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Kreditwürdigkeit - Die Kreditwürdigkeit (Bonität) bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft eines Kreditnehmers, aufgenommene Schulden zuverlässig und fristgerecht zurückzuzahlen. Sie ist die zentrale Voraussetzung für jede Immobilienfinanzierung und wird von Banken anhand persönlicher und materieller Kriterien geprüft.
Banken unterscheiden bei der Bonitätsprüfung zwei Ebenen. Die persönliche Kreditwürdigkeit betrifft die Zuverlässigkeit und Zahlungsmoral des Antragstellers. Hier spielen der SCHUFA-Score, die bisherige Zahlungshistorie und die berufliche Situation eine zentrale Rolle. Ein negativer SCHUFA-Eintrag - etwa durch nicht bezahlte Rechnungen oder gekündigte Konten - kann die Kreditvergabe erheblich erschweren oder sogar verhindern. Der SCHUFA-Score wird als Zahl zwischen 0 und 100 ausgedrückt, wobei Werte über 95 als sehr gut gelten.
Die materielle Kreditwürdigkeit bezieht sich auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers. Banken verlangen in der Regel aktuelle Einkommensnachweise (Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate, bei Selbstständigen die Steuerbescheide und betriebswirtschaftliche Auswertungen der letzten zwei bis drei Jahre), eine Aufstellung der bestehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie eine Haushaltsrechnung. In der Haushaltsrechnung werden die monatlichen Einnahmen den Ausgaben gegenübergestellt. Der verbleibende Überschuss muss ausreichen, um die Kreditrate dauerhaft bedienen zu können. Seit Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie im Jahr 2016 sind Banken gesetzlich verpflichtet, die Kreditwürdigkeit besonders sorgfältig zu prüfen und sicherzustellen, dass der Kreditnehmer das Darlehen auch bei veränderten Lebensumständen zurückzahlen kann.
Wer seine Bonität vor einem Finanzierungsantrag gezielt verbessern möchte, hat mehrere Hebel. Zunächst empfehlen wir, eine kostenlose SCHUFA-Selbstauskunft anzufordern und auf fehlerhafte Einträge zu prüfen - falsche oder veraltete Negativmerkmale lassen sich korrigieren. Darüber hinaus wirkt sich die Konsolidierung bestehender Kleinkredite und die Kündigung nicht genutzter Kreditkarten und Girokonten positiv auf den Score aus. Eine höhere Eigenkapitalquote - in der Branche gelten 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises als solide - senkt nicht nur das Risiko für die Bank, sondern führt in der Regel auch zu besseren Zinskonditionen. Regelmäßige Einkünfte aus einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stärken die Bonität zusätzlich.
Neben dem SCHUFA-Score verwenden Banken eigene interne Scoring-Modelle. Diese berücksichtigen zusätzliche Faktoren wie Wohnhistorie (Eigentümer gelten als stabiler als Mieter), Branche und Arbeitgeber (systemrelevante Berufe werden oft besser bewertet als konjunkturabhängige Branchen), Alter und Restberufsjahre bis zur Rente sowie die Höhe und Zusammensetzung des eingesetzten Eigenkapitals. Eigenkapital aus Bausparverträgen oder aus dem Elternhaus übertragene Werte werden oft besser bewertet als kurzfristig aufgebaute Ersparnisse. Einige Banken gewichten auch die Haushaltsführung - das Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben in den Kontoauszügen der letzten drei Monate - als indirektes Indiz für Zahlungsdisziplin.
In der Metropolregion Nürnberg beobachten wir, dass viele Käufer ihre Kreditwürdigkeit unterschätzen - oder überschätzen. Bevor wir ein konkretes Kaufangebot für eine Immobilie in Nürnberg, Fürth oder Erlangen unterbreiten, raten wir dazu, eine unverbindliche Finanzierungsbestätigung bei der Hausbank oder einem unabhängigen Finanzierungsberater einzuholen. Diese Bestätigung zeigt nicht nur, wie viel Darlehen realistisch möglich ist, sondern signalisiert dem Verkäufer auch Seriosität und Kaufbereitschaft.
Gerade in begehrten Lagen wie der Nürnberger Südstadt, dem Johannisstraßenquartier in St. Johannis oder den Erlanger Universitätsvierteln kann eine vorliegende Finanzierungsbestätigung den entscheidenden Vorteil gegenüber Mitbewerbern bringen - insbesondere wenn mehrere Kaufinteressenten gleichzeitig auf ein Objekt bieten. Wir unterstützen unsere Kunden gerne bei der Einschätzung ihrer finanziellen Möglichkeiten und vermitteln auf Wunsch erfahrene Finanzierungspartner in der Region, die neben den klassischen Hausbanken auch Verbundpartner und Direktbanken mit attraktiven Konditionen einbeziehen.
Jeder Verbraucher hat das Recht, einmal jährlich eine kostenlose Datenkopie bei der SCHUFA anzufordern. Diese sogenannte Datenkopie nach Art. 15 DSGVO enthält alle gespeicherten Daten und den aktuellen Basisscore. Wir empfehlen, diese Auskunft mindestens drei Monate vor einem geplanten Finanzierungsantrag einzuholen, um eventuelle Fehler rechtzeitig korrigieren lassen zu können.
Die meisten Banken erwarten, dass der Kreditnehmer mindestens die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler - in Bayern zusammen rund 9 bis 12 Prozent des Kaufpreises) aus Eigenmitteln trägt. Eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent des Kaufpreises oder mehr führt in der Regel zu deutlich besseren Zinskonditionen und erhöht die Chance auf eine Kreditzusage.
Ja, auch Selbstständige und Freiberufler können eine Baufinanzierung erhalten. Die Bonitätsprüfung ist allerdings aufwendiger: Banken verlangen in der Regel die Steuerbescheide und Einnahmenüberschussrechnungen oder Bilanzen der letzten zwei bis drei Jahre. Ein stabiles oder steigendes Einkommen und eine längere Selbstständigkeit von mindestens drei Jahren verbessern die Chancen erheblich.
Negative Einträge werden nach unterschiedlichen Fristen gelöscht: Daten zu Krediten werden in der Regel drei Jahre nach vollständiger Rückzahlung gelöscht. Einträge über Zahlungsausfälle (z. B. titulierte Forderungen) bleiben ebenfalls drei Jahre nach Begleichung der Schuld gespeichert. Insolvenzeinträge bleiben sechs Jahre nach Abschluss des Verfahrens bestehen. Wer einen laufenden Finanzierungsantrag plant, sollte daher frühzeitig prüfen, ob alle Einträge in der SCHUFA korrekt sind und ob gelöschungsreife Einträge bereits entfernt wurden - fehlerhafte Einträge können über einen formlosen Widerspruch bei der SCHUFA korrigiert werden.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.
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