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Einfamilienhaus

Fachbegriff aus dem Bereich Bautechnik & Sanierung

Einfamilienhaus - Ein Einfamilienhaus (EFH) ist ein Wohngebäude, das baulich für die Nutzung durch eine einzelne Familie oder einen Haushalt konzipiert ist. Es verfügt in der Regel über einen eigenen Zugang, ein eigenes Grundstück und wird je nach Bauform als freistehendes Haus, Doppelhaushälfte oder Reihenhaus errichtet.

Bauformen, Grundrisse und Grundstücksanforderungen

Das freistehende Einfamilienhaus gilt als die klassische Form des EFH. Es steht allseitig frei auf dem Grundstück und bietet die größte gestalterische Freiheit bei Grundriss, Fassade und Gartenanlage. Typische Grundstücksgrößen liegen bei 400 bis 800 Quadratmetern, wobei in begehrten Stadtlagen auch kleinere Parzellen ab 300 Quadratmetern bebaut werden. Daneben existieren als Sonderformen die Doppelhaushälfte, bei der zwei Haushälften an einer gemeinsamen Grundstücksgrenze aneinandergebaut sind, sowie das Reihenhaus, das sich in eine geschlossene Häuserzeile einfügt.

Bei der Grundrissgestaltung unterscheiden wir zwischen dem Bungalow (eingeschossig, barrierearm), dem klassischen Einfamilienhaus mit ein bis zwei Vollgeschossen und ausgebautem Dachgeschoss sowie dem Stadthaus, das auf kompakter Grundfläche drei oder mehr Etagen übereinander stapelt. Der Wohnflächenbedarf liegt bei den meisten Familien zwischen 120 und 180 Quadratmetern. Keller, Garage oder Carport sowie ein Garten sind häufige Bestandteile, die den Nutzwert und damit den Marktwert maßgeblich beeinflussen.

Die Bewertung eines Einfamilienhauses erfolgt in der Regel nach dem Sachwertverfahren gemäß ImmoWertV. Dabei werden der Bodenwert des Grundstücks und der Sachwert des Gebäudes - berechnet aus den Normalherstellungskosten abzüglich Alterswertminderung - getrennt ermittelt und über einen Marktanpassungsfaktor an das tatsächliche Preisniveau angepasst. Bei vermieteten Einfamilienhäusern kann ergänzend das Ertragswertverfahren herangezogen werden.

Neubau oder Bestandsimmobilie

Die Entscheidung zwischen Neubau und Bestandskauf ist beim Einfamilienhaus eine der zentralen Weichenstellungen. Ein Neubau bietet individuelle Grundrissgestaltung, aktuelle Energiestandards (mindestens GEG-Effizienzhaus 55) und geringe Instandhaltungskosten in den ersten Jahren. Die Baukosten liegen derzeit bei etwa 2.500 bis 3.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche - je nach Ausstattung und Region.

Bestandsimmobilien sind in der Regel günstiger in der Anschaffung, bringen jedoch häufig einen Sanierungsbedarf mit sich. Insbesondere bei Häusern aus den 1950er- bis 1980er-Jahren stehen oft Dacherneuerung, Fassadendämmung, Heizungstausch und Fensteraustausch an. Wir empfehlen, vor dem Kauf eines Bestandshauses ein Kurzgutachten erstellen zu lassen, das den Sanierungsaufwand beziffert und in die Kaufpreisverhandlung einfließen kann.

Energetischer Zustand und Fördermöglichkeiten

Der energetische Zustand ist beim Einfamilienhauskauf in der aktuellen Marktphase ein zentrales Entscheidungskriterium. Ein Haus der Energieklasse D oder schlechter verursacht deutlich höhere Heizkosten und erfordert mittelfristig Investitionen in Wärmedämmung und Heiztechnik. Die Bundesregierung fördert energetische Sanierungen über KfW-Programme (BEG Einzelmaßnahmen, BEG Gesamtsanierung) und das BAFA. In Bayern kommen Landesförderprogramme hinzu. Bei der Kaufentscheidung sollte der Energieausweis kritisch geprüft werden: Ein schlechter Bedarfsausweis kann Anlass für eine erhebliche Kaufpreisreduzierung sein, wenn die Sanierungskosten realistisch eingerechnet werden.

Praxis-Tipp für Nürnberg und Franken

Der Einfamilienhausmarkt in der Metropolregion Nürnberg zeigt ein deutliches Preisgefälle zwischen Stadt und Umland. In gefragten Nürnberger Stadtteilen wie Erlenstegen, Mögeldorf oder Laufamholz werden für freistehende Einfamilienhäuser Quadratmeterpreise von 4.000 bis 6.000 Euro aufgerufen. In den Umlandgemeinden - etwa in Lauf an der Pegnitz, Schwabach, Feucht oder Wendelstein - liegen die Preise häufig 20 bis 40 Prozent darunter, bei vergleichbarer Wohnqualität und guter Anbindung über S-Bahn und Bundesstraßen. Wir beobachten zudem eine steigende Nachfrage nach Einfamilienhäusern mit energetischer Sanierung und moderner Heiztechnik - Käufer beziehen die langfristigen Betriebskosten zunehmend in ihre Kaufentscheidung ein und verhandeln bei schlechtem Energieausweis gezielt über den Kaufpreis.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Einfamilienhaus in Nürnberg?

Die Preise variieren je nach Lage, Baujahr und Ausstattung erheblich. In der Stadt Nürnberg bewegen sich die Kaufpreise für freistehende Einfamilienhäuser derzeit zwischen 350.000 und über 1.000.000 Euro. Entscheidend sind Faktoren wie Grundstücksgröße, Wohnfläche, energetischer Zustand (Energieausweis), Lage im Stadtgebiet und Restlebensdauer der Haustechnik. In begehrten Lagen wie Erlenstegen oder Laufamholz sind Preise über 700.000 € für durchschnittliche Häuser keine Seltenheit. Wir ermitteln auf Wunsch eine fundierte Marktwerteinschätzung für Ihr Objekt.

Wie wird der Wert eines Einfamilienhauses ermittelt?

Die Bewertung erfolgt in der Regel nach dem Sachwertverfahren. Dabei wird der Bodenwert des Grundstücks auf Basis der Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Nürnberg bestimmt und der Gebäudesachwert anhand der Normalherstellungskosten unter Berücksichtigung von Alter, Zustand und Ausstattung berechnet. Die Summe beider Werte wird mit einem Marktanpassungsfaktor multipliziert, um den realistischen Verkehrswert zu ermitteln. Bei auffälligen Abweichungen vom Marktpreis sollte ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger hinzugezogen werden.

Welche laufenden Kosten fallen bei einem Einfamilienhaus an?

Eigentümer eines Einfamilienhauses müssen mit laufenden Kosten für Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Wasser, Abwasser, Heizung, Strom, Müllabfuhr und Schornsteinfeger rechnen. Hinzu kommen Rücklagen für die Instandhaltung, die wir mit etwa 1,50 bis 2,00 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat ansetzen - bei einem 150-m²-Haus also 225-300 €/Monat. Bei älteren Gebäuden kann der Instandhaltungsbedarf deutlich höher liegen, da größere Einzelmaßnahmen (Dachsanierung: 15.000-40.000 €, Heizungstausch: 10.000-25.000 €) in unregelmäßigen Abständen anfallen.

Was sollte ich beim Kauf eines Einfamilienhauses in der Nürnberger Region besonders prüfen?

Neben dem energetischen Zustand gibt es beim Kauf eines Einfamilienhauses in Nürnberg und dem Umland weitere wesentliche Prüfpunkte. Erstens das Baulastenverzeichnis: In Bayern gibt es kein öffentliches Baulastenverzeichnis wie in anderen Bundesländern; stattdessen sind Verpflichtungen als Grunddienstbarkeiten im Grundbuch eingetragen. Ein vollständiger Grundbuchauszug (Abteilungen I, II, III) ist zwingend zu prüfen. Zweitens die Erschließung: In Nürnberger Randlagen und angrenzenden Gemeinden wie Schwaig, Wendelstein oder Burgthann bestehen vereinzelt noch Grundstücke mit ungeklärtem Erschließungsstatus - Abwasser- oder Wasseranschluss fehlt oder ist nicht förmlich gesichert. Drittens der Grundstückszuschnitt und mögliche Teilungsmöglichkeiten: In begehrten Lagen können breit angelegte Grundstücke ein erhebliches Teilungspotenzial aufweisen, das beim Kauf wertsteigernden Charakter hat. Viertens bekannte Altlasten: Besonders in ehemaligen Gewerbelagen in Nürnberg-Langwasser oder auf ehemaligem Industriegelände können Bodenbelastungen vorliegen; ein Blick ins Altlastenkataster der Stadt schützt vor unangenehmen Überraschungen.

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