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Pflegeimmobilie - Eine Pflegeimmobilie ist eine Immobilie, die der stationären oder teilstationären Pflege und Betreuung älterer oder pflegebedürftiger Menschen dient und als einzelnes Pflegeappartement im Rahmen von Wohnungseigentum erworben werden kann.
Pflegeimmobilien werden in der Regel als Pflegeappartements innerhalb eines größeren Pflegeheims oder einer Seniorenresidenz angeboten. Der Käufer erwirbt dabei eine einzelne Einheit als Sondereigentum nach dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG) - vergleichbar mit einer Eigentumswohnung, jedoch mit einem entscheidenden Unterschied: Die Immobilie wird nicht selbst vermietet, sondern über einen Betreibervertrag an einen professionellen Pflegeheimbetreiber verpachtet.
Diese Betreiberverträge haben typischerweise eine Laufzeit von 20 bis 25 Jahren und sichern dem Eigentümer eine regelmäßige Pachteinnahme - unabhängig davon, ob das einzelne Appartement tatsächlich belegt ist. Diese Mietgarantie ist eines der zentralen Argumente für Pflegeimmobilien als Kapitalanlage, da das Leerstandsrisiko vollständig auf den Betreiber übergeht. Die erzielbaren Renditen bewegen sich in der Regel zwischen 3,5 und 4,5 Prozent pro Jahr, abhängig von Standort, Betreiberbonität und Ausstattung der Einrichtung.
Der demografische Wandel in Deutschland stützt die Nachfrage nach Pflegeplätzen nachhaltig. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird nach aktuellen Prognosen von rund fünf Millionen auf deutlich über sechs Millionen bis 2040 steigen. Dieser steigende Bedarf sichert die langfristige Vermietbarkeit und macht Pflegeimmobilien zu einer vergleichsweise konjunkturresistenten Anlageklasse - denn anders als Wohn- oder Büroimmobilien reagiert die Nachfrage nach Pflegeplätzen kaum auf wirtschaftliche Zyklen.
Ein weiterer Vorteil: Käufer können unter bestimmten Voraussetzungen einen bevorzugten Belegungsanspruch für sich oder Angehörige in der Einrichtung oder einer anderen Einrichtung desselben Betreibers geltend machen - eine Kombination aus Kapitalanlage und persönlicher Vorsorge, die gerade für die Generation 50+ zunehmend attraktiv ist.
Im Vergleich zur klassischen Eigentumswohnung fallen bei Pflegeimmobilien keine aktiven Verwaltungsaufgaben an: Kein Mieterwechsel, keine Nebenkostenabrechnung, keine Handwerkerbeauftragung. Der Betreiber kümmert sich um den laufenden Betrieb. Der Eigentümer erhält seine monatliche Pacht - und genießt damit ein sehr passives Investment.
Das größte Risiko einer Pflegeimmobilie liegt in der Betreiberabhängigkeit. Gerät der Betreiber in wirtschaftliche Schwierigkeiten oder wird insolvent, fallen die Pachteinnahmen aus. Der Eigentümer muss dann einen neuen Betreiber finden - was bei einem nicht mehr zeitgemäßen Gebäude oder einer ungünstigen Lage schwierig werden kann. Wir empfehlen daher, die Bonität und Erfahrung des Betreibers vor dem Kauf eingehend zu prüfen: Wie viele Einrichtungen betreibt er? Wie lange ist er am Markt? Wie sind die Prüfberichte des Medizinischen Dienstes?
Weitere Prüfungspunkte sind die Lage des Objekts (ausreichend Einzugsgebiet, Erreichbarkeit für Angehörige), die bauliche Qualität und die Drittverwendungsfähigkeit des Gebäudes für den Fall, dass ein Betreiberwechsel erforderlich wird. Gebäude, die architektonisch ausschließlich als Pflegeeinrichtung nutzbar sind und keine Umnutzung erlauben, tragen ein höheres strukturelles Risiko als vielseitig nutzbare Grundrisse.
Auch die Regelungen im Pachtvertrag zu Instandhaltungspflichten sollten genau gelesen werden - in vielen Verträgen übernimmt der Betreiber die Instandhaltung des Sondereigentums, während „Dach und Fach” beim Eigentümer verbleibt. Das bedeutet: Dach, Fassade, tragende Bauteile und technische Großanlagen sind Eigentümersache. Rücklagen für Instandhaltungsmaßnahmen am Gemeinschaftseigentum sollten daher in der Renditekalkulation berücksichtigt werden.
Zusätzlich sollten Kaufinteressenten die Zulassungssituation der Einrichtung prüfen. Ein Pflegeheim benötigt eine Betriebserlaubnis nach Landesrecht (in Bayern: Pflege- und Wohnqualitätsgesetz, PfleWoqG). Entzug der Zulassung durch die Heimaufsicht hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Pachtzahlung.
Die Metropolregion Nürnberg zählt mit ihren rund 3,6 Millionen Einwohnern zu den Regionen mit einem besonders spürbaren demografischen Wandel. In Nürnberg, Fürth, Erlangen und dem Nürnberger Land entstehen regelmäßig neue Pflegeeinrichtungen, und bestehende Häuser werden erweitert oder modernisiert. Wir beobachten eine stabile Nachfrage nach Pflegeplätzen, insbesondere in gut angebundenen Lagen entlang der S-Bahn-Achsen und in den Mittelzentren des Umlands wie Schwabach, Hersbruck oder Neumarkt.
Beim Kauf einer Pflegeimmobilie in der Region empfehlen wir, neben der Betreiberbonität auch die Konkurrenz- und Bedarfssituation am konkreten Standort zu analysieren. Wenn in einem Ort bereits mehrere Pflegeheime konkurrieren und die Auslastungsquote unter 85 % liegt, ist das ein Warnsignal. Die Pflegestatistik der Stadt Nürnberg und die Sozialberichte der umliegenden Landkreise liefern hierzu belastbare Zahlen - und sind öffentlich verfügbar.
Wer als Investor in Pflegeimmobilien einsteigen möchte, sollte außerdem auf die Einstiegspreise achten: In der Metropolregion Nürnberg werden Pflegeappartements häufig von überregionalen Vertrieben mit Margen weit über dem ortsüblichen Niveau angeboten. Ein Vergleich mit dem lokalen Immobilienmarkt und eine unabhängige Werteinschätzung sind empfehlenswert.
Pflegeimmobilien eignen sich vor allem für Anleger, die eine langfristige, planbare Rendite bei geringem Verwaltungsaufwand suchen. Da der Betreiber die gesamte Bewirtschaftung übernimmt, entfallen die typischen Vermieterpflichten wie Mieterwechsel, Nebenkostenabrechnung oder Kleinreparaturen. Die Einstiegspreise für ein Pflegeappartement liegen in der Metropolregion Nürnberg je nach Größe und Ausstattung meist zwischen 120.000 und 250.000 Euro. Besonders geeignet sind Pflegeimmobilien für sicherheitsorientierte Anleger in der zweiten Lebenshälfte, die ihr Portfolio um eine sozial sinnvolle, renditestarke Assetklasse ergänzen möchten.
Bei einer Betreiberinsolvenz fallen die Pachteinnahmen zunächst aus. Der Insolvenzverwalter kann den Pachtvertrag fortführen oder kündigen. Im Fall einer Kündigung muss ein neuer Betreiber gefunden werden, was je nach Standort und Gebäudezustand Monate dauern kann. Während dieser Zeit trägt der Eigentümer die laufenden Kosten ohne Einnahmen. Deshalb ist die Wahl eines erfahrenen, wirtschaftlich soliden Betreibers der wichtigste Faktor beim Kauf. Hilfreiche Indikatoren: mehrjährige Betriebsgeschichte, breite regionale Präsenz, gute Bewertungen durch den Medizinischen Dienst (MDK-Prüfbericht), keine öffentlichen Hinweise auf Personalprobleme.
Ja, Pflegeimmobilien sind als WEG-Sondereigentum frei veräußerbar. Der Wiederverkauf erfolgt in der Regel über spezialisierte Makler oder Vertriebe. Die Wertentwicklung hängt wesentlich von der Restlaufzeit des Betreibervertrags, dem Zustand des Gebäudes und der Standortqualität ab. Ein laufender Pachtvertrag mit einem renommierten Betreiber erleichtert den Verkauf erheblich, da der Käufer sofort planbare Einnahmen übernimmt. Wichtig: Da Pflegeimmobilien kein klassischer Massenmarkt sind, können Verkaufsprozesse länger dauern als bei Wohnimmobilien. Wer kurzfristige Liquidität benötigt, sollte dies in seiner Anlageplanung berücksichtigen.
Die Pachteinnahmen aus einer Pflegeimmobilie sind steuerpflichtig wie Mieteinnahmen aus einer Wohnimmobilie - sie unterliegen der Einkommensteuer. Gleichzeitig können Abschreibungen (AfA), Instandhaltungskosten und Finanzierungszinsen steuerlich geltend gemacht werden. Bei Anschaffungskosten bis 150.000 Euro gibt es unter Umständen Möglichkeiten der Sonderabschreibung (§ 7b EStG prüfen). Wir empfehlen, die steuerliche Planung vor dem Kauf mit einem Steuerberater abzustimmen.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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