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Offener Immobilienfonds

Fachbegriff aus dem Bereich Steuern & Finanzen

Offener Immobilienfonds - Ein offener Immobilienfonds ist ein reguliertes Investmentvermögen, das Anlegergelder in ein breit gestreutes Portfolio von Immobilien investiert und Fondsanteile fortlaufend ausgibt und zurücknimmt. Im Gegensatz zu geschlossenen Fonds ist die Anlegeranzahl nicht begrenzt, und Anteile können grundsätzlich jederzeit erworben werden. Seit 2013 gilt allerdings eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten und eine Kündigungsfrist von 12 Monaten vor Rückgabe (§ 255 KAGB).

Funktionsweise und Regulierung

Offene Immobilienfonds werden von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) verwaltet und unterliegen der Aufsicht der BaFin. Das Fondsvermögen wird in Gewerbe- und Wohnimmobilien investiert, wobei die meisten Fonds auf Büro-, Einzelhandels- und Logistikimmobilien fokussieren. Die Erträge setzen sich aus Mieteinnahmen und Wertsteigerungen zusammen. Anleger erhalten regelmäßige Ausschüttungen und profitieren von der breiten Streuung über Standorte und Nutzungsarten. Die Immobilien werden mindestens jährlich von unabhängigen Sachverständigen bewertet.

Das verwaltete Vermögen großer offener Immobilienfonds liegt oft im zwei- bis dreistelligen Milliarden-Euro-Bereich. Zu den bekanntesten deutschen Produkten gehören der Deka-ImmobilienEuropa, der UniImmo Deutschland und der hausInvest. Diese Fonds investieren überwiegend in europäische Metropolen, mischen aber zunehmend auch außereuropäische Märkte bei. Ein Direktinvestment in Nürnberger Wohnimmobilien wäre über diese Vehikel nicht möglich - wer konkret in die Metropolregion Nürnberg investieren möchte, ist mit einem Direktkauf besser bedient.

Rendite und Risiken

Offene Immobilienfonds erzielen historisch eine durchschnittliche Rendite von 2-4 % p. a. - weniger als direktes Immobilieneigentum, aber bei deutlich geringerem Aufwand und Risiko. Die Hauptrisiken sind: Liquiditätsrisiko (bei massiven Anteilsrückgaben kann der Fonds die Rücknahme aussetzen), Bewertungsrisiko (die Immobilienwerte können sinken) und Zinsänderungsrisiko (steigende Zinsen machen alternative Anlagen attraktiver und drücken die Immobilienbewertungen).

Ein weiteres Risiko, das Anleger oft unterschätzen, ist die Fremdwährungsexponierung: Viele Fonds investieren in Märkte außerhalb der Eurozone, was Wechselkursschwankungen mit sich bringt. Außerdem können Fondsverschmelzungen oder Managementwechsel die Strategie des Fonds verändern. Ein Blick auf die Fondszusammensetzung und die Leerstandsquote gibt Auskunft darüber, wie stabil die Einnahmebasis ist - eine Quote über 5 % sollte genauer hinterfragt werden.

Vergleich: offener Fonds vs. direktes Immobilien­investment

Wer eine Eigentumswohnung oder ein Mehrfamilienhaus in Nürnberg kauft, trägt volles unternehmerisches Risiko, profitiert aber auch von der gesamten Wertsteigerung und kann die Immobilie nach einer Haltefrist von zehn Jahren steuerfrei veräußern. Ein Fondsanleger dagegen streut sein Risiko breit, trägt aber Verwaltungskosten und hat keinen Einfluss auf die Anlagestrategie. Beide Wege haben ihre Berechtigung - die richtige Entscheidung hängt von Eigenkapital, Risikoprofil und Zeithorizont ab.

Praxis-Tipp für Anleger in Nürnberg

Wir empfehlen Anlegern in der Metropolregion Nürnberg, offene Immobilienfonds als Beimischung im Portfolio zu betrachten - nicht als Ersatz für direkte Immobilieninvestments. Achten Sie auf die Kostenquote (TER), die Qualität des Portfolios und die historische Performance. Seit dem Investmentsteuergesetz 2018 profitieren Anleger von einer Teilfreistellung von 60 % auf die Erträge bei Fonds mit überwiegend inländischen Immobilien. Beachten Sie die Halte- und Kündigungsfristen - offene Immobilienfonds sind kein Tagesgeldersatz.

Wer aus einem Immobilienverkauf in Nürnberg Kapital freisetzt und noch keine Folgeinvestition gefunden hat, kann offene Immobilienfonds als temporäre Zwischenparkierung nutzen - muss dabei aber die eingeschränkte Liquidität einkalkulieren. Für den konkreten Kaufwunsch in Nürnberg oder der Metropolregion stehen wir jederzeit beratend zur Seite.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Anteile jederzeit verkaufen?

Seit 2013 gilt eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten und eine Kündigungsfrist von 12 Monaten. Das bedeutet: Frühester Verkauf nach 24 Monaten, und Sie müssen die Rückgabe 12 Monate vorher ankündigen. Ein Verkauf über die Börse (Zweitmarkt) ist jederzeit möglich, aber dort können Abschläge auf den Anteilswert anfallen.

Wie sicher sind offene Immobilienfonds?

Offene Immobilienfonds gelten als relativ sicher, da sie reguliert, breit gestreut und sachverständig bewertet sind. Allerdings können auch sie Verluste erleiden - mehrere Fonds mussten nach 2008 die Rücknahme aussetzen und wurden abgewickelt. Totalverluste sind bei regulierten Fonds extrem selten, Kursverluste von 5-15 % aber möglich.

Wie werden die Erträge besteuert?

Seit 2018 werden Erträge auf Fondsebene mit 15 % Körperschaftsteuer besteuert. Anleger erhalten eine Teilfreistellung: Bei Fonds mit überwiegend inländischen Immobilien sind 60 % der Ausschüttungen steuerfrei (§ 20 InvStG). Auf die verbleibenden 40 % fällt Abgeltungsteuer (25 % + Soli) an.

Was ist der Unterschied zwischen einem offenen und einem geschlossenen Immobilienfonds?

Beim offenen Fonds können Anteile laufend erworben und zurückgegeben werden, die Anlegeranzahl ist unbegrenzt und das Portfolio breit gestreut. Beim geschlossenen Immobilienfonds wird eine feste Summe eingesammelt, in ein oder wenige Objekte investiert, und eine Rückgabe der Anteile ist während der Laufzeit in der Regel nicht möglich. Das Risiko beim geschlossenen Fonds ist konzentrierter; dafür sind die Renditeerwartungen oft höher.

Wie entwickeln sich offene Immobilienfonds in Zeiten steigender Zinsen?

Steigende Zinsen belasten offene Immobilienfonds auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Erstens sinken die Immobilienbewertungen, da höhere Kapitalisierungszinssätze zu niedrigeren Ertrags- und Verkehrswerten führen. Zweitens werden festverzinsliche Alternativanlagen (Tagesgeld, Bundesanleihen) attraktiver, was Mittelabflüsse aus Immobilienfonds auslösen kann. Drittens steigen die Finanzierungskosten für neue Zukäufe im Fondsportfolio. Die Phase ab 2022 hat gezeigt, dass selbst gut verwaltete Fonds temporäre Wertrückgänge von 3 bis 8 Prozent verbuchen mussten, sich aber dank diversifizierter Portfolios und langfristiger Mietverträge deutlich stabiler gehalten haben als Aktienindizes. Wer in offene Immobilienfonds investiert, sollte einen Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren mitbringen und die Halte- sowie Kündigungsfristen einkalkulieren. Als Beimischung im Gesamtportfolio bleiben sie auch in zinssensitiven Phasen ein sinnvolles Instrument zur Immobilienexponierung ohne die Komplexität eines Direktinvestments.

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Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.

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