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Jahressteuerbescheid (amtlich: Einkommensteuerbescheid) ist der jährliche Bescheid des Finanzamts, mit dem die tatsächliche Einkommensteuerschuld eines Steuerpflichtigen für das abgelaufene Kalenderjahr festgesetzt wird. Für Immobilieneigentümer enthält er die steuerliche Auswirkung aller immobilienbezogenen Einnahmen und Aufwendungen: Mieteinnahmen, Abschreibungen (AfA), Werbungskosten, Spekulationsgewinne aus Verkäufen sowie Sonderausgaben wie Schuldzinsen. Er ist Grundlage für Nachzahlungen, Erstattungen und die Anpassung von Steuervorauszahlungen.
Der Einkommensteuerbescheid fasst alle Einkünfte zusammen. Für Immobilieneigentümer relevante Bereiche:
Immobilieneigentümer sollten den Jahressteuerbescheid sorgfältig prüfen. Häufige Fehlerquellen:
Gegen den Jahressteuerbescheid kann innerhalb von einem Monat nach Bekanntgabe (Einspruchsfrist nach § 355 AO) Einspruch beim zuständigen Finanzamt eingelegt werden. Nach Ablauf wird der Bescheid bestandskräftig. Wer die Frist versäumt, kann nur noch in besonderen Ausnahmefällen (z. B. offensichtliche Unrichtigkeit nach § 129 AO) eine Änderung erwirken.
Das Finanzamt setzt auf Basis des letzten Jahressteuerbescheids vierteljährliche Vorauszahlungen fest (fällig jeweils am 10. März, 10. Juni, 10. September, 10. Dezember). Bei veränderter Einkommenslage - z. B. durch den Kauf oder Verkauf einer Immobilie, erhöhte Werbungskosten durch eine Sanierung oder den Wegfall von Mieteinnahmen - kann der Steuerpflichtige beim Finanzamt die Anpassung der Vorauszahlungen beantragen, um Nachzahlungsrisiken oder unnötige Vorauszahlungen zu vermeiden.
Ein häufig unterschätzter Punkt: Die Höhe der jährlichen Abschreibung (AfA) hängt von der korrekten Aufteilung des Kaufpreises in Grundstücks- und Gebäudeanteil ab. Der Grundstücksanteil ist nicht abschreibbar, nur der Gebäudeanteil. Das Finanzamt prüft diese Aufteilung und kann eine im Kaufvertrag vorgenommene Aufteilung verwerfen, wenn sie nicht den tatsächlichen Wertverhältnissen entspricht. Eine Kaufpreisaufteilungssoftware oder ein Sachverständigengutachten können helfen, eine belastbare und steuerlich optimierte Aufteilung zu dokumentieren.
Als Vermieter in der Metropolregion Nürnberg empfehlen wir, den Jahressteuerbescheid jedes Jahr von einem Steuerberater prüfen zu lassen - insbesondere in Jahren mit größeren Transaktionen (Kauf, Verkauf, umfangreiche Instandsetzung). Häufig werden Werbungskosten vergessen oder falsch eingeordnet. Besonders relevant: der Unterschied zwischen sofort abzugsfähigen Erhaltungsaufwendungen und aktivierungspflichtigen anschaffungsnahen Herstellungskosten (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG) in den ersten drei Jahren nach Kauf.
Unser Nürnberger Netzwerk umfasst erfahrene Steuerberater mit Immobilienschwerpunkt - wir vermitteln gerne.
Grundsätzlich gilt der 31. Juli des Folgejahres als Abgabefrist für Steuererklärungen, die selbst erstellt werden (für das Steuerjahr 2025 also 31. Juli 2026). Wer einen Steuerberater beauftragt, erhält eine verlängerte Frist bis zum letzten Februar des übernächsten Jahres (für 2025: 28. Februar 2027). Bei längerem Leerstand oder komplizierten Sachverhalten können zusätzliche Fristverlängerungen beantragt werden.
Privatpersonen mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sollten Steuerbescheide mindestens 10 Jahre aufbewahren, da das Finanzamt in diesem Zeitraum unter Umständen Bescheide ändern kann (Festsetzungsverjährung, verlängert auf 10 Jahre bei Steuerhinterziehung). Kaufverträge, Finanzierungsunterlagen und AfA-Nachweise sollten für die gesamte Haltedauer der Immobilie plus 10 Jahre aufbewahrt werden.
Da die Spekulationsfrist 10 Jahre beträgt, ist ein Verkauf nach 8 Jahren steuerpflichtig. Der Gewinn (Verkaufserlös abzüglich fortgeschriebener Anschaffungskosten und Verkaufsnebenkosten) wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Bereits genommene AfA-Beträge erhöhen den steuerpflichtigen Gewinn (AfA-Rückrechnung). Nach Ablauf von 10 Jahren ist der Verkauf steuerfrei.
Ja. Verluste aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) können im gleichen Jahr mit positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten (z. B. Gehalt, Gewerbebetrieb) verrechnet werden. Das senkt die Einkommensteuer - ein wesentlicher Vorteil für Anleger in der Anfangsphase mit hohem Zinsaufwand und/oder Sanierungskosten.
Das erste Jahr nach einem Immobilienkauf bringt steuerlich oft eine unerwartete Komplexität. Neben dem laufenden Vermietungsüberschuss oder -verlust sind folgende Punkte besonders zu beachten: die korrekte Ermittlung der AfA-Bemessungsgrundlage (Kaufpreisaufteilung Gebäude vs. Grundstück), die steuerliche Einordnung der ersten Instandsetzungsaufwendungen als anschaffungsnahe Herstellungskosten oder sofort abzugsfähige Erhaltungsaufwendungen sowie die erstmalige Anpassung der Steuervorauszahlungen durch das Finanzamt auf Basis der neuen Einkunftssituation. In der Metropolregion Nürnberg, wo Kaufpreise für Mietwohnungen oft deutlich über dem Gebäudesachwert liegen, ist die Kaufpreisaufteilung ein häufiger Streitpunkt: Ein hoher Grundstücksanteil senkt die abschreibbare Bemessungsgrundlage erheblich. Das Finanzamt Nürnberg-Süd und das Finanzamt Nürnberg-Nord wenden für die Kaufpreisaufteilung die Arbeitshilfe des Bundesfinanzministeriums an, die bei innerstädtischen Lagen zu einem hohen Grundstücksanteil tendiert. Wir empfehlen, in solchen Fällen eine sachverständige Kaufpreisaufteilung zu beauftragen, die den tatsächlichen Bodenwert belegt und steuerlich geltend gemacht werden kann.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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Die in diesem Immobilien-Lexikon enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Trotz sorgfältigster Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Aufgrund der Komplexität der Materie empfehlen wir ausdrücklich, bei konkreten Vorhaben einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung eines passenden Fachberaters aus unserem regionalen Netzwerk.
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