiel für Nürnberg: Eine 10-kWp-Anlage erzeugt im Jahresdurchschnitt ca. 10.000 kWh Strom. Bei 40 % Eigenverbrauchsquote (4.000 kWh × 35 Ct) und 60 % Einspeisung (6.000 kWh × 8 Ct) ergibt sich ein Jahresertrag von ca. 1.880 Euro. Bei Anschaffungskosten von ca. 15.000 Euro amortisiert sich die Anlage in etwa acht Jahren.
Eine PV-Anlage verbessert die Energieeffizienzklasse eines Gebäudes im Energieausweis, was beim Verkauf zunehmend kaufentscheidend ist. Käufer achten verstärkt auf die zu erwartenden Nebenkosten - und eine Immobilie mit Energieeffizienzklasse A statt C erzielt in der Metropolregion Nürnberg Preisaufschläge von 5-15 %. Gutachter berücksichtigen den Sachwert der Anlage (Zeitwert der Module und Wechselrichter) und ggf. den kapitalisierten Ertragswert der verbleibenden Einspeisevergütungslaufzeit.
Wichtig beim Immobilienverkauf: Der Käufer muss in den Einspeisevertrag mit dem Netzbetreiber eintreten und die Anlage beim Marktstammdatenregister (MaStR) ummelden. Diese Formalitäten sollten im Kaufvertrag eindeutig geregelt sein - wer für die Ummeldung zuständig ist, welche Unterlagen zu übergeben sind (Anlagendokumentation, Garantieurkunden, Wartungsverträge) und ob bestehende Einspeisezahlungen zeitanteilig verrechnet werden. Wir koordinieren diese Details im Rahmen unserer Verkaufsabwicklung.
Die Metropolregion Nürnberg zählt mit rund 1.700 Sonnenstunden jährlich zu den sonnenreicheren Regionen Deutschlands, was PV-Anlagen wirtschaftlich sehr attraktiv macht. Zum Vergleich: Hamburg kommt auf ca. 1.600, München auf ca. 1.800 Sonnenstunden. Eigentümer von Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften in Nürnberg, Erlangen, Schwabach oder den Umlandgemeinden sollten prüfen, ob Dachneigung und -ausrichtung eine rentable PV-Anlage ermöglichen. Optimal sind Süddächer mit 30-45° Neigung; Ost-West-Ausrichtung ist weniger effizient, verlängert aber die Einstrahlungszeiten über den Tag.
Wir empfehlen, bei einem Hausverkauf die vorhandene PV-Anlage prominent im Exposé hervorzuheben und die laufenden Erträge mit Einspeisedokumentation zu belegen. Käufer, die die tatsächliche Jahresernte der letzten drei Jahre sehen können, haben ein fundiertes Bild der Wirtschaftlichkeit. Das steigert den wahrgenommenen Wert und differenziert die Immobilie von vergleichbaren Angeboten ohne PV.
In Bayern sind Dachanlagen bis zu einer Größe, die der Dachfläche entspricht, in der Regel genehmigungsfrei. Größere Anlagen, Fassadenanlagen oder Anlagen in Denkmalschutzzonen können genehmigungspflichtig sein. In Nürnberg gibt es zahlreiche Stadtteile mit denkmalgeschützten Ensembles - wer dort ein historisches Gebäude besitzt, sollte vor der Planung Kontakt mit dem Bauordnungsamt und der Unteren Denkmalschutzbehörde aufnehmen. Eine Anfrage beim zuständigen Bauordnungsamt klärt den konkreten Fall und kostet nichts.
Die PV-Anlage gehört in der Regel zum Gebäude und geht mit dem Verkauf auf den Käufer über, sofern sie fest verbaut ist. Der Käufer tritt in den Einspeisevertrag ein und muss die Anlage ummelden. Alternativ kann die Anlage vertraglich vom Verkauf ausgenommen werden - was jedoch selten sinnvoll ist, da die Anlage den Wert der Immobilie steigert und Käufer sie zunehmend erwarten. Wir raten dazu, alle Unterlagen zur Anlage (Anlagenzertifikat, Garantieurkunden, Netzanschlussbestätigung) für den Käufer bereitzuhalten.
Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil erheblich, hat aber eine längere Amortisationszeit (oft 12-18 Jahre) als die Anlage selbst. Für Haushalte mit hohem Tagesverbrauch oder E-Auto ist er besonders wirtschaftlich. Die Kombination PV + Speicher + Wärmepumpe gilt als ideale Lösung für nahezu autarkes Wohnen und ist in Nürnberg zunehmend Standard bei neuen Einfamilienhäusern. Beim Speicherkauf sollte auf ausreichende Kapazität (typisch: 10-15 kWh für ein Einfamilienhaus) und eine Garantiedauer von mindestens zehn Jahren geachtet werden.
Wer Strom ins Netz einspeist, ist steuerlich Unternehmer und erzielt Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Seit 2022 gilt jedoch eine Ertragsteuerbefreiung für PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern (§ 3 Nr. 72 EStG) - rückwirkend ab 2022. Zusätzlich entfällt die Umsatzsteuer auf Kauf und Installation für Privatpersonen (0 % USt seit 2023). Die Kombination beider Steuervereinfachungen hat Investitionen in PV-Anlagen deutlich attraktiver gemacht. Wer eine Anlage über 30 kWp betreibt oder mehrere Objekte hat, sollte einen Steuerberater hinzuziehen.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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