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Mietrendite - Die Mietrendite gibt das prozentuale Verhältnis der jährlichen Mieteinnahmen zum Kaufpreis einer Immobilie an und ist die wichtigste Kennzahl zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit einer Kapitalanlage-Immobilie.
Die einfachste Form der Renditeberechnung ist die Bruttomietrendite. Sie ergibt sich aus der Formel: Jahresnettokaltmiete geteilt durch den Kaufpreis, multipliziert mit 100. Eine Wohnung, die für 200.000 Euro gekauft wird und monatlich 700 Euro Kaltmiete einbringt, erzielt demnach eine Bruttomietrendite von 4,2 Prozent (8.400 Euro Jahresmiete / 200.000 Euro Kaufpreis x 100). Diese Kennzahl eignet sich gut für den schnellen Vergleich mehrerer Objekte, bildet jedoch nicht die tatsächliche Ertragskraft ab.
Deutlich aussagekräftiger ist die Nettomietrendite. Sie berücksichtigt sowohl die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) als auch die laufenden nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten wie Verwaltung, Instandhaltungsrücklage und Leerstandsrisiko. Die Formel lautet: (Jahresnettokaltmiete minus nicht umlagefähige Kosten) geteilt durch (Kaufpreis plus Kaufnebenkosten), multipliziert mit 100. In der Praxis liegt die Nettomietrendite typischerweise 0,5 bis 1,5 Prozentpunkte unter der Bruttomietrendite.
Neben der reinen Mietrendite betrachten erfahrene Anleger auch die Cashflow-Rendite, die zusätzlich den Kapitaldienst (Zins und Tilgung) einbezieht und zeigt, ob die Immobilie einen monatlichen Überschuss erwirtschaftet. Die Gesamtrendite einer Immobilieninvestition ergibt sich erst unter Berücksichtigung der Wertsteigerung des Objekts, der steuerlichen Effekte durch AfA und Werbungskostenabzug sowie des Tilgungsgewinns, also des durch Mieteinnahmen finanzierten Schuldenabbaus.
Welche Rendite als gut gilt, hängt vom Standort und der Risikobereitschaft ab. In deutschen Großstädten bewegen sich Bruttomietrenditen zwischen 2,5 und 5,5 Prozent. Objekte mit sehr hoher Rendite bergen häufig höhere Risiken in Form von Leerstand oder Instandhaltungsbedarf, während Objekte in Top-Lagen zwar geringere Mietrenditen aufweisen, dafür aber stabilere Wertsteigerungen bieten.
Die erzielte Mietrendite wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Die Lage ist der wichtigste Faktor: Objekte in gefragten Stadtteilen erzielen höhere Mieten, kosten aber auch mehr, sodass die Rendite oft niedriger ausfällt. Das Baujahr und der Zustand des Gebäudes bestimmen die Höhe der Instandhaltungskosten und damit die Nettomietrendite. Die Wohnungsgröße spielt ebenfalls eine Rolle, denn kleine Wohnungen erzielen pro Quadratmeter höhere Mieten als große. Auch die Mieterbonität und die lokale Marktdynamik beeinflussen die nachhaltig erzielbare Miete und das Leerstandsrisiko.
Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor ist die Energieeffizienz der Immobilie. Schlecht gedämmte Gebäude mit veralteter Haustechnik sind zunehmend schwieriger zu vermieten und erzielen geringere Mieten, als der Standort eigentlich hergäbe. Gleichzeitig sind Modernisierungskosten in die Renditeberechnung einzubeziehen, wenn sie absehbar anfallen. Ein Haus mit Heizkessel aus den 1990er Jahren wird in den nächsten Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Heizungstausch erfordern - dieser Kostenpuffer gehört in die realistische Nettomietrendite-Kalkulation.
Bei fremdfinanzierten Immobilien entfaltet die Mietrendite ihre volle Wirkung erst im Zusammenspiel mit dem Finanzierungszins. Solange die Nettomietrendite über dem Finanzierungszins liegt, arbeitet das Fremdkapital im Sinne des Investors - der sogenannte positive Leverage-Effekt. Liegt der Finanzierungszins höher als die Mietrendite, kehrt sich dieser Effekt um und das Investment erzeugt einen monatlichen Verlust, der aus eigenen Mitteln zu decken ist.
In einem Niedrigzinsumfeld war dieser positive Hebel jahrelang fast automatisch gegeben. Nach dem Zinsanstieg der Jahre 2022 und 2023 ist diese Rechnung deutlich enger geworden. Investoren, die heute kaufen, müssen entweder mit einem höheren Eigenkapitalanteil arbeiten oder auf eine mittelfristige Mietzins- und Wertsteigerung setzen, um die Gesamtrendite zu rechtfertigen.
In der Metropolregion Nürnberg bewegen sich die Bruttomietrenditen derzeit zwischen 3,0 und 5,0 Prozent, abhängig von Lage und Objekttyp. Stadtteile wie Gostenhof, Südstadt und Muggenhof bieten aufgrund vergleichsweise moderater Kaufpreise bei solider Mietnachfrage häufig Renditen am oberen Ende dieser Spanne. In den bevorzugten Lagen wie St. Johannis, Erlenstegen oder im Erlanger Zentrum liegen die Renditen niedriger, dafür ist die Wertsteigerungsperspektive stärker.
Wir empfehlen, bei der Renditeberechnung immer die Nettomietrendite heranzuziehen und einen Puffer für Leerstand von mindestens einem Monat pro Jahr einzukalkulieren. Darüber hinaus raten wir dazu, nicht nur die aktuelle Ist-Miete, sondern auch die Marktmiete und das Mietsteigerungspotenzial des Objekts zu analysieren: Eine Wohnung mit Bestandsmieter unter Marktniveau birgt sowohl Chancen (Mieterhöhungspotenzial) als auch Risiken (Mieter schützen sich durch Mieterverein). Unser Team unterstützt Kapitalanleger mit einer individuellen Renditeberechnung für jedes Objekt in der Region.
In der Metropolregion Nürnberg betrachten wir eine Bruttomietrendite ab 4,0 Prozent als solide Grundlage für eine Kapitalanlage. Die Nettomietrendite sollte nach Abzug aller Kosten mindestens 2,5 bis 3,0 Prozent betragen. Werte darunter können sich dennoch lohnen, wenn die Wertsteigerungsperspektive des Standorts überdurchschnittlich ist, etwa bei Stadtteilen mit geplanten Infrastrukturprojekten.
Die Mietrendite bezieht sich auf den gesamten Kaufpreis, die Eigenkapitalrendite hingegen nur auf das tatsächlich eingesetzte Eigenkapital. Durch den Hebeleffekt der Fremdfinanzierung liegt die Eigenkapitalrendite bei fremdfinanzierten Immobilien deutlich höher als die Mietrendite. Bei 20 Prozent Eigenkapitaleinsatz und einer Nettomietrendite von 3,5 Prozent kann die Eigenkapitalrendite unter Berücksichtigung von Tilgung und Wertsteigerung 10 Prozent und mehr betragen.
Die Mietrendite ist keine statische Kennzahl. Sie verändert sich durch Mietanpassungen, etwa bei Neuvermietung oder durch Anwendung des Mietspiegels, sowie durch steigende oder sinkende Bewirtschaftungskosten. Auch eine energetische Sanierung kann die Rendite verbessern, da modernisierte Wohnungen höhere Mieten erzielen und geringere Instandhaltungskosten verursachen. Wir empfehlen, die Rendite mindestens jährlich neu zu berechnen.
Zu den häufig unterschätzten Kostenpositionen gehören: nicht umlagefähige Verwaltungskosten (ca. 250-400 Euro pro Einheit und Jahr), Instandhaltungsrücklage (Ansatz 10-15 Euro/m² pro Jahr je nach Baujahr), ein Leerstandsrisikopuffer von 3-5 Prozent der Jahreskaltmiete sowie die Kaufnebenkosten in Bayern (Grunderwerbsteuer 3,5 %, Notarkosten ca. 1,5-2 %, Makler bis 3,57 % inkl. MwSt.). Wer diese Posten realistisch ansetzt, bekommt eine verlässliche Nettomietrendite als Entscheidungsgrundlage.
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Immobilienfachleute · Nürnberg · Aktualisiert 2026
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