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Anrufen - 0911 / 88 18 73 80Fachbegriff aus dem Bereich Grundstück & Erschließung
Bauplatz - Ein Bauplatz ist ein Grundstück, das nach öffentlichem Baurecht bebaubar ist und die Voraussetzungen für eine Baugenehmigung erfüllt. Dazu muss es in einem Gebiet liegen, das durch einen Bebauungsplan als Baugebiet ausgewiesen ist oder sich im unbeplanten Innenbereich (§ 34 BauGB) befindet. Zusätzlich muss das Grundstück erschlossen sein - also über einen gesicherten Zugang zu Straße, Wasser, Abwasser und Strom verfügen.
Damit ein Grundstück als Bauplatz gilt, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein:
In der Immobilienbewertung und nach der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) wird nach dem Entwicklungszustand unterschieden:
| Entwicklungsstufe | Merkmale | Bodenrichtwert-Verhältnis (Nürnberg) |
|---|---|---|
| Freifläche / Landwirtschaft | Keine Bebauungsabsicht erkennbar | 3-8 €/m² |
| Bauerwartungsland | Im FNP für Wohnen vorgesehen, kein B-Plan | 80-150 €/m² |
| Rohbauland | Im B-Plan ausgewiesen, aber nicht erschlossen | 150-300 €/m² |
| Baureifes Land (Bauplatz) | Erschlossen, sofort bebaubar | 250-900 €/m² (lageabhängig) |
Rohbauland: Flächen im Bebauungsplan, die aber noch nicht erschlossen sind - günstiger als baureifes Land, aber mit Unsicherheiten bei Erschließungskosten. In Nürnberger Neubaugebieten können Erschließungsbeiträge nach dem BauGB (§§ 127-135) zwischen 5.000 und 20.000 Euro pro Grundstück betragen.
Baureifes Land: Vollständig erschlossenes, sofort bebaubares Grundstück - höchste Wertstufe, da alle Voraussetzungen für eine sofortige Bebauung erfüllt sind. Der Eigentümer kann unmittelbar einen Bauantrag stellen, ohne weitere Infrastrukturmaßnahmen abwarten zu müssen.
| Prüfpunkt | Wo prüfen | Risiko bei Versäumnis |
|---|---|---|
| Bebauungsplan (Art, Maß, Grenzen) | Stadtplanungsamt / Geoportal | Falscher Bebauungsumfang eingeplant |
| Altlastenkataster | Umweltamt Nürnberg | Sanierungskosten 30.000-500.000 € |
| Kampfmittelauskunft | BLKA Bayern | Verzögerung + Kosten Entschärfung |
| Erschließungsbeiträge | Stadtwerke / N-Ergie / Stadtentwässerung | Unerwartete Nebenkosten |
| Baugrundgutachten | Geotechnischer Sachverständiger | Mehrkosten Gründung 20.000-80.000 € |
| Baulasten / Grundbuch Abt. II | Grundbuchamt / Bauordnungsamt | Nutzungseinschränkungen unbekannt |
Bei der Suche nach einem Bauplatz in der Metropolregion Nürnberg empfehlen wir eine systematische Prüfung. Neben den offensichtlichen Faktoren wie Lage und Preis sind folgende Punkte entscheidend: Ausrichtung und Verschattungssituation (Himmelsrichtung der Hauptfassade), Topographie (Hanglage erfordert Stützmauerungen und teurere Gründung), Nachbarbebauung (Abstandsflächen einhalten), mögliche Erweiterungspotenziale und die geplante Bebauung in der unmittelbaren Umgebung.
Wir empfehlen Kaufinteressenten in der Metropolregion Nürnberg, vor dem Erwerb eines Bauplatzes drei Prüfschritte durchzuführen: Erstens den Bebauungsplan einsehen (beim Stadtplanungsamt oder online im Geoportal Nürnberg), zweitens einen Auszug aus dem Altlastenkataster beim Umweltamt anfordern und drittens die Erschließungskosten detailliert klären - bei Neubaugebieten in Randlagen wie Brunn, Röthenbach oder Worzeldorf können Erschließungsbeiträge von 5.000-15.000 Euro hinzukommen, die im Kaufpreis nicht enthalten sind.
Eine Bauvoranfrage (Art. 71 BayBO) für ca. 200-500 Euro gibt verbindliche Auskunft über die Bebaubarkeit und ist besonders bei Grundstücken ohne qualifizierten Bebauungsplan unverzichtbar. Der Bauvorbescheid ist drei Jahre gültig und sichert die planungsrechtliche Beurteilung ab - ideal, bevor teure Architektenplanung beginnt.
Den sichersten Nachweis liefert eine Bauvoranfrage (Art. 71 BayBO) beim zuständigen Bauordnungsamt, die innerhalb von drei Monaten beantwortet werden muss und drei Jahre Gültigkeit hat. Alternativ können Sie den Bebauungsplan einsehen und beim Katasteramt die Flurstückdaten abfragen. Ein positiver Bauvorbescheid bestätigt, dass das Grundstück grundsätzlich bebaubar ist - besonders wichtig bei Grundstücken im unbeplanten Innenbereich, wo die Bebaubarkeit von der Einzelfallbeurteilung nach § 34 BauGB abhängt. In Nürnberg können viele Bebauungspläne online im Geoportal (geoportal.nuernberg.de) eingesehen werden.
Die Bodenrichtwerte in Nürnberg variieren stark nach Lage: In einfachen Lagen (z. B. Langwasser, Kornburg) liegen sie bei 250-400 Euro/m², in mittleren Lagen (Ziegelstein, Mögeldorf) bei 400-600 Euro/m² und in bevorzugten Lagen (Erlenstegen, Rechenberg) bei 600-1.000 Euro/m². Im Umland - Schwabach, Wendelstein, Feucht, Heroldsberg - sind die Preise deutlich moderater (100-250 Euro/m²). Aktuelle Bodenrichtwerte veröffentlicht der Gutachterausschuss der Stadt Nürnberg im jährlichen Grundstücksmarktbericht, der beim Gutachterausschuss bezogen werden kann.
Ja, wenn der Bebauungsplan geändert oder aufgehoben wird, kann ein Grundstück seine Bauplatzeigenschaft verlieren. Auch eine Ausweisung als Natur- oder Überschwemmungsgebiet kann die Bebaubarkeit einschränken. Solche Änderungen gehen mit Entschädigungsansprüchen nach dem BauGB einher - nach §§ 39-44 BauGB muss der Eigentümer für einen planbedingten Wertverlust entschädigt werden, wenn er auf das Baurecht vertraut und konkrete Maßnahmen eingeleitet hat. Umgekehrt kann ein bisher nicht bebaubares Grundstück durch einen neuen Bebauungsplan zum Bauplatz werden - ein häufiger Wertsteigerungseffekt in wachsenden Stadtrandgebieten.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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